Gallenblasenoperation
Allgemeine Informationen
Gründe für eine Operation

- Gallensteine können asymptomatisch sein
- Bei asymptomatischen Gallensteinen besteht in der Regel keine Operationsindikation
- Bei Patienten mit Gallensteinen können die folgenden Symptome auftreten:
- dumpfe, drückende Schmerzen im Epigastrium oder unter dem rechten Rippenbogen, häufig in Zusammenhang mit Mahlzeiten
- Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
- Entzündung der Gallengänge
- Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
- Gallensteine können zu schweren Komplikationen führen, z. B. Entzündung der Gallengänge oder Pankreatitis, wodurch die Behandlung komplexer werden kann
- In einigen Fällen kann ein Eingriff zur Entfernung von Steinen, die den Gallengang verlegen, erforderlich sein (ERCP)
- Ungefähr 1 von 3 Patienten kann wiederkehrende Schmerzen haben, wenn die Gallenblase nicht entfernt wird
- Die Entfernung der Gallenblase ist die Standardbehandlung bei Gallensteinleiden
- Leber- und Gallengangsfunktion sind nach Entfernung der Gallenblase normalerweise nicht beeinträchtigt
- Patienten können nach der Gallenblasenentfernung ein normales Leben führen
Anatomie der Gallenblase
- Ein birnenförmiges Organ in der Bauchhöhle unter dem rechten Rippenbogen
- Liegt an der Unterfläche der Leber
- Die Gallenblase produziert keine Galle
- Die Galle wird in der Leber gebildet
- Die Gallenblase speichert und konzentriert die Galle
- Während der Nahrungsaufnahme gibt die Gallenblase Galle in den Darm ab, was insbesondere bei fetthaltiger Nahrung die Verdauung unterstützt
Die Operation
Zum Eingriff
Die Entfernung der Gallenblase kann auf zwei Arten erfolgen
1. Laparoskopische Gallenblasenentfernung – Standardverfahren
- Der Patient erhält eine Allgemeinanästhesie, damit er während der Operation schläft und keine Schmerzen empfindet
- Es werden etwa 3–4 kleine Hautschnitte zur Einführung der Kamera und der Operationsinstrumente angelegt
- Kohlendioxidgas (CO₂) wird in die Bauchhöhle eingebracht, um Raum und gute Sichtverhältnisse zu schaffen
- Der Chirurg klemmt oder ligiert den Gallenblasengang (Ductus cysticus), um eine Gallenaustritt zu verhindern
- Anschließend wird die Gallenblase vorsichtig von der Leberunterfläche gelöst
- Die entfernte Gallenblase wird in einen speziellen Beutel gelegt und in der Regel über die kleine Nabelwunde entfernt
- In vielen Fällen wird die Gallenblase geöffnet, um Steine zu entnehmen, die dem Patienten mitgegeben werden können
- Proben der Gallenblase werden zur weiteren Untersuchung an die Pathologie geschickt
- Am Ende der Operation wird das CO₂-Gas aus der Bauchhöhle abgelassen
- Durch die kleinen Schnitte haben Patienten in der Regel weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung als bei einer offenen Operation
- Die meisten Patienten bleiben etwa 1–2 Nächte im Krankenhaus
- Falls während der Operation Schwierigkeiten auftreten, kann der Chirurg aus Sicherheitsgründen auf eine offene Operation umstellen
Bei komplexen Krankheitsverläufen kann der Chirurg erwägen, von der laparoskopischen auf eine offene Bauchoperation umzuschalten
Die laparoskopische Operation wird in 2 Varianten durchgeführt:
- Laparoskopische Operation nach Standardverfahren (Laparoscopic Cholecystectomy)
- Roboterassistierte Operation (Robotic Assisted Cholecystectomy) – eine Medizintechnologie, bei der der Roboter nicht selbst operiert, sondern den Chirurgen unterstützt
- Es gibt weiterentwickelte “Roboterarme”, die eine Beweglichkeit ähnlich dem menschlichen Handgelenk bieten und sich frei drehen oder beugen lassen, gesteuert durch den Operateur; dies ermöglicht Operationen in tiefen oder engen Bereichen, die mit konventionellen Methoden schwer zugänglich sind
- Zudem wird ein hochauflösendes 3‑D-Bildgebungssystem mit mindestens 10facher Vergrößerung verwendet (3D High Definition)
- Es besteht die Möglichkeit, während der Operation Kontrastmittel zur besseren Darstellung der Gallengänge zu verwenden (Fluoreszenz-Cholangiographie)
Dies erhöht die Sicherheit der Operation und reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Umstellung auf eine offene Operation bei komplexen Fällen
2. Offene Bauchoperation zur Entfernung der Gallenblase
- Dabei wird ein Operationsschnitt unter dem rechten Rippenbogen gesetzt
- Diese Methode ist geeignet bei komplexen Fällen, bei denen die Entfernung der Gallenblase voraussichtlich schwierig ist, z. B. bei wiederholten Gallenblasenbeschwerden, schwerer Cholezystitis oder bei vorangegangenen Bauchoperationen
- Während der Operation kann es notwendig sein, von der laparoskopischen auf die offene Operation umzuschalten, um die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten
Die Entscheidung zwischen laparoskopischer oder offener Operation richtet sich nach dem Zustand des Patienten und der Expertise des Chirurgen
Im Bangkok Hospital kann die Gallenblasenentfernung in den meisten Fällen sicher laparoskopisch durchgeführt werden
Operationsverfahren
- Der Chirurg ligiert den Gallenblasengang (das Ende der Gallenblase) mit einer Naht odermit medizinischen Clips
- Der Chirurg löst die Gallenblase vorsichtig von der Leber
- Die entfernte Gallenblase wird in einen sterilen Plastikbeutel gelegt und meist über die Nabelöffnung aus dem Körper entfernt
- Nach der Entfernung wird die Gallenblase geöffnet und die Gallensteine dem Patienten entnommen
- Die Gallenblase wird zur detaillierten pathologischen Untersuchung eingeschickt
Operationsrisiken
Spezifische Risiken
- Verletzung der Gallengänge insgesamt: 0,3–1 %
- Blutungsrisiko: 1–2 %
- Wahrscheinlichkeit der Umstellung auf eine offene Operation: 2–10 %
- Verletzung anderer Bauchorgane: 0,3–1 %
- Entstehung eines Abzesses im Bauchraum: 1–2 %
- Einklemmung/Hernie an der Operationsnarbe: 2–10 %
Allgemeine Risiken
- Wundschmerzen
- Wundinfektion
- Atelektase (Teilzusammenfallen der Lunge)
- Tiefe Beinvenenthrombose
Nach der Operation
Allgemeine Beschwerden nach der Operation
Wundschmerzen
- Es kann Wundschmerzen geben, auch wenn die Einschnitte klein sind
- Die Intensität der Schmerzen hängt von der individuellen Schmerzwahrnehmung ab
- In der Regel verschreibt der Arzt Schmerzmittel nach der Operation
- Wenn weiterhin Schmerzen bestehen, informieren Sie bitte das Pflegepersonal
Schmerzen in der rechten Schulter
- Diese können nach laparoskopischen Eingriffen auftreten, verursacht durch das während der OP eingebrachte Gas in der Bauchhöhle
- In der Regel vorübergehend und bessern sich meist innerhalb von 24–48 Stunden nach der Operation
Blähungen / Völlegefühl
- Bei einigen Patienten kann nach der Operation ein Gefühl von Luft im Bauch auftreten
- Die Beschwerden sind meist vorübergehend und verbessern sich nach und nach
- Es kann 1–3 Monate dauern, bis sich die Verdauung vollständig normalisiert
Erholung im Krankenhaus nach der Operation
Ernährung
- Der Arzt erlaubt die Nahrungsaufnahme, sobald der Patient nach der Narkose wach und stabil ist
- In einigen Fällen, z. B. bei komplexen Eingriffen, kann der Arzt empfehlen, 1–2 Tage auf Nahrung und Flüssigkeit zu verzichten
- Nach der Operation sollte in den ersten 2–3 Monaten fettreiche Nahrung vermieden werden
- Ernährungsberater geben individuelle Empfehlungen im Rahmen des Programms zur schnellen Patientenmobilisierung Enhanced Recovery After Surgery (ERAS)
Aktivitäten
- Die Patienten werden ermutigt, ihre täglichen Aktivitäten so früh wie möglich wieder aufzunehmen
- Eigenständiges Bewegen, z. B. Umhergehen am Bett, fördert die schnellere Genesung
- Physiotherapeuten geben individuelle Aktivitätsempfehlungen im Rahmen des ERAS-Programms
Intravenöse Flüssigkeitszufuhr
- Der Arzt verabreicht intravenöse Flüssigkeiten nach Bedarf
- Nach Absetzen der kontinuierlichen Flüssigkeitszufuhr kann noch ein Venenzugang für Medikamente verbleiben, der vor der Entlassung entfernt wird
Medikamentengabe
- Der Arzt verschreibt Medikamente entsprechend dem Behandlungsplan, z. B. Schmerzmittel oder andere symptomorientierte Medikamente
- Die Pflegekräfte betreuen den Patienten und verabreichen die verordneten Medikamente
Schmerzmanagement
- Der Arzt verordnet Schmerzmittel in regelmäßigen Abständen zur Kontrolle der Schmerzen
- Patienten können zusätzliche Schmerzmittel anfordern, falls Schmerzen weiterhin bestehen
- Wenn die Schmerzen nicht besser werden oder stärker werden, informieren Sie bitte umgehend das Personal
Bei Entlassung nach Hause
Nachsorge
Nachsorgetermin
- Der Arzt vereinbart einen Nachsorgetermin etwa 1 Woche nach der Operation
- Der Arzt wird die Operationswunde kontrollieren
- Der Arzt wird das Ergebnis der pathologischen Untersuchung der Gallenblase mitteilen
Telefonische Nachverfolgung
- Mitarbeiter werden den Patienten nach der Entlassung telefonisch kontaktieren
- Die Mitarbeiter fragen nach dem Allgemeinbefinden und dem Genesungsverlauf
- Die telefonische Kontaktaufnahme dient auch als Erinnerung an kommende Termine
Bei Auffälligkeiten
- Wenn der Patient Anzeichen einer Komplikation bemerkt, wie z. B. Fieber über 38 Grad, Bauchschmerzen, Gelbsucht , dann kontaktieren Sie bitte das Krankenhaus.
Langzeitnachsorge
- Für diese Operation ist in der Regel keine langfristige Nachsorge erforderlich


