Rheumatoide Arthritis tritt häufig bei Menschen im erwerbsfähigen Alter und im mittleren Lebensalter auf, insbesondere bei Frauen, die ein 2–3-fach höheres Risiko als Männer haben. Bleibt sie unbehandelt, werden Knorpel und Gelenke dauerhaft zerstört, was zu Behinderungen und einer verminderten Lebensqualität im Alltag führt. Eine frühzeitige Diagnose und eine kontinuierliche Behandlung durch Fachärztinnen und Fachärzte können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Schwere reduzieren.
Wie funktioniert das Gelenksystem des Körpers?
Ein Gelenk (Joint) ist der Bereich, in dem zwei Knochen aufeinandertreffen, und ermöglicht eine reibungslose Bewegung des Körpers. Im Gelenk gibt es mehrere wichtige Bestandteile, darunter:
- Gelenkknorpel fungiert als Polster zur Stoßdämpfung und verringert Reibung
- Gelenkschleimhaut (Synovialmembran) produziert Gelenkflüssigkeit zur Schmierung und zur Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen
- Synovialflüssigkeit eine klare, zähflüssige Flüssigkeit, die die Reibung zwischen den Knochen reduziert
- Gelenkbänder und Sehnen stützen das Gelenk und erhöhen seine Stabilität
Bei rheumatoider Arthritis greift das Immunsystem zunächst die Gelenkschleimhaut an, verursacht eine chronische Entzündung und zerstört schließlich den Knorpel sowie den umgebenden Knochen.
Was ist rheumatoide Arthritis?
Rheumatoide Arthritis (Rheumatoid Arthritis: RA) ist eine Erkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers fehlreguliert ist und körpereigenes Gewebe, insbesondere die Gelenkschleimhaut, angreift. Dies führt zu chronischen Entzündungen, geschwollenen und schmerzhaften Gelenken und kann unbehandelt zu einer dauerhaften Gelenkzerstörung führen. Sie unterscheidet sich von Arthrose, die durch alters- oder belastungsbedingten Verschleiß entsteht, oder von einer Autoimmunerkrankung wie SLE, bei der das Immunsystem Organe und Gewebe des eigenen Körpers schädigt und auch andere Körperbereiche wie Augen und Muskeln betrifft – nicht nur die Gelenke.
Ursachen der rheumatoiden Arthritis
Der genaue Entstehungsgrund ist derzeit noch nicht bekannt, möglicherweise spielt jedoch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren eine Rolle, darunter:
- Genetische Faktoren Bestimmte Gene wie HLA-DR4 erhöhen das Risiko
- Umweltfaktoren z. B. Virus- oder bakterielle Infektionen, Rauchen
- Hormonelle Faktoren treten bei Frauen häufiger auf, Zusammenhang mit Sexualhormonen
Formen der rheumatoiden Arthritis
Rheumatoide Arthritis kann nach dem Verlauf wie folgt eingeteilt werden:
- Seropositiv Bluttests sind positiv: Nachweis von Rheumafaktor (RF) oder Anti-CCP im Blut. Am häufigsten, etwa 60%–80% der Patientinnen und Patienten, und oft mit schwereren Symptomen
- Seronegativ Bluttests sind negativ: kein Nachweis von RF oder Anti-CCP. Symptome ähnlich wie bei klassischer RA, jedoch häufig Schmerzen in kleinen Gelenken wie Handgelenken und Fingergelenken; etwa 20%–30%
- Juvenile idiopathische Arthritis (Juvenile Idiopathic Arthritis: JIA) Gelenkentzündung bei Kindern unter 16 Jahren, mit ähnlichem Mechanismus wie rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen
- Rheumatoide Arthritis mit extraartikulären Manifestationen Entzündungen, die andere Organe außer den Gelenken betreffen, z. B. Lunge, Herz, Augen und Haut; meist bei schweren Krankheitsverläufen
Symptome der rheumatoiden Arthritis
In der Frühphase sind die Symptome oft unspezifisch oder werden als allgemeine Erschöpfung fehlinterpretiert, wodurch viele Betroffene nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Warnzeichen sind:
Gelenksymptome:
- Morgensteifigkeit der Gelenke länger als 1 Stunde – ein wichtiges Zeichen für rheumatoide Arthritis
- Gelenkschwellung, Rötung, Wärme und Schmerzen
- Häufig symmetrisch beidseits, z. B. beide Handgelenke
- Fingergelenke, insbesondere Grundgelenke und mittlere Fingergelenke, sind am häufigsten betroffen
- Im fortgeschrittenen Stadium können Deformitäten auftreten, z. B. abnorme Fingerkrümmungen
Allgemeinsymptome:
- Chronische Müdigkeit
- Leichtes Fieber
- Gewichtsverlust
- Appetitlosigkeit
Extraartikuläre Symptome:
- Rheumaknoten unter der Haut, besonders am Ellbogen
- Trockene, gerötete Augen
- Anämie
- Entzündung des Rippenfells oder Herzbeutels in schweren Fällen
Risikogruppen, auf die man achten sollte
Rheumatoide Arthritis kann in allen Gruppen auftreten, jedoch haben manche Gruppen ein höheres Risiko als die Allgemeinbevölkerung.
- Weibliches Geschlecht 2–3-fach höheres Risiko als Männer, insbesondere im Alter von 30–60 Jahren; vermutlich mit dem Östrogenhormon verbunden
- Familienanamnese mit rheumatoider Arthritis höheres Risiko aufgrund genetischer Faktoren
- Raucherinnen und Raucher Nikotin und Giftstoffe im Rauch fördern Fehlregulationen des Immunsystems, erhöhen das Risiko und verschlimmern den Verlauf
- Übergewichtige Personen überschüssiges Fettgewebe produziert Entzündungsstoffe und kann das Immunsystem fehlsteuern
- Personen mit bestimmten Infektionen in der Vorgeschichte z. B. Herpesviren (Epstein-Barr-Virus) oder Parvovirus können Auslöser sein
- Personen mit Kontakt zu bestimmten Chemikalien z. B. Silika oder Asbest im Arbeitsumfeld
Medizinische Forschung zeigt, dass eine Schwangerschaft teilweise vor rheumatoider Arthritis schützen kann. Bei den meisten Schwangerennehmen die Beschwerden im 2. oder 3. Trimester ab oder verschwinden, bedingt durch hormonelle Anpassungen und Veränderungen des Immunsystems, damit keine Abstoßungsreaktion gegen den Fetus erfolgt. Dadurch beruhigen sich Autoimmunprozesse vorübergehend.
Komplikationen der rheumatoiden Arthritis
Rheumatoide Arthritis kann folgende Risiken für den Körper mit sich bringen:
- Osteoporose Abbau und erhöhte Brüchigkeit der Knochen, auch im Zusammenhang mit Medikamenten zur Behandlung
- Karpaltunnelsyndrom durch Entzündungen mit Nervenkompression im Handgelenk
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Vaskulitis koronare Gefäßverschlüsse, Perikarditis
- Lungenerkrankungen Pleuritis, Lungenfibrose, die zu Kurzatmigkeit und Atemnot führen kann
- Lymphom und andere bösartige Erkrankungen des lymphatischen Gewebes
- Sjögren-Syndrom (Sjogren’s Syndrome) Autoimmunreaktion gegen körpereigenes Gewebe mit trockenen Augen, trockenem Mund, Konjunktivitis
- Leichtere und schwere Infektionen aufgrund eines geschwächten Immunsystems durch die Therapie
- Sehnenrisse insbesondere an den Sehnen auf dem Handrücken/Fingerrücken
Diagnose der rheumatoiden Arthritis
Rheumatologinnen und Rheumatologen verwenden verschiedene Diagnosekriterien, abhängig von Symptomen und Schweregrad, darunter:
- Anamnese und körperliche Untersuchung
- Beurteilung der äußerlich sichtbaren Zeichen, einschließlich Art, Lokalisation und Dauer der Gelenkentzündung
- Untersuchung der Anzahl geschwollener und druckschmerzhafter Gelenke
- Blutuntersuchungen
- Test auf Rheumafaktor (RF): Nachweis eines Antikörpertyps, den der Körper gegen sich selbst bildet; häufig bei rheumatoider Arthritis nachweisbar
- Nachweis von Anti-CCP- oder ACPA-Antikörpern zur Diagnose im sehr frühen Stadium
- Messung der Blutsenkung in 1 Stunde (Erythrozytensedimentationsrate: ESR) und Bestimmung von (C‑reaktivem Protein: CRP), um Entzündungen oder Gewebeschädigung im Körper zu erfassen
- Blutbild (Complete Blood Count: CBC) zur Abklärung einer Anämie, die häufig gemeinsam mit rheumatoider Arthritis auftritt
- Bildgebende Diagnostik
- Röntgen (X-ray) — Nachweis von Knochenerosionen und Gelenkspaltverschmälerung
- Ultraschall — Nachweis von Gelenkergüssen und Entzündungen der Synovialmembran in frühen Stadien, bevor sie im Röntgen sichtbar werden
- MRT — detaillierter Nachweis von Veränderungen an Knochen und Weichteilen
Behandlungsoptionen bei rheumatoider Arthritis
Rheumatoide Arthritis ist noch nicht heilbar, jedoch symptomatisch behandelbar. Das aktuelle Behandlungsziel ist Treat-to-Target (T2T), also das Erreichen von Remission oder eines gut kontrollierten Krankheitszustands, um langfristige Gelenkschäden zu verhindern. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und umfasst:
- Nichtmedikamentöse Therapie In frühen Stadien kann Physiotherapie die Beweglichkeit erhalten, Muskulatur und umgebende Strukturen stärken und eine weitere Gelenkzerstörung verhindern. Sie sollte gemäß ärztlicher und physiotherapeutischer Anleitung erfolgen. Auch aerobes Training kann helfen, Gelenkversteifungen zu vermeiden und die Beweglichkeit zu verbessern; je nach Situation können Stützorthesen eingesetzt werden.
- Medikamentöse Behandlung der rheumatoiden Arthritis, darunter
- Steroide bei starker Entzündung; relevante Nebenwirkungen; Dosisreduktion bei Besserung
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) lindern Schmerz und Schwellung an den Gelenken gut und wirken schnell
- Langsam wirksame entzündungshemmende Medikamente (DMARDs) nur gemäß ärztlicher Anweisung kontinuierlich einnehmen
- Operative Behandlung der rheumatoiden Arthritis Wenn ein Gelenk stark zerstört ist und andere Methoden nicht ausreichen, kann eine Operation durchgeführt werden, um die langfristige Gelenkschädigung zu reduzieren. Dazu zählen u. a. Gelenkversteifung, Synovektomie, Sehnenrekonstruktion im Gelenkumfeld sowie Gelenkersatz (Endoprothese) – je nach Symptomen und Schweregrad.
Vorbereitung vor dem Arztbesuch und vor der Behandlung
Vollständige Informationen helfen der Ärztin/dem Arzt, gezielter zu diagnostizieren und zu behandeln.
- Symptome notieren — welches Gelenk schmerzt/schwillt, wie lange, wie viele Minuten Morgensteifigkeit
- Gesundheitsdaten sammeln — einschließlich Vorerkrankungen, Familienanamnese und aller aktuell eingenommenen Medikamente
- Mit dem Rauchen aufhören— da Rauchen die Wirkung mancher Medikamente, insbesondere Biologika (Biologics), verringern kann
- Basisuntersuchungen — ggf. Bluttests, Röntgen oder Ultraschall vor Therapiebeginn
- Selbstmedikation mit Schmerzmitteln vermeiden — ohne Rücksprache, da dies Symptome maskieren und die Diagnose erschweren kann
- Arzneimittelallergien angeben — insbesondere vor DMARDs und Biologics
Selbstfürsorge nach der Behandlung
Medikamentöse Betreuung:
- Medikamente einnehmen bzw. Injektionen pünktlich nach Plan durchführen; nicht eigenständig absetzen, auch wenn es besser geht, da rheumatoide Arthritis eine langfristige kontinuierliche Behandlung erfordert
- Regelmäßige Blutkontrollen nach Termin, um Nebenwirkungen zu überwachen, z. B. Leberwerte, Nierenwerte und Blutbild
Bewegung und Physiotherapie:
- Low-Impact-Training wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga, um die Muskulatur um die Gelenke zu stärken, ohne die Gelenke zu überlasten
- Physiotherapie gemäß dem von der Physiotherapeutin/dem Physiotherapeuten erstellten Programm
- Übermäßige Belastung während eines Schubs vermeiden
Gelenkpflege:
- Schienen oder orthopädische Hilfsmittel gemäß ärztlicher Empfehlung verwenden
- Wärmeanwendungen zur Verringerung der Steifigkeit und Kälteanwendungen zur Reduktion der Schwellung gemäß ärztlicher Empfehlung
Psychische Gesundheit:
- Rheumatoide Arthritis kann die Psyche beeinflussen. Bei Stress, Angst oder Depression sollte ärztlicher Rat eingeholt werden
Infektionsprophylaxe:
- Patientinnen und Patienten unter Biologics oder JAK-Inhibitoren haben eine reduzierte Immunabwehr. Menschenansammlungen während Grippewellen vermeiden und Impfungen gemäß ärztlicher Empfehlung erhalten, z. B. Influenza- und Pneumokokkenimpfung
Ernährung für Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis
Die Ernährung ist wichtig, um Schmerzen und Entzündungen bei rheumatoider Arthritis zu reduzieren, darunter:
- Lebensmittel, die empfohlen werden
- Fisch wegen seines hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren und antioxidativer Wirkung; entzündungshemmend, z. B. Lachs, Thunfisch, Makrele
- Buntes Obst und Gemüse wirkt entzündungshemmend im Körper und an den Gelenken, z. B. Beeren, Brokkoli, Orangen, Äpfel
- Olivenöl enthält keine Omega-6-Fette, die Entzündungen fördern; jedoch in angemessener Menge konsumieren
- Vollkornprodukte wirken entzündungshemmend und können Schmerzen lindern, z. B. Vollkornreis, Hafer, Gerste
- Hülsenfrüchte reduzieren Schmerz und Entzündung und liefern Protein zur Stärkung der Muskulatur um die Gelenke
- Ausreichend trinken da Dehydration Schmerzen oder Spannungsgefühl in den Gelenken verstärken kann
- Lebensmittel, die vermieden werden sollten
- Verarbeitete Lebensmittel wegen hohem Salz- und Natriumgehalt, z. B. Instantnudeln, Eingelegtes, Gepökeltes, rotes Fleisch, Würstchen, Schinken, Bacon
- Transfette da sie Entzündungen fördern, z. B. frittierte Speisen, Fast Food, Knabberprodukte
- Zuckerreiche Lebensmittel da sie Entzündungen und freie Radikale fördern, z. B. Softdrinks, Milchteegetränke, Süßigkeiten
- Stärkereiche Lebensmittel da sie Schübe begünstigen und Gewichtszunahme fördern, z. B. Brot, Pasta, Pizza
- Alkoholische Getränke strikt vermeiden, da sie Entzündungen verstärken und die Wirkung mancher Medikamente beeinträchtigen
Vorbeugung und Verlangsamung des Krankheitsverlaufs
Auch wenn eine vollständige Vorbeugung nicht möglich ist, können Verhaltensanpassungen das Risiko senken und das Fortschreiten verlangsamen.
- Rauchstopp — da Rauchen der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor ist
- Gewicht im Normalbereich halten, anhand des BMI (Body Mass Index)
- Regelmäßig bewegen, mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater Intensität
- Omega-3-reiche Ernährung durch Seefisch, Olivenöl, Nüsse sowie buntes Obst und Gemüse
- Stressmanagement durch Meditation, Yoga oder angenehme Aktivitäten, da Stress Entzündungen fördern kann
- Ausreichend schlafen, mindestens 7–8 Stunden pro Nacht, damit sich der Körper regenerieren kann
- Jährliche Gesundheitschecks und frühzeitige ärztliche Abklärung bei Gelenkschwellung/-schmerzen länger als 6 Wochen, insbesondere bei erhöhtem Risiko
Häufig gestellte Fragen zur rheumatoiden Arthritis (FAQ)
Kann rheumatoide Arthritis vollständig geheilt werden?
Derzeit gibt es keine vollständige Heilung, jedoch lässt sich die Erkrankung in einen ruhigen Zustand (Remission) bringen und kontrollieren. Viele Betroffene können bei korrekter und kontinuierlicher Behandlung ein normales Leben führen. Zentrales Ziel ist die Vermeidung von Gelenkschäden und der Erhalt der Lebensqualität. Ein eigenständiges Absetzen der Medikamente ohne ärztliche Rücksprache kann zu Schüben und dauerhaften Gelenkschäden führen.
Worin unterscheidet sich rheumatoide Arthritis von Arthrose?
Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Gelenke angreift. Sie tritt häufig bei jüngeren bis mittelalten Menschen auf, geht oft mit länger anhaltender Morgensteifigkeit einher und betrifft meist beide Seiten gleichzeitig. Arthrose hingegen entsteht durch alters- und belastungsbedingten Verschleiß, tritt häufiger bei älteren Menschen auf und die Beschwerden bessern sich oft nach Schonung. Die Behandlung beider Erkrankungen unterscheidet sich grundlegend, daher ist eine korrekte Diagnose besonders wichtig.
Können Patientinnen mit rheumatoider Arthritis schwanger werden?
Patientinnen mit rheumatoider Arthritis können schwanger werden, sollten dies jedoch sorgfältig gemeinsam mit der Ärztin/dem Arzt planen. Da bestimmte Medikamente wie Methotrexat und Leflunomid ein Risiko für den Fetus darstellen, müssen sie vor einer Schwangerschaft rechtzeitig abgesetzt werden. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden während der Schwangerschaft aufgrund hormoneller Veränderungen, jedoch kommt es häufig nach der Geburt zu einem Aufflammen. Eine Betreuung durch ein erfahrenes Ärzteteam ist daher wichtig.
Kann rheumatoide Arthritis auch andere Organe außer den Gelenken betreffen?
Ja. Rheumatoide Arthritis ist nicht nur eine Gelenkerkrankung, sondern kann den gesamten Körper betreffen. Mögliche extraartikuläre Manifestationen sind u. a. Lungenerkrankungen, Perikarditis, trockene und gerötete Augen, Anämie sowie Rheumaknoten unter der Haut. Außerdem ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen höher als in der Allgemeinbevölkerung, weshalb eine umfassende ganzheitliche Betreuung notwendig ist.
Wie lange müssen Medikamente eingenommen werden?
In der Regel ist eine langfristige Therapie erforderlich; manche Patientinnen und Patienten müssen Medikamente lebenslang einnehmen. Ein Absetzen – selbst bei Remission – birgt ein hohes Risiko für Schübe und dauerhafte Gelenkschäden. Bei länger anhaltender und vollständiger Remission kann die Ärztin/der Arzt jedoch eine schrittweise Dosisreduktion erwägen, unter engmaschiger Kontrolle. Eigenständiges Absetzen ist strikt zu vermeiden.
Bei welchen Symptomen sollte man eine Rheumatologin/einen Rheumatologen aufsuchen?
Eine rasche fachärztliche Abklärung ist angezeigt bei geschwollenen, geröteten, überwärmten und schmerzhaften Gelenken – insbesondere an Fingergelenken, Handgelenken oder Sprunggelenken – beidseits gleichzeitig, zusammen mit Morgensteifigkeit länger als 30–60 Minuten, über mehr als 6 Wochen, sowie chronischer Müdigkeit, leichtem Fieber oder Gewichtsverlust. Eine frühe Diagnose und ein Therapiebeginn innerhalb von 3–6 Monaten nach Symptombeginn liefern die besten Ergebnisse zur Vermeidung dauerhafter Behinderung.
Krankenhaus mit Expertise in der Behandlung rheumatoider Arthritis
Zentrum für Innere Medizin – Rheumatologie, Bangkok Hospital betreut Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis und Autoimmunerkrankungen umfassend – von der Diagnostik bis zur langfristigen Behandlung – durch ein spezialisiertes rheumatologisches Ärzteteam mit moderner Technologie. Die Behandlung erfolgt nach dem international etablierten Treat-to-Target-(T2T)-Ansatz sowie mit individuellen Physiotherapieprogrammen, um die Erkrankung zu kontrollieren, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.






