Verstehen Sie das Schlüsselbein
Das Schlüsselbein ist der Knochen, der den oberen Brustkorb mit dem Schulterknochen verbindet und einen Teil des Schulterknochens bildet. Es ist ein langer Knochen, der als Stütze für den Arm fungiert und so eine freie Bewegung des Arms ermöglicht. Darüber hinaus schützt er Blutgefäße und Nerven im Bereich des Halses bis zur Achselhöhle vor Verletzungen.
Ursachen eines Schlüsselbeinbruchs
Ein Schlüsselbeinbruch tritt häufig auf, da er durch Kräfteinwirkung von Arm auf den Körper leicht verletzt werden kann. Der Bruch kann durch direkte Krafteinwirkung auf das Schlüsselbein oder durch indirekte Krafteinwirkung von Schulter oder Arm entstehen, z.B. beim Hinfallen mit ausgestrecktem Arm oder Schulteraufprall.

Diagnose
Ärzte können einen Schlüsselbeinbruch durch eine körperliche Untersuchung diagnostizieren, bei der Deformitäten, Schmerzen und Schwellungen im Bereich des Schlüsselbeins nach einer Verletzung sichtbar werden. Die Diagnose kann durch Röntgenuntersuchungen wie Röntgenstrahlen (X-rays) bestätigt werden.
Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs
Die Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs wird unterteilt in
1) Nicht-operative Behandlung In den meisten Fällen kann ein Schlüsselbeinbruch ohne Operation behandelt werden, insbesondere bei Patienten mit geringfügiger Verschiebung des Bruchs. In diesem Fall kann der Bruch durch Tragen einer Armschlinge für eine Dauer von 4 – 6 Wochen behandelt werden, zusammen mit der Vermeidung von Schulterschmerzen in den ersten 2 Wochen. Die Bewegung wird dann allmählich gesteigert, um einer Schultersteife vorzubeugen. Der Arzt wird regelmäßige Kontrolluntersuchungen und gegebenenfalls Röntgenuntersuchungen anordnen. Im Allgemeinen verheilt der Bruch innerhalb von etwa 6 – 8 Wochen.
Nicht-operative Behandlungsmethoden für einen Schlüsselbeinbruch können möglicherweise zu Nichtverheilung oder Fehlheilung des Knochens führen, was zu eingeschränkter Schulterfunktion führen kann, insbesondere wenn der Bruch stark verschoben ist.
2) Operative Behandlung Bei Schlüsselbeinbrüchen mit erheblichen Verschiebungen, insbesondere bei Verlängerungen oder Abständen von mehr als 2 cm, erhöht eine operative Behandlung mit Plattenfixierung die Chancen auf eine korrekte Knochenheilung und reduziert das Risiko von Fehlheilungen. Derzeit wird vermehrt die Technik der minimal-invasiven perkutanen Plattenosteosynthese (MIPO) angewendet. Dabei werden kurze Schnitte von etwa 2 – 3 gemacht, durch die die Platte unter der Haut eingeführt und mit Schrauben befestigt wird, ohne dass ein größerer Schnitt entlang der gesamten Länge des Schlüsselbeins erforderlich ist. Diese Technik minimiert das Risiko einer Schädigung von Gewebe und Nerven und reduziert postoperative Schmerzen, wodurch sich die Erholung beschleunigt und Patienten schneller in ihren normalen Alltag zurückkehren können.
Bei der operativen Plattenfixierung können Komplikationen wie Taubheitsgefühle im oberen Brustbereich um den Schnitt herum oder fühlbare Vorsprünge der Platte auftreten. Allerdings kann diese Methode die Chancen auf Nichtverheilung oder Fehlheilung reduzieren. Eine indikationsgerechte Behandlung kann das Risiko von Komplikationen verringern
Der wichtigste Aspekt bei der Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs ist die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient, um die für den Patienten vorteilhafteste Behandlungsform zu wählen, unter Berücksichtigung der Symptome, des Schweregrads und des Zustands des jeweiligen Patienten.



