Schon einmal einen Stein gehabt – wie kann man verhindern, dass er wiederkommt?
Auch wenn die Behandlung hilft, bereits vorhandene Steine zu entfernen, bedeutet das nicht, dass die Bildung neuer Steine dauerhaft verhindert wird. Menschen, die schon einmal einen Stein hatten, können erneut betroffen sein – insbesondere, wenn die bisherigen Risikofaktoren weiter bestehen, z. B. zu wenig trinken, sehr salzig essen oder Auffälligkeiten bestimmter Stoffe im Urin haben.
Die gute Nachricht ist: Eine Anpassung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten kann das Risiko für wiederkehrende Steine senken.
Wie sollten sich Menschen, die bereits Steine hatten, also verhalten? Wie viel Wasser sollte man trinken? Muss man Calcium meiden? Und welche Lebensmittel sollte man besonders beachten?
Dieser Artikel fasst 7 Maßnahmen zur Vorbeugung von wiederkehrenden Steinen zusammen, die sich im Alltag umsetzen lassen – inklusive Empfehlungen für Personen mit hohem Risiko oder häufigen Rezidiven.
1. Ausreichend trinken, um das Risiko für wiederkehrende Steine zu senken
Ausreichend Wasser zu trinken ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Harnsteinen.
Wenn der Körper genug Flüssigkeit erhält, wird der Urin stärker verdünnt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Mineralstoffe und bestimmte Substanzen, die Bestandteil von Steinen sind, auskristallisieren und sich zusammenlagern.
Statt festzulegen, dass alle gleich viel trinken müssen, sollte man auch die Urinfarbe beobachten. Hellgelber Urin spiegelt in der Regel eine angemessene Flüssigkeitszufuhr wider, während dunkelgelber oder sehr dunkler Urin ein Zeichen sein kann, dass man mehr trinken sollte.
Wer Sport treibt, im Freien arbeitet oder sich in heißem Klima aufhält, z. B. im Norden Thailands, verliert über Schweiß oft mehr Flüssigkeit als üblich und sollte daher besonders auf ausreichendes Trinken achten.
Tipp: Nicht erst trinken, wenn man Durst hat. Besser ist es, über den Tag verteilt regelmäßig Wasser zu trinken und die Menge je nach Aktivität und Wetter anzupassen.
2. Salzhaltige Kost und Natrium reduzieren
Salzige Ernährung wirkt sich nicht nur auf den Blutdruck aus, sondern steht auch mit dem Risiko bestimmter Steinarten in Zusammenhang.
Eine hohe Natriumzufuhr kann die Calciumausscheidung im Urin erhöhen und damit das Risiko für Calciumsteine steigern – insbesondere bei zusätzlichen Risikofaktoren.
Lebensmittel, auf die man achten sollte, sind:
- verarbeitete Lebensmittel
- Würstchen, Schinken und Bacon
- Instantnudeln
- Snackprodukte
- fermentierte bzw. eingelegte Lebensmittel
- Fischsauce, Sojasauce und Würzsaucen
- Fertiggerichte mit hohem Natriumgehalt
Eine Reduktion salziger Speisen ist daher eine weitere Möglichkeit, Risikofaktoren für wiederkehrende Steine zu verringern.
Ein einfacher Grundsatz ist: „Erst probieren, dann würzen“ – und weniger natriumhaltige Würzmittel hinzufügen.
3. Bei Steinen ist es nicht notwendig, Calcium grundsätzlich zu meiden
Muss man bei Steinen auf Calcium verzichten?
Es ist nicht automatisch notwendig, Calcium aus der Nahrung zu meiden.
Der Glaube „Wer Steine hat, muss Calcium meiden“ kann dazu führen, dass Betroffene ihre Ernährung unnötig stark einschränken.
Bei Menschen mit Calciumsteinen kann eine angemessene Calciumzufuhr über die Nahrung die Aufnahme von Oxalat aus dem Darm reduzieren, weil Calcium im Verdauungstrakt Oxalat binden kann und so die Menge an Oxalat, die in den Urin gelangt, verringert.
Umgekehrt kann eine zu starke Calciumrestriktion bei manchen Menschen dazu führen, dass mehr Oxalat aufgenommen wird.
Daher gilt: Calciumhaltige Lebensmittel in geeigneter Menge verzehren, statt Calcium komplett zu meiden.
Die Einnahme von Calciumpräparaten sollte individuell abgewogen werden. Gerade bei einer Steinvorgeschichte sollte man vor der Wahl von Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen.
4. Vorsicht bei oxalatreichen Lebensmitteln
Wer bereits Calciumoxalatsteine hatte, sollte oxalatreiche Lebensmittel stärker im Blick behalten.
Beispiele für Lebensmittel mit relativ hohem Oxalatgehalt sind:
- Spinat
- Rote Bete
- bestimmte Nüsse
- Schokolade
- starker Tee
Dennoch gilt: Es ist nicht notwendig, oxalathaltige Lebensmittel vollständig zu meiden.
Wichtig ist, sehr oxalatreiche Lebensmittel nicht in großen Mengen oder regelmäßig zu essen und insgesamt abwechslungsreich zu essen.
Bei erhöhtem Risiko für Calciumoxalatsteine kann es helfen, natürliche Calciumquellen zusammen mit derselben Mahlzeit zu verzehren, damit Calcium im Darm Oxalat bindet und die Oxalataufnahme in den Körper reduziert wird.
5. Tierisches Protein in angemessener Menge verzehren
Ein hoher Verzehr tierischer Proteine, insbesondere von rotem Fleisch, kann mit Faktoren zusammenhängen, die bestimmte Steinarten begünstigen, z. B. eine erhöhte Ausscheidung von Harnsäure und Calcium im Urin sowie Veränderungen von Urinbestandteilen, die die Steinbildung normalerweise hemmen.
Menschen mit Steinvorgeschichte sollten daher Proteine ausgewogen zu sich nehmen, nicht übermäßig viel Fleisch essen und die Proteinquellen variieren, z. B.:
- Fisch
- Eier
- mageres Fleisch
- pflanzliches Protein nach Bedarf
Der Kernpunkt ist nicht „Proteine meiden“, sondern eine Menge zu wählen, die dem Bedarf des Körpers entspricht.
6. Vorsicht bei hoch dosiertem Vitamin C
Vitamin C aus Gemüse und Obst in üblicher Ernährung ist nichts, was Steinpatienten zwingend vermeiden müssen.
Die regelmäßige Einnahme von hoch dosierten Vitamin-C-Präparaten kann jedoch die Oxalatmenge im Körper erhöhen und bei Risikopersonen das Risiko für Calciumoxalatsteine steigern.
Wenn Sie bereits Steine hatten und hoch dosiertes Vitamin C einnehmen, sollten Sie vor einer fortgesetzten Einnahme mit einer Ärztin/einem Arzt oder medizinischem Fachpersonal sprechen.
7. Bei wiederkehrenden Steinen sollte die Ursache gezielt abgeklärt werden
Eine wirksame Vorbeugung umfasst nicht nur Trinken oder Ernährungsanpassungen, sondern auch die Frage: Wodurch entstehen die Steine?
Wenn sich ein abgegangener Stein aufbewahren lässt, sollte er zur Analyse des Steintyps untersucht werden, da unterschiedliche Steinarten verschiedene Ursachen und Präventionsstrategien haben.
Bei Personen mit hohem Risiko, z. B.:
- mehrfach wiederkehrende Steine
- Steine bereits in jungem Alter
- mehrere Steine
- familiäre Steinanamnese
- bestimmte Erkrankungen oder Zustände, die das Steinrisiko erhöhen
- erneutes Auftreten nach bereits erfolgter Behandlung
kann die Ärztin/der Arzt zusätzliche Untersuchungen erwägen, z. B. eine 24‑Stunden-Urinsammlung, um die Mengen relevanter Substanzen zu beurteilen und darauf basierend einen individuell passenden Präventionsplan zu erstellen.
Übersichtstabelle: Was hilft, wiederkehrende Steine zu verhindern?
| Was zu tun ist | Wie es das Risiko senkt |
|---|---|
| Ausreichend trinken | Verdünnt den Urin und reduziert die Wahrscheinlichkeit der Kristallbildung steinbildender Substanzen |
| Salzhaltige Kost und Natrium reduzieren | Verringert die Calciumausscheidung im Urin |
| Calcium aus der Nahrung in angemessener Menge aufnehmen | Bindet Oxalat im Darm und reduziert die Aufnahme |
| Sehr oxalatreiche Lebensmittel nicht in großen Mengen | Reduziert bei Risikopersonen die Oxalatmenge, die in den Urin gelangt |
| Tierisches Protein in moderater Menge | Reduziert ernährungsbedingte Faktoren, die bestimmte Steinarten fördern können |
| Hoch dosiertes Vitamin C ohne Notwendigkeit vermeiden | Verringert den Oxalatanstieg bei Risikopersonen |
| Wenn möglich, Steintyp analysieren lassen | Ermöglicht eine ursachengerechte Präventionsplanung durch die Ärztin/den Arzt |
| 24‑Stunden-Urinuntersuchung, wenn ärztlich empfohlen | Hilft, relevante Auffälligkeiten von Urinbestandteilen zu erkennen, die mit Steinbildung zusammenhängen |
Häufig gestellte Fragen zur Vorbeugung wiederkehrender Steine
Wie viele Liter Wasser pro Tag sollte man nach einem Stein trinken?
Es gibt keine einheitliche Menge, die für alle passt, da der Flüssigkeitsbedarf von Körperzustand, Ernährung, Aktivität, Schweißverlust und Vorerkrankungen abhängt. Das wichtigste Ziel ist, den Urin ausreichend zu verdünnen und eine ausreichende Urinmenge zu erreichen. Bei Erkrankungen, die die Trinkmenge begrenzen, sollte man ärztlichen Rat einholen.
Muss man bei Steinen auf Calcium verzichten?
Es ist nicht notwendig, Calcium aus der Nahrung vollständig zu meiden. Eine angemessene Calciumzufuhr über die Nahrung kann helfen, die Oxalataufnahme zu senken. Calciumpräparate sollten gemäß ärztlicher Empfehlung verwendet werden.
Darf man bei Steinen Gemüse essen?
Gemüse kann gegessen werden; es ist nicht notwendig, sämtliches Gemüse zu meiden. Bei Calciumoxalatsteinen sollte man jedoch auf oxalatreiches Gemüse bzw. oxalatreiche Lebensmittel achten und die Ernährung je nach Steintyp und individuellen Risikofaktoren anpassen.
Kann ein Stein nach einer früheren Erkrankung wieder auftreten?
Ein Wiederauftreten ist möglich, insbesondere wenn die bisherigen Risikofaktoren fortbestehen. Daher sollte nach der Behandlung die Vorbeugung im Vordergrund stehen – nicht nur das Entfernen des bereits vorhandenen Steins.
Was tun, wenn Steine häufig wiederkehren?
Man sollte eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen, um zusätzliche Risikofaktoren abzuklären. Dabei können eine Analyse des Steintyps und eine 24‑Stunden-Urinsammlung in Betracht gezogen werden, um Auffälligkeiten zu finden, die behandelbar oder vermeidbar sind.
Zusammenfassung: Wiederkehrende Steine vorbeugen beginnt mit Alltagsgewohnheiten
Dass ein Stein behandelt und entfernt wurde, bedeutet nicht, dass nie wieder ein Stein entsteht. Prävention ist daher ein wichtiger Teil der langfristigen Betreuung.
Was man sofort beginnen kann: ausreichend trinken, salzige Speisen reduzieren, Calcium aus der Nahrung in angemessener Menge aufnehmen, oxalatreiche Lebensmittel und tierisches Protein nicht in zu großen Mengen verzehren und hoch dosiertes Vitamin C ohne Notwendigkeit vermeiden.
Bei Personen mit mehrfachen Rezidiven hilft eine passende Abklärung von Ursache und Steintyp, einen gezielteren Präventionsplan zu erstellen.
Bei Schmerzen im unteren Rücken oder in der Flanke, Blut im Urin, Brennen/Schmerzen beim Wasserlassen, Übelkeit/Erbrechen oder Verdacht auf Steine in den Harnwegen sollte man eine Ärztin/einen Arzt zur Diagnostik und zur geeigneten Behandlungsplanung aufsuchen.
Denn gute Steinprävention bedeutet nicht nur, den alten Stein zu entfernen, sondern die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass ein neuer Stein wieder entsteht.



