Abteilung für die Versorgung von Verbrennungsverletzungen (Burn Unit)

Die Versorgung von thermischen Verletzungen, um die Schwere möglichst schnell zu reduzieren, durch Fachärzte und ein interdisziplinäres Team sowie innovative, standardisierte Wundbehandlungen bei verschiedenen Ursachen, darunter:
- Feuer- und Verbrühungsunfälle
- Verbrühungen durch heißes Wasser
- elektrische Stromschläge und Blitzschlag
- Gefahr durch das Einatmen heißer Rauchgase
- chemische Gefährdungen
Verbrennungen (Burns)
Eine Verbrennung bezeichnet die Schädigung der Haut oder des Gewebes oberflächlich oder tief durch sehr hohe Hitze, elektrischen Strom, Strahlung oder Chemikalien.
Die Schwere der Verletzung hängt ab von
- der Temperatur: Je höher die Temperatur, desto größer die Schwere
- der Dauer des Kontakts (Kontaktzeit): Bei gleicher Temperatur führt unterschiedliche Expositionsdauer zu unterschiedlicher Schwere

Schweregrade von Verbrennungen
- Erster Grad (First Degree): geringste Verletzung; Schädigung nur der Epidermis. Die Haut ist gerötet, schmerzhaft, druckempfindlich, keine Blasenbildung. Diese Verletzungen heilen innerhalb von 3–5 Tagen ohne Narbenbildung
- Zweiter Grad (Second Degree): Teile der Hautstruktur sind noch nicht zerstört; der Körper kann sich reparieren. Unterteilt in zwei Typen:
- oberflächlicher partieller (Superficial Partial–Thickness): betrifft die Epidermis und den oberen Teil der Dermis; führt zu Blasen, rötlicher, feuchter, weicher, schmerzhafter Wunde; heilt in etwa 2 Wochen und verursacht meist keine Narben
- tiefer partieller (Deep Partial–Thickness): reicht bis zur retikulären Dermis; dicke, leicht platzende Blasen; es besteht eine gewisse Narbenbildungswahrscheinlichkeit; ohne Infektion heilt die Wunde innerhalb von 3–6 Wochen
- Dritter Grad (Third Degree) (Full Thickness): Epidermis, Dermis und Kapillaren in der Dermis sind zerstört. Die Wunde erscheint blass, wenig schmerzhaft. Behandlung durch chirurgische Hauttransplantation, außer bei Wunden kleiner als 1 Zentimeter
- Vierter Grad (Fourth Degree): Wunde reicht bis in die Subkutis und den Muskel. Es sind Wundspülung, Débridement, Rekonstruktion und Korrektur der darunterliegenden Schäden erforderlich
- Fünfter Grad (Fifth Degree): Wunde reicht bis auf den Knochen; es sind Wundspülung, Débridement, Rekonstruktion und Behandlung der darunterliegenden Schäden erforderlich
Beurteilung der Verbrennungstiefe
1) Leichte Verbrennungen (Minor Burns)
Oberflächliche Verbrennungen von weniger als 5–10 % der Körperoberfläche und nicht lokalisiert im Gesicht, an Händen, Füßen, Gesäß, Damm oder Genitalien sowie nicht an großen Gelenken wie Knie oder Hüfte. Wichtig ist, dass es sich nicht um zirkuläre Verbrennungen um den Rumpf oder um Körperteile (z. B. rund um den Arm) handelt. Diese können ambulant behandelt werden. Die Wundversorgung wird so lange fortgeführt, bis die Wunde heilt. Die Schweregrade sind Grad 1 und Grad 2
2) Schwere Verbrennungen (Major Burns)
Verbrennungen, die mehr als 10–20 % der Körperoberfläche betreffen, oder tiefe Verbrennungen von mehr als 2 %. Bei Kindern unter 10 Jahren und Erwachsenen über 50 Jahren gilt eine Fläche von mehr als 10 % als schwer; bei Personen im Alter von 10–50 Jahren gilt mehr als 20 % als schwer. Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen, Hand- oder Fußgelenken gelten bereits als schwer, auch wenn die betroffene Fläche nicht groß ist. Die Behandlung umfasst Wundversorgung bis zur Heilung und gegebenenfalls Hautdeckung (Transplantation) nach fachärztlicher Beurteilung
Als schwerwiegendste Verbrennungen gelten Verbrennungen, die mehr als 20 % der Körperoberfläche betreffen
- Rauchinhalation (Einatmen giftiger Rauchgase)
- elektrischer Strom hoher Spannung von mehr als 500 Volt
- schwere chemische Verletzungen
- ältere Personen über 65 Jahre
Merkmale von Verbrennungswunden
1) Oberflächliche Verbrennungen (Minor Burns): die Wunde ist gerötet, ohne Blasenbildung, schmerzhaft oder brennend; es muss auf eine Infektionsvermeidung geachtet werden
2) Tiefe Verbrennungen (Major Burns): die Wunde ist blass/weiß; sie kann bis in die subkutane Fettschicht und den Muskel reichen; meist wenig schmerzhaft, da die schmerzleitenden Nerven in der Haut zerstört sind
Ziele der Behandlung
- Kontrolle von Blutungen
- Entfernung von Fremdmaterial, das Infektionen verursachen kann
- Entfernung nekrotischen Gewebes und von Eiter
- Anpassung des Wundmilieus zur Heilungsförderung, z. B. Temperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert
- Förderung von Granulationsgewebe und Hautneubildung
- Schutz der Wunde vor Gefahren wie Traumata und Krankheitserregern

Wundversorgung und -rekonstruktion
Woche 1
Tägliche engmaschige Beurteilung durch den Facharzt
Wundbehandlung mit topischen Antibiotika, z. B. Silbersulfadiazin-Creme (Silversulfadiazine Cream), zur Prävention und Behandlung oberflächlicher Brandwundinfektionen
Ab Woche 2
Engmaschige Beurteilung durch den Facharzt alle 2–4 Tage
Bei infizierten Wunden (Infected): z. B. Wundauflagen mit Silber kombiniert mit Schaum (Silver + Foam), Alginate-Verbände oder Hydrofiber-Verbände
Bei nicht infizierten Wunden (Noninfected): z. B. Schaumverbände (Foam), low-adherent-Verbände mit Gazen