Ein Leistenbruch ist ein Zustand, bei dem der Darm durch eine geschwächte Öffnung der Bauchwandmuskulatur vor- und zurückgleitet. Lässt sich der Bruch nach dem Hervortreten nicht mehr zurückdrücken, entsteht ein eingeklemmter Bruch. Wird nicht umgehend behandelt, können schwere Komplikationen auftreten. Daher sollte man den eigenen Körper aufmerksam beobachten und so schnell wie möglich ärztliche Hilfe aufsuchen.
Was ist ein Leistenbruch?
Ein Leistenbruch (Hernie) ist eine Erkrankung, bei der Teile von Organen innerhalb der Bauchhöhle aus ihrer normalen Position durch eine Öffnung oder durch die Bauchwand nach außen treten. Normalerweise gibt es in der Bauchwand Öffnungen, durch die der Darm an etwa 3–4 Stellen hervortreten kann; wo genau eine Hernie entsteht, ist jedoch individuell unterschiedlich. Bei jungen Männern tritt sie meist in der Leistenregion auf, bei Frauen kann z. B. eine Hernie unterhalb der Leiste vorkommen.
Wie viele Arten von Hernien gibt es?
Hernien werden je nach der Position, an die sich das Organ verlagert, sowie nach der Ursache in mehrere Arten eingeteilt. Die Behandlung erfordert meist eine Operation. Häufige Hernienarten sind:
- Leistenhernie (Inguinalhernia) – am häufigsten bei Männern und Frauen. Sie wird unterteilt in:
- Leistenhernie durch Erschlaffung der Bauchwand, sodass der Darm im Bereich des Schambeins hervortritt (direkte Leistenhernie, Direct Inguinal Hernia)
- Leistenhernie durch eine Öffnung in der Leistenregion (indirekte Leistenhernie, Indirect Inguinal Hernia). Diese Öffnung war in der Fetalzeit der Austrittsweg der Blutgefäße, die die Hoden versorgen, und schließt sich normalerweise von selbst. Schließt sie sich nicht, liegt eine Anomalie vor, durch die der Darm bis in den Hodensack gleiten kann.
- Nabelhernie (Umbilical Hernia) – auch „vorstehender Nabel“. Sie wird häufig bei Neugeborenen gefunden, wenn sich die Bauchwand unter der Haut nach der Geburt nicht vollständig schließt, sodass Teile des Darms unterhalb des Nabels hervortreten und den Nabel vorwölben. Je früher ein Baby geboren wird, desto häufiger tritt dies auf. Auch bei Erwachsenen oder älteren Menschen möglich; häufiger bei Frauen als bei Männern.
- Zwerchfellhernie (Hiatushernie) – entsteht durch Erschlaffung des Zwerchfellsphinkters, wodurch Teile des Magens oder der Speiseröhre durch die erschlaffte Öffnung im Zwerchfell in den Brustraum oder andere Bereiche verlagert werden können. Die Symptome ähneln häufig einer Refluxkrankheit; eine rasche ärztliche Abklärung ist erforderlich.
- Schenkelhernie (Femoralhernie) – tritt überwiegend bei Frauen auf. Dabei verlagert sich der Darm unterhalb der Leiste und wölbt sich als tastbarer Knoten vor. Obwohl sie relativ selten ist, sollte man auf Auffälligkeiten stets achten.
- Beckenhernie (Obturatorhernie) – selten, aber sehr schwerwiegend, da sie einen Darmverschluss verursachen kann. Meist bei älteren, sehr schlanken Frauen.
- Narbenhernie nach Operation (Narbenhernie, Incisional Hernia) – tritt bei Personen auf, die am Bauch operiert wurden oder deren Wunde nach der Operation nicht vollständig verheilt ist. Durch hohen Druck in der Bauchhöhle kann Gewebe durch die Bauchwand hervortreten und eine Vorwölbung bilden, die sich nicht mehr zurückverlagern lässt.
Wie äußern sich die Symptome einer Hernie?
Im Anfangsstadium verursacht eine Hernie oft keine Beschwerden. Besteht sie jedoch länger, können Symptome auftreten, bei denen man zur Abklärung umgehend eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen sollte, darunter:
- dumpfer Schmerz oder Ziehen, als ob an der Bruchstelle etwas herausgleitet
- Schmerz im Bereich der Vorwölbung; die Vorwölbung kann oft ein- und austreten und verschwindet beim Liegen
- Blähbauch, kein Stuhlgang
- Übelkeit, Erbrechen
Wie sehen Komplikationen bei Hernien aus?
Auch wenn eine Hernie nicht unmittelbar lebensbedrohlich ist, kann sie Komplikationen verursachen, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, darunter:
- Druck auf umliegendes Gewebe und Nerven, was zu Leistenschmerzen, Hodenschmerzen und Oberschenkelschmerzen führen kann und bis in den Hodensack ausstrahlen kann
- eingeklemmte Hernie (Incarcerated Hernia): Die Hernie schreitet fort, bis sie sich nicht mehr zurückdrücken lässt, und kann einen Darmverschluss verursachen. Wenn sie länger als 6 Stunden unbehandelt bleibt, kann der eingeklemmte Darmabschnitt anschwellen und von der Blutversorgung abgeschnitten werden. Es kann zu Darmnekrose, Perforation oder Ruptur sowie zu einer Blutstrominfektion kommen und lebensgefährlich werden.
- Strangulation: Darm oder Gewebe wird eingeklemmt oder abgeschnürt, die Blutversorgung ist unzureichend; dies ist lebensbedrohlich und erfordert eine sofortige Operation.
Risikofaktoren für Hernien
Risikofaktoren für das Entstehen einer Hernie ergeben sich häufig aus Verhaltensweisen, die den Druck in der Bauchhöhle erhöhen, oder aus einer Schwäche der Bauchwand, darunter:
- Bauchwandkraft – eine schwache Bauchmuskulatur erhöht das Hernienrisiko
- Bauchinnendruck – hoher Druck in der Bauchhöhle schwächt die Bauchwand
- Alter – mit zunehmendem Alter wird die Bauchmuskulatur altersbedingt schwächer
- Geschlecht – Männer haben häufiger eine Leistenhernie als Frauen
- Angeborene Fehlbildungen – Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht
- Chronischer Husten oder Niesen – z. B. bei Emphysem, chronischer Bronchitis, Rauchen
- Chronische Verstopfung – regelmäßiges Pressen beim Stuhlgang oder Wasserlassen
- Schwangerschaft – erhöhter Bauchinnendruck, schwächere Bauchmuskulatur
- Frühere Hernie oder Hernienoperation – Risiko für ein Wiederauftreten
- Starke körperliche Belastung – z. B. häufiges Heben schwerer Lasten
- Familiäre Vorbelastung – höhere Wahrscheinlichkeit einer Schwäche der Bauchwandmuskulatur
Wie wird eine Hernie diagnostiziert?
Die Diagnostik richtet sich vor allem nach der Lokalisation. In manchen Fällen sind zusätzliche spezielle Untersuchungen erforderlich, abhängig von der Beurteilung durch die Fachärztin/den Facharzt. Dazu gehören:
- Untersuchung durch Abtasten der Vorwölbung, Husten- oder Niesprobe
- Computertomographie (CT-Scan)
- Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Ultrasound)
- Magnetresonanztomographie (Magnetic Resonance Imaging – MRI)
Behandlungsansätze bei Hernien
Die Behandlung richtet sich nach Art und Beschwerden. Wird die Hernie größer oder lässt sie sich nicht in die ursprüngliche Position zurückdrücken, treten Bauchschmerzen auf oder sollte man sie nicht unbehandelt lassen. Eine möglichst schnelle Behandlung ist wichtig, um Komplikationen zu verhindern. Es gibt 3 Behandlungsformen:
- Offene Hernienoperation (klassisch) – Die Ärztin/der Arzt verlagert das vorgefallene Gewebe zurück und verschließt die Stelle mit einem speziellen Netz, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Vorteil: Sie kann unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden und ist daher für Patientinnen/Patienten mit Vorerkrankungen geeignet, die keine Vollnarkose oder Spinalanästhesie erhalten können.
- Minimalinvasive Hernienoperation (Minimally Invasive Surgery: MIS) – Es werden 3 kleine Öffnungen in der Bauchwand gesetzt, um den Darm in die ursprüngliche Position zurückzubringen und die schwache Stelle, die das Hervortreten verursacht, mit einem synthetischen Netz zu verstärken. Die Netzfixierung von innerhalb der Bauchhöhle kann die Rückfallrate senken. Die Operationsnarben sind klein (5–10 mm), die Wundschmerzen sind geringer und die Erholung erfolgt schneller.
- Robotergestützte Hernienoperation (da Vinci Xi) – Eine kleine Kamera wird eingeführt, um die Operationsregion detailliert auf dem Bildschirm darzustellen. Anschließend steuert die Ärztin/der Arzt die Roboterarme und Instrumente über die Konsole, um die Hernie zielgenau auch in komplexen Bereichen zu operieren. Kleine Schnitte, weniger Schmerzen, schnelle Erholung, kurze Rekonvaleszenz und rasche Rückkehr in den Alltag.
Wie sollte man sich nach einer Hernienbehandlung selbst versorgen?
- Achten Sie darauf, dass die Wunde bis zur Fadenentfernung nicht nass oder feucht wird; nicht an der Wunde kratzen.
- Beim Husten oder Niesen die Wunde abstützen.
- Verstopfung vermeiden; Pressen beim Stuhlgang oder Wasserlassen unterlassen.
- Klare Flüssigkeiten zu sich nehmen, um Dehydrierung nach der Operation zu vermeiden.
- Keine schweren Lasten heben, kein intensiver Sport und kein Bauchmuskeltraining im ersten Monat nach der Operation.
- Gewicht auf einen angemessenen Bereich reduzieren.
- Schmerzmittel können zur Linderung der Wundschmerzen eingenommen werden.
Kann eine Hernie von selbst verschwinden?
Eine Hernie kann nicht von selbst ausheilen und lässt sich nicht durch die Einnahme von Medikamenten behandeln. Wird sie bis zu einem schweren Stadium unbehandelt gelassen, kann sie sich nicht mehr zurückverlagern; es kann zu Darmverschluss oder zu Darmnekrose durch fehlende Blutversorgung kommen. Daher sollte man so schnell wie möglich eine Fachärztin/einen Facharzt aufsuchen, um eine Hernienoperation durchführen zu lassen.
Kann eine Hernie wiederkehren?
Eine Hernie kann wieder auftreten, wenn die Operationsnarbe selbst nach vielen Jahren nicht vollständig stabil ist, weil der Druck in der Bauchhöhle zu hoch ist und das vorgefallene Gewebe nicht in die ursprüngliche Position zurückkehrt. Zudem kann bei Menschen mit hohem Körpergewicht das Bauchwandgewebe weniger stabil sein und ein Rezidiv begünstigen.
Herniessymptome, bei denen man sofort eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen sollte
- Schmerzen an der Bruchstelle
- Vorwölbung lässt sich nicht zurückdrücken
- kein Stuhlgang, kein Abgang von Darmgasen
- Blähbauch, Erbrechen
Wie kann man Hernien vorbeugen?
- Schweres Heben vermeiden
- Ballaststoffreiche Ernährung, z. B. verschiedenes Obst und Gemüse, zur Vorbeugung von Verstopfung
- Gewicht im Normalbereich halten
- regelmäßig Sport treiben
- Staub, Rauch und Schadstoffe meiden
- Rauchen aufgeben
Krankenhaus mit Spezialisierung auf die Behandlung von Hernien
Chirurgisches Zentrum, Bangkok Hospital ist bereit, Hernien zu betreuen und zu behandeln, mit einem erfahrenen Team von Fachärztinnen/Fachärzten und einem interdisziplinären Team, das engmaschig berät und begleitet. Mit modernen Instrumenten und Technologien für die Hernienoperation, wie verstärkenden Netzen zur Kräftigung der Bauchwandmuskulatur sowie dem Einsatz hochauflösender Kameras in 4k Ultra High Defenition, um die Operationsleistung zu erhöhen und ein Wiederauftreten zu verhindern – für eine schnelle Rückkehr zu einem sicheren Alltag.
Ärztinnen/Ärzte mit Spezialisierung auf die Behandlung von Hernien
Dr. Chanin Pandee, Facharzt für Chirurgie mit Spezialisierung auf Bauchoperationen mittels Laparoskopie und robotergestützter Chirurgie; Behandlung von Hernien, Gallenblasensteinen und Dickdarmerkrankungen, Bangkok Hospital
Prof. Dr. Suthep Udomsawaengsup, Facharzt für Chirurgie mit Spezialisierung auf Bauchoperationen, Chirurgisches Zentrum, Bangkok Hospital







