Nicht wenige Männer mit erektiler Dysfunktion müssen sich mit dem Gefühl des Verlusts an Selbstvertrauen, der Sorge, die Partnerin oder den Partner zu enttäuschen, und dem Unbehagen auseinandersetzen, mit niemandem darüber sprechen zu können. Besonders wenn Medikamente nicht wirken oder andere Methoden nicht zum gewünschten Ergebnis führen, haben viele das Gefühl, keine Optionen mehr zu haben. Eine Penisprothese ist daher eine weitere Option, die Ärztinnen und Ärzte in Betracht ziehen können, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder wenn Betroffene eine dauerhafte, selbst steuerbare Behandlung wünschen – und sie zählt zu den Behandlungsverfahren mit der höchsten Patientenzufriedenheit.
Was ist eine Penisprothese?
Eine Penisprothese (Penile Prosthesis oder Penile Implant) ist ein medizinisches Implantat, das operativ im Penis eingesetzt wird, damit eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion entsprechend dem Bedarf erreicht werden kann. Sie gilt als Therapie der letzten Stufe und als die klarste Lösung bei erektiler Dysfunktion und wird eingesetzt, wenn orale Medikamente, Injektionen oder Vakuumpumpen nicht wirken oder nicht angewendet werden können.
Wissenswertes vor dem Einsetzen einer Penisprothese
- Das Implantat wird vollständig im Körper eingesetzt, ist von außen nicht sichtbar, es ragt kein Teil aus dem Körper heraus und andere können es nicht bemerken.
- Das Einsetzen einer Penisprothese verändert das Gewebe, das die natürliche Erektion ermöglicht, dauerhaft. Dadurch ist nach der Operation keine spontane natürliche Erektion mehr möglich. Daher sollte dies nach dem Ausprobieren anderer Behandlungsoptionen sorgfältig gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt abgewogen werden.
Für wen ist das Einsetzen einer Penisprothese geeignet?
Ärztinnen und Ärzte können das Einsetzen einer Penisprothese bei folgenden Patientengruppen in Betracht ziehen:
- Personen mit erektiler Dysfunktion, die nicht auf orale PDE5-Hemmer ansprechen
- Personen, bei denen Penis-Injektionstherapie oder Vakuumpumpe nicht wirkt oder deren Nebenwirkungen nicht toleriert werden
- Personen mit Kontraindikationen für Medikamente, z. B. bei notwendiger Einnahme von Nitraten bei Herzerkrankungen
- Personen mit schwerer erektiler Dysfunktion infolge von Diabetes oder nach Prostataoperation
- Personen mit ausgeprägter Penisverkrümmung (Peyronie-Krankheit) in Kombination mit erektiler Dysfunktion
- Personen, die eine lang anhaltende Priapismus-Episode hatten, bis hin zu Gewebeschädigungen
- Personen, die eine dauerhafte Behandlung wünschen, ohne bei jedem Geschlechtsverkehr auf Medikamente oder Hilfsmittel angewiesen zu sein
Personen mit einer bestehenden Infektion im Körper, schlecht eingestelltem Diabetes oder ohne ausreichendes Verständnis bzw. mit nicht passenden Erwartungen sollten diese Faktoren zunächst beheben, bevor sie sich einer Operation unterziehen.
Welche Arten von Penisprothesen gibt es?
Es gibt 3 Haupttypen von Penisprothesen, die sich hinsichtlich Mechanismus, Natürlichkeit und Komplexität der Operation unterscheiden.
1) Biegestäbe (malleable) / semirigid (Malleable / Semi – Rigid)
Die einfachste Variante. Sie besteht aus 2 biegbaren, festen Stäben, die in die beiden Schwellkörper eingesetzt werden. Der Anwender biegt den Penis für den Geschlechtsverkehr nach oben und im Alltag nach unten an den Körper anliegend.
2) Zweiteilige aufblasbare Prothese 2 Teile (Two – Piece Inflatable)
Besteht aus 2 aufblasbaren Zylindern im Penis, verbunden mit einer Pumpe, die den Flüssigkeitsbehälter im selben Bauteil im Hodensack integriert – dadurch muss kein separater Reservoirbehälter in der Bauchhöhle platziert werden.
3) Dreiteilige aufblasbare Prothese 3 Teile (Three – Piece Inflatable)
Gilt als der heute am häufigsten verwendete Standard. Sie besteht aus 3 Komponenten: zwei aufblasbaren Zylindern im Penis, einer Steuerpumpe im Hodensack und einem Kochsalz-Reservoir, das hinter dem Schambein platziert wird. Sie liefert die natürlichsten Ergebnisse – sowohl im erigierten als auch im schlaffen Zustand.
Worin unterscheiden sich die verschiedenen Penisprothesen?
Die Unterschiede der 3 Penisprothesen-Typen im Überblick:
|
Thema |
Biegestäbe (semirigid) |
Aufblasbar 2 Teile |
Aufblasbar 3 Teile |
|
Anwendung |
Manuell nach oben – unten biegen |
Pumpe im Hodensack drücken |
Pumpe im Hodensack drücken |
|
Natürlichkeit |
dauerhaft semirigid |
mäßig natürlich |
am natürlichsten |
|
Härte und Umfang |
konstant fest |
geringer als bei 3 Teilen |
am besten |
|
Reservoir in der Bauchhöhle |
nein |
nein (integriert im Hodensack) |
ja (hinter dem Schambein) |
|
Operationskomplexität |
am geringsten |
mittel |
am höchsten |
|
Mechanische Haltbarkeit |
sehr hoch (keine beweglichen Teile) |
gut |
gut (im Mittel etwa 20 Jahre) |
|
Geeignet für |
Personen mit eingeschränkter Handfunktion oder begrenztem Budget |
Personen, die ein Reservoir in der Bauchhöhle vermeiden müssen |
Personen, die das natürlichste Ergebnis wünschen |
Zusammengefasst hat die Biegestab-Prothese den Vorteil einer einfachen Operation und einer hohen Haltbarkeit, da keine beweglichen Teile vorhanden sind. Sie eignet sich für Personen, denen das Drücken einer Pumpe schwerfällt z. B. bei schwerer Arthritis oder Rückenmarksverletzung. Einschränkend ist, dass der Penis dauerhaft semirigid bleibt, was sich bei manchen schwer unter der Kleidung verbergen lässt und weniger natürlich wirkt.
Die dreiteilige aufblasbare Prothese liefert das natürlichste Ergebnis – sowohl hinsichtlich der Härte bei Nutzung als auch des schlaffen Zustands im Alltag – und hat die höchste Zufriedenheit, erfordert jedoch eine komplexere Operation. Die zweiteilige Variante ist eine Mitteloption für Personen, die ein aufblasbares System wünschen, aber die Platzierung eines Reservoirs in der Bauchhöhle vermeiden sollten, z. B. nach Beckenoperationen, nach Bestrahlung oder nach Nierentransplantation.
Interessant ist: Von den Personen, die zunächst mit Biegestäben beginnen, entscheiden sich etwa 7.7% später für einen Wechsel zur dreiteiligen aufblasbaren Prothese, während nur etwa 0.2% in die umgekehrte Richtung wechseln. Dies spiegelt die höhere Zufriedenheit mit aufblasbaren Systemen wider. Dennoch sind Biegestäbe eine gute und zuverlässige Option für geeignete Patientinnen und Patienten. Die Wahl des Typs sollte daher gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt anhand von Anatomie, Vorerkrankungen, Handgeschicklichkeit, Operationsvorgeschichte und Budget erfolgen.
Wie funktioniert eine Penisprothese?
- Biegestäbe Die eingesetzten Stäbe bleiben stets fest, können jedoch nach Bedarf gebogen werden. Für den Geschlechtsverkehr wird der Penis mit der Hand nach oben gebogen; danach wird er wieder nach unten an den Körper angelegt, um im Alltag unauffällig zu sein. Es sind weder Pump- noch Entleerungsschritte erforderlich.
- Aufblasbare Prothese Im System befindet sich steriles Kochsalz im Reservoir. Für eine Erektion drückt der Anwender mehrfach eine kleine Pumpe, die im Hodensack verborgen ist. Dadurch wird das Kochsalz in die Zylinder im Penis gepresst, der Penis vergrößert sich und wird steif. Nach dem Geschlechtsverkehr wird das Entleerungsventil an der Pumpe betätigt; das Kochsalz fließt zurück in das Reservoir, und der Penis kehrt in den schlaffen Normalzustand zurück.
Die gesamte Kontrolle liegt beim Patienten selbst: Zeitpunkt und Dauer können frei gewählt werden, ohne auf die Wirkung von Medikamenten warten zu müssen, und ohne Begrenzung der Häufigkeit. Ärztinnen/Ärzte und Pflegepersonal erklären die Bedienung vor der tatsächlichen Nutzung ausführlich; die meisten Patientinnen und Patienten kommen nach kurzer Zeit sicher damit zurecht.
Vorbereitung vor dem Einsetzen einer Penisprothese
Eine gute Vorbereitung wirkt sich direkt auf den Operationserfolg aus und hilft, das Risiko von Komplikationen zu senken. Zu den Maßnahmen der Ärztin/des Arztes und den Vorbereitungen durch den Patienten gehören:
- Beratung und Abgleich realistischer Erwartungen Die Ärztin/der Arzt erklärt den Prothesentyp, die Handhabung, realistisch zu erwartende Ergebnisse hinsichtlich Härte und Länge sowie die Einschränkung, dass eine natürliche Erektion danach nicht mehr möglich ist. Dieser Schritt ist sehr wichtig; empfohlen wird, dass die Partnerin/der Partner ebenfalls teilnimmt.
- Blutzuckereinstellung Menschen mit Diabetes sollten den Blutzucker vor der Operation gut einstellen. Es gibt Daten, dass ein HbA1c von etwa 8 – 8.5% oder höher mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden ist.
- Infektionen suchen und behandeln Es darf keine Infektion im Körper vorliegen, insbesondere keine Harnwegsinfektion. Die Ärztin/der Arzt kann vor der Operation eine Urinuntersuchung und Kultur veranlassen.
- Rauchen einstellen und Gewicht kontrollieren Rauchen und Adipositas erhöhen das Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen.
- Dauermedikation überprüfen Informieren Sie die Ärztin/den Arzt über alle Medikamente, insbesondere Antikoagulanzien oder Thrombolytika, die ggf. nach ärztlicher Anweisung vorübergehend pausiert werden müssen.
- Hygienevorbereitung und Antibiotika Vor der Operation werden prophylaktisch Antibiotika gegeben, die Haut im Operationsbereich mit Antiseptikum gereinigt, und ggf. wird empfohlen, die Behaarung am OP-Tag zu rasieren.
- Nüchternheit gemäß Vorgaben vor dem OP-Saal und es sollte eine Begleitperson organisiert werden, die nach der Entlassung nach Hause bringt.
Ablauf der Operation zum Einsetzen einer Penisprothese
Die Operation zum Einsetzen einer Penisprothese wird von einer spezialisierten Urologin bzw. einem spezialisierten Urologen durchgeführt. Üblicherweise umfasst sie folgende Schritte:
- Anästhesie: entweder Vollnarkose oder Spinalanästhesie, abhängig von der Beurteilung durch Ärztin/Arzt und Anästhesieteam.
- Ein kleiner Hautschnitt. Häufige Zugänge sind der Übergang zwischen Penisbasis und Hodensack (penoskrotal) oder oberhalb des Schambeins (infrapubisch) . Die Narbe ist meist klein und an einer schwer einsehbaren Stelle.
- Eröffnung der beiden Schwellkörperhöhlen, vorsichtige Dilatation und präzise Längenmessung, um die passende Zylinder-/Stabgröße für den jeweiligen Patienten auszuwählen.
- Einsetzen der Zylinder bzw. Stäbe in beide Schwellkörper und Ausrichtung in der geeigneten Position.
- Bei aufblasbaren Systemen wird die Steuerpumpe im Hodensack platziert; beim 3-Teile-System zusätzlich das Kochsalz-Reservoir hinter dem Schambein. Anschließend werden die Verbindungsschläuche angeschlossen.
- Funktionsprüfung durch mehrfaches Aufpumpen und Entleeren im OP, um die korrekte Funktion und eine passende Form zu bestätigen.
- Schichtweiser Wundverschluss; das System verbleibt in dem von der Ärztin/dem Arzt festgelegten Zustand. Zu Beginn kann vorübergehend ein Blasenkatheter gelegt werden.
Die Operation dauert etwa 1 – 2 Stunden. Die meisten Patientinnen und Patienten bleiben etwa 1 – 2 Tage im Krankenhaus und können dann nach Hause. Die Erfahrung der Operateurin/des Operateurs beeinflusst das Ergebnis deutlich; Daten zeigen, dass mit höherer Fallzahl bessere Ergebnisse erzielt werden – bis zu etwa 15 Fälle pro Jahr.
Nachsorge nach dem Einsetzen einer Penisprothese
Die konsequente Einhaltung der Empfehlungen unterstützt eine reibungslose Genesung und senkt das Risiko von Komplikationen.
- In den ersten 1 – 2 Wochen sind Schwellung und Schmerzen im Operationsbereich häufig und normal. Linderung durch verordnete Schmerzmittel, Kühlen nach Anleitung, ausreichend Ruhe sowie Vermeidung von schwerem Heben und starker körperlicher Belastung.
- Wundpflege: Wunde gemäß Anleitung sauber und trocken halten, Antibiotika vollständig wie verordnet einnehmen. Auf Warnzeichen achten, z. B. zunehmende Rötung, Eiteraustritt, ungewöhnlich stärkere Schmerzen oder Fieber – dann sofort ärztlich vorstellen.
- Nutzung des Implantats: In der Regel wird etwa 4 – 6 Wochen gewartet, bis die Wunde gut verheilt und die Schwellung zurückgegangen ist, bevor die Anwendung geschult und das System tatsächlich aktiviert wird. Nicht eigenständig vor ärztlicher Freigabe verwenden.
- Rückkehr zum Geschlechtsverkehr: nachdem die Ärztin/der Arzt eine gute Wundheilung bestätigt und die Anwendung erklärt hat – meist etwa 6 Wochen nach der Operation.
- Alle Kontrolltermine wahrnehmen, um Wundheilung, Funktion des Implantats und die sichere Handhabung zu beurteilen und zu üben.
Vorteile einer Penisprothese
- Höchste Zufriedenheit unter den Behandlungen der erektilen Dysfunktion Die Patientenzufriedenheit liegt bei etwa 75% bis über 90% und die Zufriedenheit der Partnerinnen/Partner bei etwa 88% – höher als bei anderen Behandlungsoptionen.
- Verlässliche Wirkung und selbst steuerbar Erektion jederzeit nach Bedarf, ohne auf Medikamentenwirkung zu warten, ohne Injektionen vor dem Geschlechtsverkehr und ohne Begrenzung der Dauer oder Häufigkeit.
- Privat und von außen nicht sichtbar Das Implantat liegt vollständig im Körper; es ragt nichts heraus.
- Keine medikamentenbedingten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gesichtsrötung oder verstopfte Nase; anwendbar bei Personen mit Kontraindikationen gegen Medikamente, z. B. bei Nitrateinnahme.
- Lange Haltbarkeit und Langzeitlösung Moderne aufblasbare Systeme haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 20 Jahren; etwa 87% funktionieren nach 5 Jahren und 77% nach 10 Jahren noch. Biegestäbe sind sehr robust, da keine beweglichen Teile vorhanden sind.
- Kann Begleitprobleme mitlösen Bei gleichzeitiger Penisverkrümmung kann das Implantat die Fehlkrümmung mitkorrigieren.
- Stärkt Selbstvertrauen und Lebensqualität für eine bessere Beziehung und weniger Leistungsangst.
Risiken oder mögliche Komplikationen beim Einsetzen einer Penisprothese
Dank moderner Implantate und Operationstechniken sind schwere Komplikationen heute selten. Dennoch sollten Patientinnen und Patienten vor der Entscheidung vollständig informiert sein.
- Infektion Die wichtigste Komplikation, da bei Auftreten meist das Implantat entfernt werden muss. Neue, antibiotikabeschichtete Modelle senken die Infektionsrate um etwa die Hälfte – von etwa 2.3% auf etwa 0.9% . Die meisten Studien berichten Raten unter 5% , und große Real-World-Daten liegen bei etwa 1.5 – 3% . Das Risiko steigt bei schlecht eingestelltem Diabetes, Adipositas, Rückenmarksverletzung und Revisionseingriffen.
- Mechanische Probleme des Implantats Eher bei aufblasbaren Systemen mit beweglichen Teilen, z. B. Leckage oder Pumpenfehlfunktion. Beim 3 -Teile-System liegt das langfristige Risiko einer Korrekturoperation bei etwa 5.5% . Bei Verschleiß kann das Implantat operativ ausgetauscht werden.
- Erosion/Perforation des Gewebes Druckbedingte Ausdünnung bis zum Durchbruch; selten, meist unter 5% , etwas häufiger bei Biegestäben, insbesondere bei verminderter Sensibilität im Penisbereich.
- Unbeabsichtigtes Selbstaufpumpen Selten bei aufblasbaren Systemen und durch Sperrventile in modernen Modellen deutlich reduziert.
- Abknicken der Penisspitze Durch unzureichende Abstützung der Spitze; kann durch einen zusätzlichen Eingriff korrigiert werden.
- Chronische Schmerzen oder veränderte Sensibilität Selten. In der Regel bessern sich Schmerzen innerhalb von 4 – 6 Wochen; bei manchen, z. B. bei Diabetes, kann es länger dauern.
- Gefühl einer Verkürzung des Penis Manche empfinden den Penis als etwas kürzer. Dies ist häufig eher auf bereits vor der Operation bestehende Gewebeveränderungen zurückzuführen (z. B. langjährige erektile Dysfunktion, Peyronie-Krankheit oder nach Prostataoperation) als auf die Operation selbst. Daher ist die Besprechung der Erwartungen vor der Operation wichtig.
Die Wahl der Einrichtung, einer erfahrenen Operateurin/eines erfahrenen Operateurs sowie eine gute präoperative Vorbereitung sind von größter Bedeutung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q: Macht eine Penisprothese den Penis größer?
A: Das Einsetzen einer Penisprothese hat nicht das Ziel, die Penisgröße zu vergrößern, und macht den Penis nicht größer oder länger als zuvor. Es hilft jedoch, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen. Im OP misst die Ärztin/der Arzt die Länge der Schwellkörperhöhlen sehr genau, um ein für den jeweiligen Patienten passendes Implantat zu wählen. Das Ergebnis entspricht in der Regel ungefähr der bisherigen erigierten Größe. Dass manche Patienten nach der Operation das Gefühl haben, der Penis sei etwas kürzer, liegt meist eher an bereits vor der Operation bestehenden Gewebeveränderungen, z. B. durch langjährige erektile Dysfunktion, Peyronie-Krankheit oder nach Prostataoperation, als am Implantat selbst. Deshalb ist es sehr wichtig, die Erwartungen zur Größe vor der Operation mit der Ärztin/dem Arzt zu besprechen.
Q: Beeinflusst eine Penisprothese den Orgasmus?
A: Grundsätzlich dient eine Penisprothese nur dazu, eine Erektion zu ermöglichen. Sie stört weder die sensiblen Nerven noch das Hormonsystem und beeinträchtigt daher den Orgasmus nicht. Das Einsetzen einer Penisprothese hat folgende Auswirkungen:
- Das sexuelle Empfinden der Haut bleibt gleich da die Nerven für die Haut- und Eichel-Sensibilität andere Nerven sind als die Schwellkörper, in die das Implantat eingesetzt wird. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden daher normal; vorübergehende Veränderungen kurz nach der OP sind möglich und bessern sich meist nach vollständiger Wundheilung.
- Das sexuelle Verlangen bleibt unverändert da es durch Testosteron und das Gehirn gesteuert wird und die Operation dies nicht beeinflusst. Praktisch berichten viele, dass das Verlangen zunimmt, weil das Selbstvertrauen zurückkehrt und die Sorge um die Erektion abnimmt.
- Die Erektion erfolgt durch den Mechanismus des Implantats statt durch den natürlichen Mechanismus – dadurch ist eine Erektion jederzeit ohne Reiz oder Medikamentenwirkung möglich; nach der OP ist eine natürliche spontane Erektion jedoch nicht mehr möglich.
- Der Orgasmus ist weiterhin normal möglich, da er ein Mechanismus des Nervensystems und des Gehirns ist und nicht von der Erektion abhängt. Wer vor der Operation einen Orgasmus erreichen konnte, kann dies in der Regel auch danach.
- Die Ejakulation wird durch das Implantat nicht beeinflusst, da sie von Prostata, Samenbläschen und Harnröhre abhängt, die durch die Operation nicht beeinträchtigt werden. Wenn jedoch bereits zuvor Ejakulationsprobleme bestanden, z. B. retrograde Ejakulation oder fehlende Ejakulation nach Prostataoperation, bleiben diese unverändert, da die Ursachen andere sind.
- Fruchtbarkeit Eine Penisprothese macht nicht unfruchtbar und beeinflusst weder die Spermienproduktion in den Hoden noch den Testosteronspiegel. Patienten mit normaler Ejakulation können daher weiterhin entsprechend ihrem bisherigen Potenzial Kinder zeugen. Bei Kinderwunsch sollte die Ärztin/der Arzt informiert werden, um die Fertilität mit zu beurteilen.
Q: Tut das Einsetzen einer Penisprothese weh?
A: Während der Operation spürt man keine Schmerzen, da eine Anästhesie (Vollnarkose oder Spinalanästhesie) erfolgt. Nach der Operation sind in den ersten 1 – 2 Wochen Schwellung und Wundschmerzen üblich und lassen sich mit den von der Ärztin/dem Arzt verordneten Schmerzmitteln gut kontrollieren. In der Regel bessern sich die Beschwerden deutlich innerhalb von 4 – 6 Wochen. Bei manchen Gruppen, z. B. bei Diabetes, kann die Erholung länger dauern und die Schmerzen können länger anhalten. Chronische Schmerzen nach der Operation sind selten. Bei ungewöhnlich zunehmenden Schmerzen, stärkerer Rötung/Schwellung, Eiteraustritt oder Fieber sollte sofort eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden, da dies auf eine Infektion hinweisen kann.
Q: Wie lange hält eine Penisprothese?
A: Moderne aufblasbare Systeme haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 20 Jahren. Daten zeigen, dass etwa 87% nach 5 Jahren und etwa 77% nach 10 Jahren noch gut funktionieren. Neue Modelle tendieren zu längerer Haltbarkeit. Biegestäbe sind sehr langlebig, da keine beweglichen Teile vorhanden sind. Wenn das Implantat in Zukunft verschleißt oder nicht richtig funktioniert, kann es operativ ersetzt werden. Regelmäßige Kontrollen und die Nutzung gemäß ärztlicher Anleitung helfen, die Lebensdauer zu verlängern und Probleme früh zu erkennen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und kann keine individuelle medizinische Beratung ersetzen. Bei Erektionsproblemen oder wenn Sie eine Behandlung erwägen, sollten Sie eine Fachärztin/einen Facharzt konsultieren.
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