Lungenkrebs ist seit jeher die häufigste Todesursache unter allen Krebsarten in Thailand, da ein Teil der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose bereits im Stadium 4 oder im fortgeschrittenen Stadium ist. Auch heute bleibt Lungenkrebs die häufigste Todesursache bei Krebs insgesamt.
Dank fortschrittlicher Technologie, einschließlich der Verwendung von Low Dose Computed Tomography (Low Dose CT), Computertomografie-geführter Biopsie (CT-Guided Biopsy), Navigationsbronchoskopie und Positronen-Emissions-Tomografie (PET/CT), können wir Lungenkrebs heutzutage schneller in den Stadien 1 oder 2 diagnostizieren. In dieser Patientengruppe kann die Erkrankung durch einen minimalinvasiven Lungenlappeneingriff (VATS-Lobektomie), bei dem der vom Krebs betroffene Lungenlappen entfernt wird, geheilt werden. Ähnliche minimalinvasive Eingriffe in der Thoraxchirurgie haben auch bei anderen Erkrankungen wie rezidivierendem Pneumothorax, Lungenbiopsie, Myasthenia gravis, Thymom, Speiseröhrenkrebs und malignem Pleura- oder Perikarderguss ihre Indikationen.
Behandlung von Lungenkrebs
Die Behandlung von Lungenkrebs umfasst drei Hauptmethoden:
- Chirurgie
- Chemotherapie
- Bestrahlung
Die Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung bei der Diagnose ab, welches wie folgt unterteilt werden kann:
Stadium 1
(Tumor kleiner als 3 cm und nur im Lungengewebe): Bei Patienten in diesem Stadium kann die Behandlung durch Chirurgie allein erfolgen, ohne dass Chemotherapie und Bestrahlung notwendig sind. Besonders, wenn der Tumor im Stadium 1a (kleiner als 1 cm) entdeckt wird, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate nach der Operation oder die Heilungschance bis zu 92%1. Durch Lungenkrebsvorsorgeprogramme mit Low-Dose-CT-Scans bei Hochrisikogruppen, wie z.B. Personen, die über 30 Jahre täglich eine Packung Zigaretten geraucht haben oder eine familiäre Vorgeschichte von Lungenkrebs haben, können immer mehr Patienten in diesem frühen Stadium entdeckt werden2.
Stadium 2
(Tumor größer als 3 cm oder hat sich auf die Lymphknoten im Lungengewebe ausgebreitet, aber noch nicht auf das Mediastinum): Bei diesen Patienten wird die Behandlung hauptsächlich chirurgisch durchgeführt, und Chemotherapie kann je nach individuellem Fall erforderlich sein oder nicht2.
Stadium 3
(Tumor hat sich auf andere Organe im Thorax oder über die Mediastinallymphknoten ausgebreitet): In dieser Patientengruppe liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf Chemotherapie oder Immuntherapie, möglicherweise ergänzt durch Chirurgie und Bestrahlung2,5.
Stadium 4
(Metastasen auf andere Organe oder Maligner Pleuraerguss aufgrund von Krebs): Diese Patienten erhalten zur Linderung der Symptome Chemotherapie oder Immuntherapie, und eventuell werden chirurgische Eingriffe durchgeführt, um die Symptome zu erleichtern2.

Videoassistierte Thorakoskopische Chirurgie (VATS)
Bei Lungenkrebs im Stadium 1 und 2 ermöglicht die heutige Technologie, sowohl eine komplette Lobektomie als auch eine Sublobar-Rezession mittels Videoassistierter Thorakoskopischer Chirurgie (VATS) durchzuführen. Der Hauptunterschied zur traditionellen thorakotomischen Chirurgie besteht darin, dass keine Rippenexpander verwendet werden, was viele postoperative Vorteile bietet, wie z.B. weniger Schmerzen, kleinere Operationswunden, schnellere Rückkehr zur Arbeit, geringere Langzeitschmerzen oder Taubheit entlang der Nervenbahnen, kürzere Erholungszeit vor Beginn der Chemotherapie sowie kürzere Krankenhausaufenthalte von 2-3 Tagen im Vergleich zu 5-7 Tagen bei herkömmlicher Chirurgie3,4.
Fortschritte in der Bildgebungstechnologie haben zu besseren Ergebnissen mit weniger Komplikationen bei der VATS im Vergleich zur offenen Chirurgie geführt3. VATS-Operationen werden immer beliebter, und die Wahl zwischen Drei-Port-, Zwei-Port- oder Ein-Port-Techniken hängt von den Fähigkeiten des Chirurgen und den spezifischen Anforderungen des Patientenkrebses ab.
Die Entscheidung, ob eine komplette Lobektomie oder eine Sublobar-Resektion durchgeführt wird, hängt von der Tumorgröße und -charakteristik, der Lungenfunktion des Patienten und anderen Faktoren ab, die im Einzelfall geprüft werden müssen.
Offene thorakotomische Chirurgie
Für Lungenkrebs im Stadium 3 mit Ausbreitung in den Thorax oder nach einer Chemotherapie kann eine Thorakotomie nützlich sein, da möglicherweise eine Pneumonektomie oder eine komplizierte Rekonstruktion von Blutgefäßen und Bronchien erforderlich ist. Allerdings ist bei geeigneten Patienten auch eine robotergestützte Thorakoskopie (RATS) möglich, die die komplizierte Kontrolle wie bei einer Thorakotomie ermöglicht, jedoch ohne große Schnitte und Rippenretraktoren auskommt.

Information:
Dr. Padungkiat Tangpiroontham, Spezialist für Thoraxchirurgie und minimalinvasive Lungenoperationen
Quellen :
- IASLC-Stadieneinteilungssystem (8. Auflage) 2016
- NCCN 2017
- Peterson et al., Ann Thorac Surg 2007
- Nicastri et al., JTCS 2008
- Int 0139, Lancet 2009





