Viele fragen sich vielleicht, wie Migränekopfschmerzen mit Schlaganfällen in Verbindung stehen. Zunächst muss man sagen, dass Migränekopfschmerzen eine häufige Erkrankung bei Personen jeden Geschlechts und jeden Alters sind, am häufigsten jedoch im Arbeitsalter (etwa 30 bis 40 Jahre). Außerdem hat diese Erkrankung erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben, wie etwa die Notwendigkeit, die Arbeit oder Schule zu unterbrechen oder soziale Interaktionen während eines Migräneanfalls zu vermeiden.
Migräne und Kopfschmerzen
Migräne ist nicht einfach nur ein gewöhnlicher Kopfschmerz, sondern eine neurologische Erkrankung, die möglicherweise auf genetische Anomalien zurückgeht. Auch Umweltfaktoren wie Hormone, Stress oder Entzündungen im Körper können Migräneauslöser sein.
Während eines Migräneanfalls können verschiedene Teile des Gehirns ungewöhnlich arbeiten. Der „Hypothalamus“ ist das erste, das Fehlfunktionen zeigt. Dieses Areal reguliert viele Dinge wie das autonome Nervensystem, Essverhalten, Schlaf-Wach-Rhythmus, Körpertemperatur sowie Hormone. In späteren Phasen kommt es zu Fehlfunktionen im Hirnstamm, der Schmerzsignale an den fünften Hirnnerv sendet. Dieser Nerv kann Entzündungsstoffe freisetzen, was zu Schmerzempfinden im Kopf- und Gesichtsbereich führt. Das Schmerzempfinden in Kopf und Gesicht wird intensiver und kann als pulsierend wahrgenommen werden.
Kopfschmerzen und die Beziehung zu Schlaganfällen
Nun fragt sich jeder, wie Migränekopfschmerzen und Schlaganfälle in Verbindung stehen?
Die Antwort ist, dass Migränepatienten ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle haben, sowohl ischämische als auch hämorrhagische!!!
Laut einem Bericht im angesehenen Medizinjournal „Brain“ vom Oktober 2017 haben Migränepatienten mit Aura ein um 27 % höheres Risiko, einen ischämischen Schlaganfall zu erleiden, insbesondere Frauen unter 50 Jahren sind besonders gefährdet. (Lantz M, et al. Brain. 2017 Oct 1;140(10):2653-2662.)
Migränepatientinnen mit Aura, die Verhütungspillen mit dem Hormon Östrogen einnehmen, haben ein 6-fach erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. (Champaloux SW, et al. Am J Obstet Gynecol. 2017 May; 216(5):489.e1-489.e7.) Eine MRT-Untersuchung bei Migränepatienten zeigt, dass sie doppelt so häufig stille Gehirninfarkte und weiße Substanzläsionen aufweisen wie die Allgemeinbevölkerung. (Monteith T, et al. Stroke. 2014 Jun;45(6):1830-2.) Zudem besteht ein um 46 % erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle. (Sacco S, et al. Stroke. 2013 Nov;44(11):3032-8.)
Auf Grundlage der oben genannten medizinischen Daten haben Migränepatienten, insbesondere jene mit Aura, ein höheres Risiko für Schlaganfälle. Daher ist eine gründliche Behandlung und das richtige Schmerz- sowie vorbeugende Medikamentenmanagement unabdingbar, da bestimmte Schmerzmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können. Eine Untersuchung der Risikofaktoren für Schlaganfälle bei jungen Menschen ist erforderlich, da Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes bereits in jungen Jahren auftreten und bedeutende Risikofaktoren für Schlaganfälle sind.
Bei häufigen Migräneauren sollte das Herz auf das Vorliegen eines offenen Foramen ovale (PFO) überprüft werden. Die Einnahme östrogenhaltiger Verhütungspillen erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich, daher ist eine Rücksprache mit einem Facharzt erforderlich, bevor Verhütungspillen eingenommen werden. Kaufen Sie keine Antibabypillen auf eigene Faust.







