Wenn Ihr geliebtes Kind krank ist, gehört zu den Dingen, die Eltern am meisten beunruhigen, die Beobachtung, dass Ihr Kind ungewöhnlich schnell oder stärker als sonst atmet. Diese Symptome können lediglich ein natürlicher Mechanismus des Körpers sein oder ein Warnsignal für ein verborgenes Problem der Atemwege. Dieser Artikel hilft Ihnen als Eltern zu verstehen, wodurch eine schnelle Atmung (Tachypnoe) bei Kindern verursacht wird, wie man die Atemfrequenz korrekt zählt, und gibt Empfehlungen zur ersten Versorgung, damit Ihr Kind sicher bleibt und Sie als Eltern besonnen reagieren können.
Warum atmet mein Kind schnell? Ursachen, die dazu führen, dass Säuglinge kräftig und schnell atmen

Die Hauptursachen, die dazu führen können, dass Säuglinge kräftiger und schneller als normal atmen, lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Ursachen durch natürliche Körpermechanismen (nicht gefährlich)
Manchmal ist es so, dass ein Säugling kräftig und schnell atmet, ohne dass eine Störung vorliegt. Es kann eine natürliche Reaktion des Körpers sein, z. B. wenn der Säugling stark weint, aufgeregt oder erschrocken ist, oder bei lebhaften Kindern nach dem Rennen oder Sport. Sobald das Kind ausruht oder sich beruhigt, normalisiert sich die Atemfrequenz meist allmählich von selbst.
Ursachen durch Erkrankungen
Wenn Sie als Eltern beobachten, dass Ihr Kind krank ist und schnell atmet, selbst im Sitzen in Ruhe oder im Schlaf, liegt die Ursache häufig in einer körperlichen Erkrankung, z. B.:
- Infektionen der Atemwege: z. B. Lungenentzündung (Pneumonie), Bronchitis oder eine RSV-Virusinfektion, die zu einer Verengung der Atemwege führt, sodass der Körper schneller atmen muss, um ausreichend Sauerstoff aufzunehmen.
- Asthma oder Allergien: Dadurch reagieren die Bronchien empfindlich auf Auslöser, verkrampfen sich und das Atmen fällt schwer.
- Hohes Fieber: Bei Fieber steigt der Energieumsatz, und der Körper versucht Wärme abzugeben. Das ist ein Grund dafür, dass das Kind kräftig , schnell atmet und das Herz schneller schlägt als normal, wenn das Fieber hoch ist.
Tabelle: Richtwerte der normalen Atemfrequenz bei Kindern nach Alter
Da Kinder in verschiedenen Altersstufen eine unterschiedliche Körperstruktur und Lungengröße haben, ist die Atemfrequenz nicht gleich. Sie können die folgenden Richtwerte nutzen, um erste Auffälligkeiten einzuschätzen.
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Altersgruppe |
Normale Atemfrequenz (Atemzüge/Minute) |
Atemfrequenz, die als ungewöhnlich schnell gilt |
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Neugeborene – 2 Monate |
30 – 60 |
mehr als 60 Atemzüge/Minute |
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Säuglinge 2 Monate – 1 Jahr |
25 – 50 |
mehr als 50 Atemzüge/Minute |
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Kleinkinder (1–3 Jahre) |
20 – 40 |
mehr als 40 Atemzüge/Minute |
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Kinder ab 5 Jahren |
15 – 30 |
mehr als 30 Atemzüge/Minute |
So erkennen Sie Auffälligkeiten, wenn Ihr Kind im Alter von 0–3 Jahren schnell atmet
Auch wenn Kleinkinder ähnliche Richtwerte für die Atemfrequenz haben, unterscheiden sich Entwicklung und Kommunikation. Daher können Eltern Auffälligkeiten anhand des Verhaltens des Kindes in den jeweiligen Altersstufen beobachten:
Neugeborene – 1 Jahr (Beobachtung beim Trinken und an den Nasenflügeln)
Das Atemsystem in diesem Alter kann von Natur aus noch unregelmäßig arbeiten. Ein wichtiger Hinweis ist das „Trinken“. Wenn Ihr Kind beim Trinken häufig unterbricht, um nach Luft zu schnappen, sich verschluckt oder ein stöhnendes Geräusch im Hals macht, und zudem die Nasenflügel beim Einatmen deutlich ein- und auswärts arbeiten, ist das ein Zeichen, dass der Säugling beim Atmen mehr Kraft aufwenden muss als normal.
Alter 1 Jahr (Beobachtung beim Essen und Schlafen)
Wenn Sie eine Situation beobachten, in der Ihr 1‑jähriges Kind schnell atmet, kann es sein Befinden noch nicht mitteilen. Daher ist die Beobachtung grundlegender Verhaltensweisen wichtig. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind weniger trinkt oder isst, nach wenigen Schlucken/ Bissen pausieren muss, um zu schnaufen, oder beim Schlafen quengelig und unruhig ist und dabei kräftig atmet, sollten Sie die Atemfrequenz umgehend überprüfen.
Alter 2 Jahre (Atemnot durch Spielen vs. Krankheit unterscheiden)
In diesem Alter, in dem Kinder aktiver rennen und spielen, ist bei der Beobachtung, dass ein 2‑jähriges Kind schnell atmet, entscheidend, zwischen normaler Kurzatmigkeit nach dem Spielen und Kurzatmigkeit durch eine Erkrankung zu unterscheiden. Ein Trick: Lassen Sie Ihr Kind die Aktivität stoppen und ruhig sitzen. Wenn nach 10–15 Minuten der Brustkorb weiterhin schnell auf und ab geht, ist das ein Warnsignal, das beobachtet werden sollte.
Alter 3 Jahre (Beobachtung über Kommunikation und Sprechen)
Kinder in diesem Alter können Bedürfnisse und erste Beschwerden bereits ausdrücken. Wenn Sie beobachten, dass Ihr 3‑jähriges Kind schnell atmet, achten Sie zusätzlich zum Zählen der Atemzüge auf das Sprechen: Wenn das Kind sagt, dass es müde ist, keine längeren Sätze sprechen kann, weil es zwischen dem Sprechen nach Luft schnappen muss, oder deutlich apathischer wirkt und nicht mehr wie gewohnt spielen möchte, kann das ein Hinweis auf Probleme der Atemwege sein.
Wie Sie die Atemzüge Ihres Kindes korrekt zählen

Um zu beurteilen, ob Ihr Kind ungewöhnlich schnell atmet, ist korrektes Zählen notwendig, um möglichst genaue Daten zu erhalten.
- Den passenden Zeitpunkt wählen: Zählen Sie, wenn Ihr Kind ruhig ist, emotional ausgeglichen und nicht weint. Am besten ist es „während das Kind schläft“.
- Zählmethode: Beobachten Sie Brustkorb oder Bauch. Ein vollständiges Heben und Senken gilt als 1 Atemzug. Messen Sie dabei eine volle Minute.
- Zusätzlicher Hinweis: Bei Neugeborenen bis etwa zum Alter von 1 Monat können kurze Atempausen (nicht länger als 10–15 Sekunden) im Wechsel mit schneller Atmung auftreten. Dieses Muster nennt man periodische Atmung bei Säuglingen (Periodic Breathing). Meist ist es ein normaler Mechanismus, da die Atemregulation noch nicht vollständig ausgereift ist. Wenn Ihr Kind jedoch länger als 20 Sekunden nicht atmet, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Welche Begleitsymptome bedeuten, dass kräftiges und schnelles Atmen gefährlich sein kann?
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind kräftig und schnell atmet und zusätzlich die folgenden Warnzeichen auftreten, sollten Sie Ihr Kind so schnell wie möglich ins Krankenhaus bringen.
- Einziehungen am Brustkorb (Chest Retractions) – beim Einatmen sinken die Bereiche zwischen den Rippen, unter dem Rippenbogen oder oberhalb der Schlüsselbeine deutlich ein. Das zeigt, dass das Kind starke Atemhilfsmuskulatur einsetzen muss.
- Pfeifende Atmung (Wheezing) – ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen oder anhaltendes rasselndes Geräusch, auch nachdem der Schleim aus der Nase entfernt wurde.
- Blaue Verfärbung von Lippen, Fingernägeln oder Zehennägeln (Zyanose) – ein Zeichen für einen niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut.
- Deutlich zunehmende Teilnahmslosigkeit – das Kind ist nicht munter, trinkt keine Milch oder kann nicht essen.
Erste Maßnahmen, wenn Ihr Kind heiß ist und schnell atmet
Wenn das Kind zusätzlich Fieber hat, stellen Eltern oft fest, dass das Kind heiß ist, schnell atmet und das Herz stark schlägt – ein natürlicher Mechanismus zur Wärmeabgabe. Die richtigen ersten Maßnahmen können die Beschwerden lindern.
- Waden-/Körperwaschung zur Fiebersenkung: Mit lauwarmem Wasser oder Wasser in Raumtemperatur korrekt abwaschen; dabei die Hautporen öffnen und besonders die Beugenbereiche betonen, um die Wärmeabgabe zu unterstützen.
- Fiebersenkende Medikamente: Es kann Paracetamol für Kinder in Betracht gezogen werden, mit Dosierung nach Körpergewicht (bitte gemäß Empfehlung von Arzt oder Apotheker).
- Häufige kleine Schlucke Wasser: um eine Dehydrierung durch die erhöhte Körpertemperatur zu vermeiden.
- Beobachtung nach Fiebersenkung: Wenn Sie abgewischt und Medikamente gegeben haben und das Fieber gesunken ist, die Atmung jedoch weiterhin angestrengt oder schneller als der Normalbereich ist, sollten Sie Ihr Kind rasch von einem Kinderarzt weiter abklären lassen.
Tipp vom Arzt: So können Eltern die Symptome des Kindes einfach beobachten

Damit die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt klarer und genauer ist, können Eltern mit einfachen Tricks erste Informationen sammeln:
- Während Sie die Atemfrequenz zählen, sollten Sie das Oberteil des Kindes hochziehen, sodass die Haut am Brustkorb und am Bauch gut sichtbar ist, um Einziehungen am Brustkorb zu erkennen.
- Nehmen Sie ein Video (ca. 30–60 Sekunden) in der Phase auf, in der das Kind kräftig atmet, nach Luft ringt oder rasselnde Geräusche hat, um es dem Kinderarzt zur Beurteilung zu zeigen. Das hilft, die Situation so klar wie möglich zu erkennen.
Pädiatrisches Zentrum, Bangkok Hospital – bereit, die Atemwegsgesundheit Ihres Kindes zu betreuen
Wenn Sie besorgt sind, weil Ihr Kind Fieber hat und schnell atmet, ist das Pädiatrische Zentrum des Bangkok Hospital umfassend auf die Versorgung von Kindern vorbereitet. Die Betreuung erfolgt durch ein Team spezialisierter Kinderärzte und erfahrener Pflegefachkräfte, mit Diagnostik und Behandlung von Atemwegserkrankungen und Infektionskrankheiten bei Kindern – in einer kinderfreundlichen Umgebung, um Ängste zu reduzieren, zusammen mit Sicherheitsmaßnahmen, damit Ihr Kind wieder gesund, fröhlich und altersgerecht heranwachsen kann.
Zusammenfassung
Schnelle Atmung bei Kindern kann viele Ursachen haben – sowohl natürliche Mechanismen als auch Erkrankungen. Wenn Sie beobachten, dass Ihr Kind schnell atmet oder ein Säugling laut rasselnd atmet, sollten Sie als Eltern ruhig bleiben, wissen, wie man die Atemfrequenz korrekt zählt, und auf weitere Begleitsymptome achten. Bei Fieber sollten Sie zunächst fiebersenkende Maßnahmen durchführen. Wenn jedoch Warnzeichen auftreten, die auf Atemnot hindeuten, sollten Sie Ihr Kind umgehend zum Arzt bringen. Engmaschige Beobachtung ist der beste Schutz für die Sicherheit Ihres Kindes.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu schneller Atmung bei Kindern
1. Ein Säugling atmet laut rasselnd, hat aber kein Fieber – woran liegt das?
Das kann durch Nasensekret verursacht werden, das die Nasenhöhle verstopft, oder durch eine noch nicht vollständig kräftige Entwicklung des Kehlkopfs beim Säugling (Laryngomalazie). Wenn Ihr Kind jedoch gut trinken kann, gut schläft und sonst munter ist, ist es meist nicht schwerwiegend. Zur Sicherheit sollten Sie dennoch einen Arzt konsultieren.
2. Das Kind atmet nur im Schlaf kräftig und schnell – ist das abnormal?
Wenn Ihr Kind kurz vor dem Einschlafen stark geweint hat oder sich in einer Traumphase (REM-Schlaf) befindet, kann die Atmung vorübergehend schneller werden. Wenn Ihr Kind jedoch die ganze Nacht schnell atmet oder Atemaussetzer/Stocken der Atmung mit auftreten, sollten Sie einen Arzt zur Überprüfung der Atemwegsfunktion aufsuchen.
3. Bei hohem Fieber atmet das Kind schnell und das Herz schlägt stark – zuerst abwaschen oder zuerst fiebersenkende Medikamente geben?
Eltern sollten dem Kind sofort fiebersenkende Medikamente geben und gleichzeitig den Körper korrekt abwaschen, damit die Körpertemperatur möglichst schnell sinkt. Wenn das Fieber zu fallen beginnt, werden sich auch Atemnot und Herzfrequenz allmählich wieder in Richtung Normalzustand verlangsamen.
4. Wie erkennt man Einziehungen am Brustkorb?
Das lässt sich beobachten, indem Sie das Oberteil des Kindes ausziehen und auf den Bereich unter dem Rippenbogen, zwischen den Rippen und oberhalb der Schlüsselbeine schauen. Wenn sich beim Einatmen die Haut in diesen Bereichen deutlich einzieht oder stark einsinkt, ist das ein gefährliches Zeichen dafür, dass das Kind die Atemhilfsmuskulatur stark einsetzen muss – es sollte umgehend ins Krankenhaus gebracht werden.



