Programm zur schnellen Erholung nach Operationen (ERAS: Enhanced Recovery After Surgery)
Das Chirurgiezentrum von Bangkok Hospital legt großen Wert auf den Behandlungsprozess der Patientinnen und Patienten von der Zeit vor der Operation bis zur Zeit nach der Operation, um die Patientinnen und Patienten bestmöglich auf den Eingriff vorzubereiten, postoperative Komplikationen zu reduzieren und die schnellstmögliche Genesung nach der Operation zu fördern – mit dem Programm zur schnellen Erholung nach Operationen ERAS : Enhanced Recovery After Surgery , einem internationalen Standardprogramm, das eine raschere Erholung nach dem Eingriff und eine schnellere Rückkehr in den Alltag ermöglicht

Programm zur schnellen Erholung nach Operationen ERAS : Enhanced Recovery After Surgery
Das Programm zur schnellen Erholung nach Operationen ERAS: Enhanced Recovery After Surgery ist ein speziell entwickeltes Programm zur Betreuung von Patientinnen und Patienten vor, während und nach operativen Eingriffen, das eine effizientere und schnellere postoperative Erholung fördert. Es reduziert die Stressreaktion auf den Eingriff, sorgt für eine angemessene Schmerztherapie, betreut Ernährung und Mobilisation von Anfang an, um postoperative Komplikationen zu verringern und die Verweildauer im Krankenhaus zu verkürzen. Das ERAS-Programm wird individuell an jede Patientin und jeden Patienten angepasst, und ein multidisziplinäres Team (Multidisciplinary Team) —wie Fachärzte verschiedener Disziplinen, Pflegekräfte, Apotheker, Rehabilitationsmedizin, Ernährungsberater sowie Patientinnen/Patienten und deren Angehörige—beteiligt sich von Beginn an an der Behandlungsplanung, um die Versorgung so wirkungsvoll und zügig wie möglich zu gestalten.
1) Vor der Operation
- Anamnese, gründliche körperliche Untersuchung und bei Bedarf zusätzliche Spezialuntersuchungen; das Operationsteam aus Chirurgen und Fachpflegekräften informiert umfassend über den geplanten Eingriff
- Bei Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko, z. B. höherem Alter oder mehreren Vorerkrankungen, findet eine ärztliche Fallbesprechung zur Operationsplanung statt. Außerdem werden Risiken vor der Operation bewertet und behandelt, z. B. Korrektur von Anämie, Ernährungszustand, Raucherentwöhnung, Blutzuckerkontrolle und Gewichtsmanagement etc.
- Beurteilung der Operationsfähigkeit durch das internistische Team
- Beurteilung von Schmerztherapieoptionen und Narkosetechniken durch das Anästhesieteam
- Übung von Bewegungs-, Atem-, Husten- und Räuspertechniken sowie richtiger Lagerung zur Verringerung postoperativer Komplikationen durch das Rehabilitationsmedizinteam
- Überprüfung potenziell riskanter Medikamente durch den Apotheker
- Präoperative Ernährungstherapie
- Patientinnen und Patienten sollten vor der Operation so kurz wie nötig nüchtern bleiben, damit die Organe möglichst funktionstüchtig sind und die Stressreaktion während des Eingriffs möglichst gering gehalten wird
- Ärztinnen, Ärzte und das Team beraten und geben Verhaltenshinweise, damit Patientinnen, Patienten und deren Angehörige bereits vor der Operation die Behandlung verstehen und der Behandlungsplan entsprechend angepasst werden kann, um ein gutes und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen
2) Während der Operation
- Detaillierte Operationsplanung
- Minimalinvasive laparoskopische Verfahren mit kleinen Schnitten: weniger Schmerzen, schnellere Erholung
- Einsatz fortschrittlicher Operationstechnologien, um den Eingriff reibungsloser zu gestalten und Blutverlust zu minimieren, z. B. hochauflösende 4K-Technologie oder die Injektion von Indocyaningrün (ICG), um Verletzungen benachbarter Organe zu vermeiden
- Das Anästhesieteam plant gemeinsam Maßnahmen zur optimalen Schmerzkontrolle
- Kombination mehrerer Techniken, um Nebenwirkungen der Narkose zu reduzieren und den Einsatz von opioidhaltigen Schmerzmitteln zu verringern
- Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach der Operation
- Aufrechterhaltung der Körpertemperatur während der Operation und angemessene Flüssigkeitszufuhr
3) Nach der Operation
- Schmerzmanagementprogramme und Entspannungstechniken zur Reduzierung von Anspannung
- Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen mit modernen Medikamenten
- Frühe Nahrungsaufnahme, damit der Darm wieder in Bewegung kommt, Verstopfung verhindert wird und die Erholung gefördert wird – dies ermöglicht, dass Patientinnen und Patienten früher essen und entlassen werden können; Ernährungsberater betreuen und beantworten Fragen engmaschig
- Das Rehabilitationsmedizinteam empfiehlt ein Programm zur körperlichen Wiederherstellung und motiviert Patientinnen und Patienten zur Mobilisation bereits am ersten Tag nach der Operation, um das Risiko von tiefen Venenthrombosen und Atemwegskomplikationen zu reduzieren. Physiotherapeutinnen und -therapeuten betreuen und beraten während des Krankenhausaufenthalts kontinuierlich. Nach der Entlassung vereinbart die Pflege Nachsorgetermine und stellt Notfallkontakte bereit, um Anleitungen zu geben und die häusliche Umgebung zu bewerten
- Der Apotheker überprüft und erklärt alle verordneten Medikamente für die Heimnahme
- Fachpflegekräfte beraten und verfolgen die Genesung nach der Entlassung kontinuierlich
Die integrierte Versorgung durch ein multidisziplinäres Team gewährleistet eine standardisierte, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Behandlung. Darüber hinaus steht nach der Entlassung ein Team für die postoperative Betreuung bereit, bis die Patientinnen und Patienten wieder ihrem normalen Alltag nachgehen können. Monatlich werden Qualitätskontrollen durchgeführt, um die Behandlung und das ERAS-Programm gemäß internationalen Leitlinien weiter zu verbessern, damit Patientinnen und Patienten darauf vertrauen können, dass die Therapie erfolgreich ist und sie so schnell wie möglich wieder in ihr normales Leben zurückkehren.
Minimalinvasive Eingriffe, schnelle Erholung mit dem ERAS-PROGRAMM
Ergebnisse minimalinvasiver Bauchoperationen (MIS) mit dem Programm zur schnellen Erholung nach Operationen (ERAS)
- 99.4% – Erfolgsrate bei allgemeinen laparoskopischen Eingriffen
- 96% – Postoperative Lebensqualitätsbewertung nach internationalem Standard
- 95% – Selbstständiges Aufsuchen der Toilette nach der Operation
- 91% – Geringe Schmerzintensität
- 89% – Akute Bauchoperation innerhalb von 4 Stunden möglich
- 87% – Patienten sind von Anfang an in die Behandlungsplanung einbezogen
- 0.6% – Wundinfektionsrate
*Statistische Daten von Patientinnen und Patienten, die laparoskopische Eingriffe in Bangkok Hospital im Zeitraum Jan. 2020 – Sept. 2021 erhalten haben (Die erzielten Ergebnisse können individuell variieren)