Prostatakrebs ist eine Krebsart, die häufig bei älteren Männern vorkommt. Im Frühstadium zeigt sie oftmals keine eindeutig erkennbaren Auffälligkeiten. Daher ist eine frühzeitige Vorsorgeuntersuchung wichtig, um das Risiko zu senken und die Chancen auf eine wirksame Bewältigung der Erkrankung zu erhöhen. Eine der medizinischen Standardmethoden zur Früherkennung ist die Messung des PSA-Werts im Blut.
Was ist ein PSA-Test?

PSA (Prostate-Specific Antigen) ist ein Protein, das von Zellen der Prostata gebildet wird – sowohl von normalen Zellen als auch von Krebszellen. Normalerweise befindet sich diese Substanz im Sperma, und nur eine geringe Menge gelangt in den Blutkreislauf.
Ein PSA-Test ist eine Blutentnahme zur Messung der Menge dieses Proteins. Wenn ein erhöhter PSA-Wert im Blut über dem Normbereich festgestellt wird, kann dies ein Hinweis auf bestimmte Auffälligkeiten der Prostata sein. Ärztinnen und Ärzte beurteilen dieses Ergebnis zusammen mit anderen körperlichen Untersuchungen zur weiteren Diagnosestellung.
Wer sollte einen PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung durchführen lassen?
Die Prostatakrebs-Früherkennung durch eine Blutuntersuchung des PSA-Werts ist für Männer wichtig, insbesondere für Personen mit folgenden Risikofaktoren:
- Männer ab 50 Jahren sollten sich jährlich einer Gesundheitsuntersuchung und Prostatakrebs-Früherkennung unterziehen.
- Personen mit einer familiären Vorbelastung (z. B. Vater oder leibliche Brüder) mit Prostatakrebs sollten mit der Früherkennung ab dem 45. Lebensjahr beginnen.
- Personen mit auffälligen Symptomen der Harnwege, z. B. erschwertes Wasserlassen, häufiges nächtliches Wasserlassen, Gefühl unvollständiger Blasenentleerung oder Blut im Urin bzw. Sperma.
Wie hoch ist ein normaler PSA-Wert, und ab wann gilt er als auffällig?

Das PSA-Ergebnis im Blut wird in Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) gemessen. Die Beurteilung der Normalwerte kann je nach Alter, Prostatagröße und Standard des jeweiligen Labors geringfügig variieren. Im Allgemeinen gelten folgende Orientierungswerte:
PSA-Wert im Normbereich
Bei Männern ohne auffällige Symptome liegt der PSA-Wert im Blut meist bei nicht mehr als 4 ng/mL. Allerdings berücksichtigen Ärztinnen und Ärzte den Normalwert oft auch in Abhängigkeit vom Alter, da die Prostata mit zunehmendem Alter natürlicherweise größer wird, was den PSA-Wert leicht ansteigen lassen kann, ohne dass dies durch Krebs bedingt ist.
PSA-Wert mit Risiko bzw. auffällig
Liegt der PSA-Wert zwischen 4 – 10 ng/mL, gilt dies als Risikobereich bzw. als verdächtiger Wert. Ärztinnen und Ärzte können dann zusätzliche Untersuchungen mit anderen Methoden erwägen. Liegt der PSA-Wert über 10 ng/mL, besteht ein hohes Risiko, dass die Ursache Prostatakrebs sein könnte; daher ist eine zeitnahe, vertiefte Diagnostik erforderlich.
Bedeutet ein auffällig erhöhter PSA-Wert immer Prostatakrebs?
Viele Menschen sorgen sich, dass ein hoher Blutwert immer Krebs bedeutet. Tatsächlich ist PSA ein Protein, das von der Prostata gebildet wird, nicht eine Substanz, die direkt von Krebszellen produziert wird. Daher bedeutet ein erhöhter Wert nicht zwangsläufig Prostatakrebs. Er kann auch durch andere prostatabezogene Erkrankungen verursacht werden, z. B. eine gutartige Prostatavergrößerung, bei der das Prostatagewebe altersbedingt zunimmt, oder durch eine Prostatitis infolge einer Infektion der Harnwege.
Weitere Faktoren, die den PSA-Wert im Blut erhöhen können
Neben krankheitsbedingten Auffälligkeiten gibt es auch Verhaltens- und Lebensstilfaktoren, die den PSA-Wert im Blut vorübergehend erhöhen können, wie folgt:
- zunehmendes Alter
- Geschlechtsverkehr oder Samenerguss kurz vor der Blutentnahme
- Sport mit Erschütterung im Prostatabereich, z. B. langes Radfahren
- Unfall im Beckenbereich
- rektale Untersuchung (Digital Rectal Examination) oder kurz zuvor erfolgte Katheterisierung vor der Blutentnahme
- Harnwegsinfektion
Vorbereitung vor einer PSA-Blutuntersuchung

Um korrekte und unverfälschte PSA-Ergebnisse zu erhalten, sollten sich Patientinnen und Patienten gemäß den folgenden Empfehlungen vorbereiten:
- Mindestens 5–7 Tage vor der Untersuchung auf Geschlechtsverkehr und Samenerguss verzichten.
- Intensiven Sport oder Aktivitäten mit Druck auf den Dammbereich, z. B. Motorradfahren oder Radfahren, mindestens 24 – 48 Stunden vermeiden.
- Bei Symptomen einer Harnwegsentzündung, Infektion oder Fieber sollte dies vor der Blutentnahme dem Arzt/der Ärztin mitgeteilt werden, da zunächst die Entzündung vollständig behandelt werden sollte.
- Vor der Blutentnahme kann wie gewohnt gegessen und getrunken werden; ein Nüchternsein ist nicht erforderlich.
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Zusammenfassung des Artikels
Prostatakrebs ist eine Erkrankung, die bei frühzeitiger Entdeckung gut behandelbar ist und eine gute Lebensqualität ermöglichen kann. Das Bewusstsein dafür, dass der PSA-Test ein wichtiger Schritt zur Gesundheitsüberwachung ist, hilft Männern ab 50 Jahren oder Personen mit erhöhtem Risiko, sich angemessen untersuchen zu lassen. Regelmäßige Beobachtung von körperlichen Auffälligkeiten und routinemäßige Gesundheitschecks sind der Schlüssel zur langfristigen Prostatagesundheit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum PSA-Test
1. Muss man vor dem PSA-Test auf Essen und Trinken verzichten?
Bei einer Blutentnahme ausschließlich zur Bestimmung des PSA-Werts ist kein Nüchternsein erforderlich. Patientinnen und Patienten können vor der Blutentnahme wie gewohnt essen und trinken.
2. Ab welchem Alter sollten Männer mit der Prostatakrebs-Früherkennung beginnen?
Männer sollten im Allgemeinen ab dem 50. Lebensjahr mit der Früherkennung beginnen. Besteht jedoch eine direkte familiäre Vorbelastung mit Prostatakrebs, sollte erwogen werden, früher – ab dem 45. Lebensjahr – mit der Früherkennung zu beginnen.
3. Gibt es neben der PSA-Blutuntersuchung noch andere Methoden zur Prostatakrebs-Früherkennung?
Ärztinnen und Ärzte führen häufig zusätzlich zur Blutentnahme eine Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm (Digital Rectal Examination) durch. Bei Auffälligkeiten können auch Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) in Betracht gezogen werden.
4. Beeinflusst Geschlechtsverkehr vor der Untersuchung den PSA-Wert?
Ja, er kann das Ergebnis verfälschen. Ein Samenerguss durch Geschlechtsverkehr oder Masturbation kann den PSA-Wert im Blut vorübergehend erhöhen. Daher sollte man mindestens 24 – 48 Stunden vor der Blutentnahme darauf verzichten.
5. Beeinflusst die Einnahme von Dauermedikamenten das PSA-Ergebnis?
Bestimmte Medikamente, insbesondere zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung sowie einige Mittel gegen Haarausfall, können den PSA-Wert im Blut auf bis zu die Hälfte des tatsächlichen Werts senken. Daher sollten Patientinnen und Patienten ihre regelmäßigen Medikamente mitbringen oder dem Arzt/der Ärztin vor der Blutuntersuchung stets eine Liste der eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mitteilen, damit die Befundinterpretation so korrekt und präzise wie möglich ist.






