Kinderschnarchen und lautes Atmen im Schlaf
Schlafapnoe ist ein lautes Atmen im Schlaf, das in jedem Alter auftreten kann. Studien zeigen, dass etwa 3 – 12% der Kinder schnarchen. Schnarchen ist besonders häufig im Vorschulalter oder in der Kindergartenstufe, da die Größe der Adenoide und Mandeln im Vergleich zu den Atemwegen der Kinder oft größer ist.
Gefahren des Schnarchens
Schnarchen kann gefährlich sein, wenn es mit Atemproblemen oder Atemstillständen im Schlaf einhergeht (Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom), was zu einem Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut führt. Dadurch wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Wenn Kinder im Schlaf nicht gut atmen können, weil die Atemwege blockiert sind, schlafen sie unruhig, wachen oft auf und haben keinen erholsamen Schlaf, was Auswirkungen auf ihr Leben, ihre Lernfähigkeit und ihre Entwicklung hat.
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)
Das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist eine Atmungsstörung im Schlaf, die durch eine teilweise oder vollständige Blockierung der Atemwege verursacht wird. Dies tritt oft in Intervallen im Schlaf auf und stört das Atmungs- und Schlafsystem. Etwa 2% der Bevölkerung ist betroffen, wobei es bei Mädchen genauso häufig vorkommt wie bei Jungen. Es zeigt sich, dass die ungefährlichen Fälle weitaus häufiger sind. Dennoch müssen Ärzte bei gefährlichen oder abnormalen Atmungsproblemen eine Diagnose stellen und rechtzeitig behandeln, um Komplikationen zu vermeiden.
Kinder mit Risiko für OSAS
- Vergrößerte Mandeln und/oder Adenoide
- Übergewichtige Kinder
- Anomalien der Atemwegstruktur, z.B. kleiner Kiefer, schmalere Atemwege
- Neurologische Störungen, die die Atemmuskulatur beeinträchtigen, z.B. Zerebralparese
- Kinder mit Muskelschwäche aus verschiedenen Ursachen
- Genetische Anomalien wie das Down-Syndrom
- Chronische Lungenerkrankungen
Verdächtige Symptome
- Atembeschwerden
- Schwierigkeiten beim Atmen
- Gelegentliche Atempausen
- Unruhiger Schlaf, starkes Schwitzen im Schlaf
- Häufiges nächtliches Aufwachen
- Bettnässen trotz vorheriger Kontrolle
- Mundatmung
- Lernschwächen
- Verhaltensprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe
- Niedrigerer Intelligenzquotient
- Übermäßige Müdigkeit am Tag
- Bluthochdruck
Schlafdiagnose
Heutzutage gibt es Standarduntersuchungen zur Diagnose von Schlafstörungen, wie z.B. das Pneumogramm. Dieser nächtliche Test dauert etwa 8 Stunden, wobei das Kind über Nacht in einem vorbereiteten Testraum schläft. Eltern können dabei sein.
Behandlung von Schlafproblemen bei Kindern
Wenn eine gefährliche Schlafstörung festgestellt wird, ist eine Behandlung erforderlich. Die Behandlung hängt von der Ursache ab, z.B. durch Entfernung vergrößerter Adenoide und/oder Mandeln. Diese Operation verbessert die Atemwegsobstruktion im Schlaf bei 75 – 100% der betroffenen Kinder, was sie zur Behandlung der Wahl macht.
Bei Patienten mit anderen Ursachen für Atemwegsobstruktionen im Schlaf oder bei denen, die trotz Mandeloperation noch Probleme haben oder aus anderen gesundheitlichen Gründen nicht operiert werden können, ist eine Atemunterstützung erforderlich, um die Atemwegsobstruktion im Schlaf zu verhindern (CPAP oder BiPAP).
Chirurgische Eingriffe zur Korrektur von abnormer, enger oberer Atemwegsstruktur umfassen kraniofaziale Chirurgie und Uvulopalatopharyngoplastik.
Die Behandlung von anderen Symptomen, die zu anormaler Atmung im Schlaf führen können, umfasst auch Allergien und Gewichtskontrolle.
Komplikationen
Wenn Kinder im Schlaf Atemwegsobstruktionen haben, was zu einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut führt, wie zuvor beschrieben, und nicht rechtzeitig behandelt wird, können folgende Komplikationen auftreten:
- Geringere Intelligenz
- Verringerte Lernleistung
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Hyperaktivität
- Müdigkeit am Tag
- Bettnässen
- Bluthochdruck
- Erhöhter Blutdruck in der Lunge
- Unbehandelt kann es zu Herzversagen führen




