Wenn bei Patientinnen und Patienten eine terminale chronische Nierenerkrankung diagnostiziert wird, ist das Erste, worüber sich viele Sorgen machen, die Hämodialyse oder die Peritonealdialyse, die Zeit erfordern und das tägliche Leben unvermeidlich beeinträchtigen. Heutzutage gibt es jedoch in der Medizin eine Behandlungsoption mit guten Ergebnissen: die Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse (Pre-emptive Kidney Transplantation). Dabei wird eine neue Niere transplantiert, bevor der Körper den Zeitpunkt erreicht, an dem eine Nierenersatztherapie durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse notwendig wird.
Was ist eine Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse?
Die Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse (Pre-emptive Kidney Transplantation) bedeutet, eine Nierentransplantationsoperation frühzeitig zu planen, in der Phase, in der die ursprüngliche Niere kurz davor ist, ihre Funktion zu verlieren (CKD Stadium 4 mit Tendenz zur Dialysepflicht oder Stadium 5), ohne abwarten zu müssen, bis ein dauerhafter Gefäßzugang für die Hämodialyse angelegt wird oder die Vorbereitung für die Peritonealdialyse erfolgt. Eine Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse kann bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung durchgeführt werden, wenn eGFR <10 ml/min/1.73m2.

Warum eine Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse?
Ärztinnen und Ärzte empfehlen eine Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse (Pre-emptive Kidney Transplantation), weil sie für Patientinnen und Patienten in vielerlei Hinsicht Vorteile bietet, darunter:
- Längere Funktionsdauer der neuen Niere Die auf diese Weise transplantierte Niere funktioniert häufig gut und hat eine längere Funktionsdauer. Zudem ist die Rate des Organversagens niedriger als bei Transplantationen, nachdem Patientinnen und Patienten bereits dialysiert wurden.
- Geringeres Risiko einer Organabstoßung Da der Körper noch nicht durch Dialyseprozesse oder Bluttransfusionen stimuliert wurde, reagiert das Immunsystem besser auf die neue Niere.
- Keine Erschöpfung durch die Dialyse Patientinnen und Patienten vermeiden vollständig die Auswirkungen der Hämodialyse, z. B. Müdigkeit, Einschränkungen bei Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie den Zeitverlust durch mehrere Tage pro Woche in einer medizinischen Einrichtung.
- Langfristige Kosteneinsparung Gesundheitsökonomische Studien in Thailand zeigen, dass eine Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse von einer lebenden verwandten Spenderin bzw. einem lebenden verwandten Spender langfristig die besten Kosteneinsparungen ermöglicht, verglichen mit der lebenslangen Belastung durch Dialysekosten.
- Bessere Lebensqualität Patientinnen und Patienten können wieder arbeiten, lernen und normal mit der Familie leben und gewinnen mehr Freiheit.

Wer kann eine Pre-emptive Kidney Transplantation erhalten?
Bei der Pre-emptive Kidney Transplantation werden in Thailand Organe von lebenden Spenderinnen und Spendern (Living Donor) verwendet, da Nieren von verstorbenen Spenderinnen und Spendern über das Thailändische Rote Kreuz meist nur Patientinnen und Patienten zugeteilt werden, die bereits im Dialyseprozess sind. Es gelten folgende Kriterien:
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Patientin/Patient (Empfängerin/Empfänger) |
Nierenspenderin/Nierenspender (Living Donor) |
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Grad der Nierenfunktionsverschlechterung: CKD Stadium 5 mit Tendenz zur Dialysepflicht (eGFR < 10 ml/min/1.73m2 oder Urämie) |
Nierenfunktion: Die glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) liegt über 90 ml/min/1.73m2; wenn eine Proteinurie festgestellt wird, darf sie nur innerhalb der festgelegten Grenzwerte liegen. |
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Allgemeiner Gesundheitszustand: Keine schwere, noch nicht kontrollierbare Infektion und keine Krebserkrankung (bei vorausgegangener Erkrankung muss seit 2–5 Jahren eine vollständige Heilung vorliegen) |
Gesundheit: Körperlich gesund, keine Vorgeschichte von Nierenerkrankungen, Diabetes oder schwer kontrollierbarem Bluthochdruck, und ein Body-Mass-Index (BMI) von nicht mehr als 35 kg/m2 |
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Körperlicher Zustand: Keine schweren Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, die ein Operationsrisiko darstellen, sowie keine schweren psychiatrischen Probleme |
Rechtliche Beziehung: Muss eine blutsverwandte Person sein (z. B. Vater, Mutter, Kind, Geschwister) oder eine rechtmäßig eingetragene Ehepartnerin/ein rechtmäßig eingetragener Ehepartner bzw. ein Paar, das nachweislich offen zusammenlebt, seit mindestens 3 Jahren (bei gemeinsamen leiblichen Kindern ist das Abwarten der 3 Jahre nicht erforderlich) |
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(Hinweis: Die Spende einer Niere verkürzt die Lebenserwartung nicht. Spenderinnen und Spender können ein normales Leben führen. Der Handel mit Organen ist strikt illegal.) |
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Wie bereitet man sich vor der Operation vor?
Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ab Stadium 4 sollten frühzeitig eine spezialisierte Ärztin bzw. einen spezialisierten Arzt mit entsprechender Expertise konsultieren, um eine Spenderin/einen Spender zu finden, die/der die vorgegebenen Beziehungskriterien erfüllt, den Gesundheitszustand und die Operationsfähigkeit zu beurteilen und die Gewebeverträglichkeit zwischen Spenderniere und Empfängerniere zu prüfen.

Wie pflegt man sich nach der Operation?
- Immunsuppressiva einnehmen Patientinnen und Patienten müssen Immunsuppressiva lebenslang strikt und pünktlich einnehmen, um eine Abstoßungsreaktion zu verhindern.
- Sexuelle Gesundheit und Kinderwunsch Patientinnen und Patienten, sowohl Männer als auch Frauen, können normal Geschlechtsverkehr haben. Für Patientinnen empfiehlt die Ärztin/der Arzt eine strikte Empfängnisverhütung für mindestens 1 Jahr nach der Operation. Bei Kinderwunsch sollte im Voraus eine ärztliche Beratung erfolgen, um die Eignung zu beurteilen und die Medikation so anzupassen, dass sie für den Fötus sicher ist.
- Rückkehr in den Alltag Die meisten Patientinnen und Patienten können innerhalb von 4–8 Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder normal arbeiten oder ihren Alltag wie gewohnt führen.
Risiken einer Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse
Auch nach einer Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse gilt man weiterhin als Patientin/Patient mit Nierenerkrankung und muss lebenslang Medikamente gegen die Abstoßung einnehmen. Diese Medikamente können Risiken und Nebenwirkungen haben. Daher ist eine engmaschige Betreuung erforderlich und die ärztlichen Anweisungen müssen strikt befolgt werden.
Eine vorausschauende Planung der Nierentransplantation ist eine Chance, wieder ein helles Leben zu führen.
„Warten Sie nicht bis zu dem Tag, an dem eine Dialyse notwendig wird.“
Welches Krankenhaus ist auf Nierentransplantationen vor Beginn der Dialyse spezialisiert?
Das Nierenzentrum des Bangkok Hospital steht bereit für Diagnostik und Behandlung von Nierenerkrankungen bei Patientinnen und Patienten, die eine Nierentransplantation vor Beginn der Dialyse benötigen. Ein erfahrenes Team aus Fachärztinnen und Fachärzten, Pflegekräften und interdisziplinären Spezialistinnen und Spezialisten sowie moderne Geräte und Technologien unterstützen dabei, jeden Tag wieder eine gute Lebensqualität zu erreichen.
Ärztin/Arzt mit Expertise in der Behandlung von Nierenerkrankungen
Dr. med. Irin Jariyayothin Fachärztin für Nephrologie und Nierentransplantation, Nierenzentrum und Dialysezentrum, Bangkok Hospital
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