Diagnose von Herzrhythmusstörungen
- Elektrokardiogramm (EKG)
- 24‑Stunden‑EKG-Aufzeichnung oder Aufzeichnung des EKGs während des Auftretens von Symptomen
- Belastungsuntersuchung des Herzens unter pharmakologischer Stimulation oder Belastungstest durch Gehen auf dem Laufband
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Elektrophysiologische Untersuchung des Herzens
- Kipptischtest zur Untersuchung des autonomen Nervensystems
Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Herzrhythmusstörung. Manche Patienten benötigen keine Behandlung. Allgemeine Behandlungsprinzipien umfassen Verhaltensänderungen, medikamentöse Kontrolle des Herzrhythmus, elektrische Kardioversion, die Implantation eines Geräts zur Stabilisierung der Herzfrequenz, die Implantation eines Geräts zur Korrektur des Herzrhythmus mittels elektrischen Schocks, Katheterablation oder Herzoperation.
Verhaltensänderungen
- Wenn im EKG auffällt, dass Herzrhythmusstörungen mit bestimmten Aktivitäten in Zusammenhang stehen, sollten diese Aktivitäten vermieden werden.
- Raucher sollten das Rauchen aufgeben.
- Alkoholkonsum reduzieren oder vermeiden.
- Koffeinhaltige Getränke oder Nahrungsmittel wie Tee, Kaffee, Erfrischungsgetränke und bestimmte Medikamente sollten reduziert oder gemieden werden, da manche Patienten bei Koffeinkonsum vermehrte Herzrhythmusstörungen zeigen.
- Auf stimulierende Substanzen verzichten – sie kommen häufig in Husten‑ und Erkältungsmedikamenten vor. Solche Medikamente können Wirkstoffe enthalten, die Herzrhythmusstörungen auslösen. Lesen Sie die Packungsbeilage und konsultieren Sie vor der Einnahme einen Facharzt oder Apotheker.
Medikamentöse Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Es stehen verschiedene Medikamente zur Kontrolle des Herzrhythmus zur Verfügung. Diese Präparate normalisieren den Herzrhythmus oder kontrollieren die Herzfrequenz. Zusätzlich wird bei Patienten mit Vorhofflimmern und einem hohen Risiko für thrombotische Ereignisse eine Thromboseprophylaxe empfohlen. Zu dieser Medikamentengruppe gehören Aspirin, Clopidogrel (Plavix), Warfarin, Dabigatran (Pradaxa), Rivaroxaban (Xarelto) und Apixaban (Eliquis)
Wechsel des Herzrhythmus durch elektrischen Schock (Electrical cardioversion)
Wenn Medikamente den Herzrhythmus nicht kontrollieren können, insbesondere bei Vorhofflimmern, ist die elektrische Kardioversion eine weitere Option. Es handelt sich um einen kurzen Eingriff: Der Patient erhält eine Narkose, Elektroden werden am Brustkorb zur EKG‑Aufzeichnung angebracht und anschließend wird über die Brustwand ein Stromstoß appliziert. Der Herzrhythmus normalisiert sich; der Patient verspürt keine Schmerzen und erinnert sich nicht an den Vorgang.
Implantation eines Herzschrittmachers zur Stabilisierung der Herzfrequenz (pacemaker)
Bei Störungen des Sinusknotens (SA‑Knoten) oder wenn die Überleitung von den Vorhöfen zu den Ventrikeln verlangsamt oder blockiert ist, kann die Implantation eines Schrittmachers die Rückkehr zu einem normalen Alltag ermöglichen. Der Eingriff erfolgt unter Anästhesie. Das Gerät besteht aus einer Batterie und einer Elektronikeinheit (Impulsegenerator) sowie Elektroden (Leads). Es gibt elektrische Impulse ab, damit Vorhöfe und Ventrikel synchron und mit einer geeigneten Herzfrequenz arbeiten.
Implantation eines Geräts zur Korrektur schneller Herzrhythmen mittels elektrischen Schocks (Implantable cardioverter defibrillator – ICD)
Dieses Gerät kann die Herzfrequenz regulieren und zudem durch elektrische Schocks lebensbedrohliche ventrikuläre Rhythmusstörungen korrigieren. Bei Patienten mit Herzmuskelschwäche oder lebensgefährlichen ventrikulären Arrhythmien empfehlen Fachärzte häufig die Implantation dieses Geräts zur Lebensrettung. Der Eingriff erfolgt unter Anästhesie. Das Gerät überwacht jeden Herzschlag; bei gefährlichen ventrikulären Rhythmusstörungen löst es einen elektrischen Schock zur Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus aus. Es besteht aus Batterie und Elektronik (Impulsegenerator) sowie Elektroden (Leads).
Katheterablation (Catheter ablation)
Die Ablation mit Wärmeenergie (Radiofrequenz) über einen speziellen Katheter ist eine sehr effektive Behandlung für viele Arten von Herzrhythmusstörungen und kann in vielen Fällen eine Heilung ohne Medikamente ermöglichen. Unter Sedierung oder Anästhesie durch einen Anästhesisten führt der Facharzt einen speziellen Katheter über die Leistenvene ein, um die Stelle mit den abnormalen elektrischen Signalen zu lokalisieren, die die Arrhythmie verursachen. Wird die abnorme Quelle gefunden, wird über den Katheter Wärmeenergie abgegeben, um den Ursprung der fehlerhaften elektrischen Aktivität zu beseitigen.
Herzoperation
Eine herzchirurgische Behandlung von Herzrhythmusstörungen kann in bestimmten Fällen notwendig sein, beispielsweise bei Vorhofflimmern. Neben der Zerstörung von Ursprungsherden mittels Hochfrequenzablation oder Vernichtung durch Kälte (Kryotherapie) kann der Herzchirurg das Gewebe, das die elektrischen Impulse erzeugt, operativ entfernen (Maze‑Verfahren). Dieses Verfahren erfordert eine offene Herzoperation und ist in der Regel als Reservemaßnahme für Patienten vorgesehen, die auf andere Behandlungsverfahren nicht ansprechen. Heute wird es meist nur durchgeführt, wenn der Patient ohnehin wegen einer anderen Herzerkrankung operiert werden muss und gleichzeitig Vorhofflimmern vorliegt.