
Nierentransplantation
Bei Patienten mit terminaler chronischer Niereninsuffizienz infolge verschiedener Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder chronischer Entzündung des Nierengewebes ist eine Nierenersatztherapie in Form einer Nierentransplantation erforderlich, um die Lebensqualität wiederherzustellen. Der Operateur setzt die neue Niere, die von einem Spender stammt, in die Bauchhöhle des Empfängers ein; die eigenen Nieren, die sich retroperitoneal befinden, werden in der Regel nicht entfernt. Ausnahmen bestehen, wenn klinische Befunde vorliegen, die zu postoperativen Komplikationen führen oder die Operation behindern können, zum Beispiel anhaltende Infektionen oder zahlreiche große Zysten.
Vorteile der Nierentransplantation
- Keine Hämodialyse oder Peritonealdialyse mehr erforderlich
- Durch die Verbesserung des Elektrolyt- und Wasserhaushalts sind weniger diätetische Einschränkungen nötig; normale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ist eher möglich
- Bessere körperliche Verfassung und nahezu normales Leben; verbesserte Lebensqualität
- Mehr Zeit für sich selbst und die Familie
- Fortpflanzungsfähige Patienten können in der Regel Kinder haben
Einschränkungen der Nierentransplantation
- Operationsrisiken wie Blutverlust können auftreten
- Vor und nach der Transplantation müssen Immunsuppressiva eingenommen werden, wodurch Infektionen leichter auftreten können
- Aufgrund der Immunsuppression ist bei der Ernährung Vorsicht geboten: nur gut gegarte, saubere Speisen; Vermeidung von rohen Speisen, rohem Obst und rohem Gemüse zur Verringerung des Infektionsrisikos
- Nach der Transplantation kann es trotz erfolgreicher Operation zu einer Abstoßung der Niere kommen
Kontraindikationen für eine Nierentransplantation
- Nierenerkrankungen, bei denen sich die Nierenfunktion noch erholen kann
- Aktive Infektion
- Aktive, unbehandelte Krebserkrankung
- Patienten mit Drogenabhängigkeit
- Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen, deren Symptome nicht kontrollierbar sind
- Patienten, die nicht kooperativ sind oder voraussichtlich Medikamente nicht regelmäßig einnehmen können
- Patienten mit einer voraussichtlichen Lebenserwartung von weniger als einem Jahr
Beurteilung vor der Nierentransplantation
- Beurteilung der Operationsfähigkeit und des allgemeinen Gesundheitszustands
- Bewertung von Nierenerkrankungen, die nach der Transplantation wieder auftreten können
- Beurteilung von Begleiterkrankungen und Screening auf Krebserkrankungen

Arten der Nierentransplantation
- Nierentransplantation von verstorbenen Spendern (Deceased Donor Kidney Transplantation: DDKT)
Die Niere stammt von hirntoten Spendern. Das Rote Kreuz bzw. die zuständige Vermittlungsstelle wählt die am besten geeignete Niere für die wartenden Empfänger aus. - Nierentransplantation von lebenden Spendern (Living Donor Kidney Transplantation: LDKT)
Lebendspender (LDKT) lassen sich in zwei Gruppen einteilen:- Lebendspender mit Blutverwandtschaft zum Empfänger (Living Related Donor)
- Lebendspender ohne Blutverwandtschaft zum Empfänger (Living – Unrelated Donor), z. B. Ehepartner (Spouse Donor)
Vorteile der Nierentransplantation von lebenden Spendern: Im Vergleich zu Nieren von verstorbenen Spendern zeigen sie häufig eine bessere Nierenfunktion und eine längere Lebensdauer; insbesondere Nieren von blutsverwandten Lebendspendern sind aufgrund besserer Gewebeverträglichkeit oft vorteilhafter als die von Ehepartnern.
Kriterien für Lebendspender
- Alter ≥ 20 Jahre; idealerweise nicht älter als 65 Jahre (nach Regelungen des thailändischen Rotkreuz-Organspendezentrums bis 70 Jahre)
- Kein schwer einstellbarer Bluthochdruck
- Keine kardiovaskulären Erkrankungen
- Kein Diabetes
- Keine Vorgeschichte einer chronischen Nierenerkrankung
- Proteinurie ≤ 300 mg pro 24 Stunden
- GFR > 80 ml/min/1,73 m²
- Kein schwerer krankhafter Adipositaszustand (BMI ≤ 35 kg/m²)
- Keine schweren internistischen Grunderkrankungen
- Negativer HIV-Test
- Freiwillige Spende und schriftliche Einwilligung (informierte Einwilligung)
- Psychiatrische Eignungsprüfung bestanden
- Bei verwandtschaftlichen Spendern muss die Verwandtschaft nachweisbar sein (labormedizinisch oder rechtlich)
- Kein Organhandel oder bezahlte Vermittlung
- Die Beziehung zwischen Spender und Empfänger muss den Regeln des Spendezentrums entsprechen
- Der Spender muss nach der Spende ein normales Leben führen können
Untersuchungen vor der Transplantation für Spender
- Blutuntersuchungen zur Beurteilung von Nieren- und Leberfunktion, Blutbild und zum Screening auf Hepatitis B, Hepatitis C, Syphilis, CMV, HIV usw.
- Urinuntersuchung zur Beurteilung von Protein- oder Zuckerverlust im Urin und anderen Auffälligkeiten; 24-Stunden-Urin zur Bestimmung der Clearance/Filterfunktion
- Röntgenaufnahme des Thorax zur Beurteilung von Herz und Lunge
- Kardiologische Untersuchungen: zunächst EKG; bei Indikation Echokardiographie und/oder Belastungstest (Ergometrie), um die Transplantationstauglichkeit des Herzens zu prüfen
- Blutuntersuchungen zum Gewebeabgleich zwischen Spender und Empfänger
- Ultraschall durch den Radiologen zur Beurteilung intraabdomineller Auffälligkeiten
- Psychiatrische/psychologische Beurteilung zur Einschätzung der psychischen Bereitschaft
- Fachärztliche Beurteilung durch Internist und den operierenden Chirurgen
Verhaltensregeln während der Wartezeit auf die Nierentransplantation
- Monatliche Blutproben/Blutabgaben, damit Gewebeverträglichkeitsprüfungen bereitstehen
- Einhaltung der Kontrolltermine; kann ein Termin nicht wahrgenommen werden, telefonisch mit dem Personal verschieben. Bei mehr als 1 Jahr ohne Vorstellung wird die Registrierung auf der Warteliste entfernt
- Bei Erkrankungen ärztliche Behandlung aufsuchen; keine Selbstmedikation
- Bei kariösen Zähnen vorab Behandlung zur Infektionsvermeidung; Zahnarztbesuch mindestens alle 12 Monate empfohlen
- Sich körperlich fit halten: gesunde Ernährung, ausreichende Erholung, regelmäßige Bewegung und Vermeidung von Infektionsrisiken
- Ständige Erreichbarkeit für die Kontaktaufnahme durch die Transplantationskoordinatorin: Sie müssen rund um die Uhr für eine Transplantation zur Verfügung stehen. Geben Sie eine ständig erreichbare Telefonnummer an, schalten Sie das Telefon nicht aus. Bei Änderung der Telefonnummer sofort die Koordinatorin der Transplantations- und Organvermittlungsstelle informieren
Verhalten nach der Nierentransplantation
- Nachsorgetermine einhalten: 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate und dann jährlich beim Urologen zur regelmäßigen Überwachung des Gesundheitszustands
- Kontrollen beim Nephrologen zur Beurteilung der Nierenfunktion, der Immunsuppressiva-Spiegel und möglicher Komplikationen
- Immunsuppressiva wie verordnet regelmäßig und korrekt einnehmen
- Ausreichend Ruhe und regelmäßige körperliche Betätigung
- Gesunde, gut zubereitete, frische und saubere Lebensmittel zu sich nehmen
- Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck kontrollieren