Probleme mit unerfülltem Kinderwunsch sind eines der Themen, die viele Paare stark belasten, weil sie es noch so sehr versuchen und es trotzdem nicht klappt. Oft spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle. Daher erhöht ein Verständnis für Unfruchtbarkeit und eine möglichst frühzeitige Beratung durch einen auf Unfruchtbarkeit spezialisierten Facharzt die Chancen, dass Paare in Zukunft eine Schwangerschaft erfolgreich erreichen können.
Natürliche Schwangerschaft
Bei einer natürlichen Schwangerschaft muss im ersten Schritt ein Eisprung (Ovulation) stattfinden. Wenn die Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird, wandert sie in den Eileiter auf derselben Seite wie der Eierstock. Die Befruchtung findet in diesem Eileiter statt, wobei die Spermien durch die Vagina in die Gebärmutter gelangen und im Eileiter mit der Eizelle zusammentreffen. Anschließend wandert die befruchtete Eizelle als Embryo vom Eileiter in die Gebärmutter, nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein und entwickelt sich weiter zum Kind. Wenn in irgendeinem Schritt dieses Prozesses ein Problem auftritt, kann dies zu Unfruchtbarkeit führen.
Was ist Unfruchtbarkeit?
Unfruchtbarkeit bedeutet, dass eine Frau nicht schwanger werden kann, nachdem sie 1 Jahr lang versucht hat, durch regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehr schwanger zu werden. Wenn sie jedoch 35 Jahre oder älter ist und seit mehr als 6 Monaten regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ohne schwanger zu werden, kann dies als Unfruchtbarkeit angesehen werden. Es zeigt sich, dass mindestens 15 % der Ehepaare Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden.
Wie äußert sich Unfruchtbarkeit?
Das deutlichste Hauptsymptom von Unfruchtbarkeit ist das Ausbleiben einer Schwangerschaft innerhalb des festgelegten Zeitraums. Bei einigen Frauen können jedoch versteckte Symptome beobachtet werden, wie z. B.:
- Unregelmäßige Menstruation
- Zu starke oder zu schwache Menstruation
- Starke Menstruationsschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Diese Symptome können Warnsignale für Störungen im Fortpflanzungssystem sein, die diagnostisch abgeklärt werden sollten.
Wodurch entsteht Unfruchtbarkeit? 5 Hauptursachen im Überblick
Die Ursachen von Unfruchtbarkeit lassen sich in 5 Hauptgruppen einteilen:
1. Probleme mit dem Eisprung (Ovulation Factor)
Dies betrifft etwa 25 % der unfruchtbaren Paare und entsteht durch eine Funktionsstörung der Eierstöcke, wodurch kein Eisprung oder ein unregelmäßiger Eisprung erfolgt. Häufige Ursachen sind das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), hormonelle Ungleichgewichte (z. B. Schilddrüse oder Prolaktin) sowie der Faktor Alter. Mit zunehmendem Alter der Frau nehmen Anzahl und Qualität der Eizellen ab, wodurch die freigesetzte Eizelle unvollständig sein und für die Befruchtung nicht bereit sein kann.
2. Probleme der Eileiter (Tubal Factor)
Die Eileiter sind gewissermaßen die Brücke zwischen Eizelle und Spermium. Sind sie verengt oder verschlossen, kann keine Befruchtung stattfinden. Die häufigsten Ursachen sind eine Beckenentzündung (PID), unbehandelte chronische sexuell übertragbare Infektionen, frühere Bauchoperationen mit Verwachsungen oder ein Hydrosalpinx. Dies ist ein wesentliches Hindernis, das eine natürliche Schwangerschaft verhindert.
3. Spermienprobleme (Male Factor)
Ursachen auf männlicher Seite betreffen etwa 40 % der unfruchtbaren Paare und entstehen meist durch Störungen der Spermienbildung, z. B. eine geringe Spermienzahl, eingeschränkte Beweglichkeit oder eine abnorme Form. Ursachen können genetische Faktoren, eine Varikozele oder Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und regelmäßige Hitzeeinwirkung im Bereich der Hoden sein.
4. Probleme der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses (Uterine / Cervical Factor)
Diese entstehen durch ein Umfeld, das die Einnistung des Embryos nicht begünstigt, z. B. Myome in der Gebärmutterhöhle, Polypen, Verwachsungen oder angeborene Fehlbildungen der Gebärmutterform. Außerdem können Probleme am Gebärmutterhals vorliegen, etwa eine Verengung bzw. ein Verschluss nach einer Operation zur Behandlung auffälliger Zellen (LEEP) oder zervikaler Schleim mit abnormaler Zähigkeit, der das Vorankommen der Spermien behindert.
5. Probleme des Bauchfells (Peritoneal Factor)
Dies findet sich bei bis zu 35 % der Frauen, bei denen keine andere Ursache festgestellt wird. Hauptursache ist Endometriose oder eine Schokoladenzyste, die zu einer chronischen Entzündung im Becken führt. Dadurch entstehen Narben und Verwachsungen, die die Fortpflanzungsorgane umschließen, die anatomischen Strukturen verformen und ein für die Befruchtung ungünstiges Umfeld schaffen.
Unfruchtbarkeit ohne erkennbare Ursache
Unfruchtbarkeit unklarer Ursache (Unexplained Infertility) findet sich bei etwa 10 % der unfruchtbaren Paare, die zur Beratung kommen, obwohl bei der Ursachenabklärung bei Mann und Frau keine Auffälligkeiten festgestellt werden. In dieser Gruppe empfiehlt der Arzt, sofort mit der Behandlung zu beginnen, zunächst mit der intrauterinen Insemination (Intrauterine Insemination – IUI). Wenn die IUI über einen Zeitraum nicht erfolgreich ist (etwa 3–6 Zyklen), wird der Arzt als nächsten Schritt eine In-vitro-Fertilisation (In Vitro Fertilization – IVF) in Betracht ziehen.
Ursachenabklärung bei Unfruchtbarkeit
Es gibt Angaben, dass mindestens 25 % der unfruchtbaren Paare mehr als einen ursächlichen Faktor haben. Daher ist es sehr wichtig, dass der Arzt alle Faktoren bei Mann und Frau beurteilt, um die Ursache zu finden und eine passende Behandlung korrekt einzuleiten.
Anamnese und Planung der Diagnostik bei Unfruchtbarkeit
Der Arzt fragt unter anderem nach:
- Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus
- Bauchschmerzen während der Menstruation
- Vorgeschichte ungewöhnlicher vaginaler Blutungen oder Beckeninfektionen
- Frühere Schwangerschaften und Fehlgeburten
- Bisherige Verhütungsmethoden
- Beim Mann: Vorgeschichte von Verletzungen oder Operationen an den Genitalien oder sexuell übertragbare Erkrankungen wie Gonorrhö oder Syphilis, die zu abnormen Spermienparametern führen können
- Informationen zum Sexualleben, z. B. Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs pro Woche, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr, Erektionsprobleme, Probleme mit der Ejakulation – all dies ist wichtig, da es Faktoren sein können, die eine natürliche Schwangerschaft erschweren
Neben der Anamnese und der Planung der Diagnostik zur Ursachenabklärung gibt der Arzt Empfehlungen zur Vorbereitung auf eine gesunde Schwangerschaft in der Zukunft, einschließlich gesunder Ernährung und der Einnahme von Vitaminen zur Vorbereitung vor einerSchwangerschaft. Anschließend beginnt der Arzt mit der vertieften Diagnostik entsprechend der verschiedenen Ursachen.
Beurteilung von Eisprungproblemen und Eizellreserve
Die Beurteilung des Eisprungs kann zunächst selbst mithilfe eines LH-Hormontests im Urin erfolgen, der etwa 24–36 Stunden vor dem Eisprung ansteigt. Diese Methode kann jedoch leicht falsch-negative Ergebnisse liefern. Daher wird eine ärztliche Beurteilung empfohlen, mittels Beckenultraschall zur Beurteilung der Follikelgröße oder Blutuntersuchungen der Schilddrüsen- und Prolaktinwerte (Prolactin).
Darüber hinaus beurteilt der Arzt die Eizellreserve (Ovarian Reserve) durch eine Blutuntersuchung des AMH-Hormonspiegels sowie einen transvaginalen Ultraschall zur Zählung der Antralfollikel (Antral Follicle Count). Dies ist sehr hilfreich, um die Zahl der heranwachsenden Follikel abzuschätzen, die Erfolgschancen einer IVF (In-vitro-Fertilisation) zu bewerten und das Risiko eines ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) zu reduzieren.
Untersuchung auf Eileiterstörungen
Die Abklärung von Eileiterstörungen erfolgt mittels Röntgen-Kontrastmitteldarstellung (Hysterosalpingogram – HSG). Wenn ein verdächtiges Muster für eine Verengung oder einen Verschluss festgestellt wird, kann der Arzt eine Bauchspiegelung im Becken (Laparoskopie) zur Beurteilung und Behandlung in Erwägung ziehen.
Bei Frauen, bei denen die Untersuchung einen beidseitigen Eileiterverschluss bestätigt, muss stattdessen eine IVF (In-vitro-Fertilisation) durchgeführt werden. Zudem empfiehlt der Arzt in Fällen, in denen ein Eileiterverschluss zusammen mit einem Hydrosalpinx vorliegt, die operative Entfernung des wassergefüllten Eileiters vorab, um die Bedingungen zu optimieren, bevor der Embryo in die Gebärmutterhöhle zurücktransferiert wird.
Spermiendiagnostik zur Abklärung männlicher Ursachen
Die Spermaanalyse (Semen Analysis) ist ein wichtiger Schritt zur Analyse von Qualität, Menge, Beweglichkeit und Form der Spermien. Der Mann sollte 3–7 Tage vor der Untersuchung auf Ejakulation verzichten und die Probe innerhalb von 1 Stunde an das Labor übergeben. Bei auffälligen Befunden wird der Arzt Blutuntersuchungen der Hormone veranlassen oder eine Hodenbiopsie (Testes Biopsy) durchführen, wenn sich in der Samenflüssigkeit überhaupt keine Spermien finden. Bei Varikozele wird eine weiterführende Abklärung bei einem Facharzt für Urologie (Urologist) veranlasst.
Diagnostik von Problemen an Gebärmutter und Gebärmutterhals
Auffälligkeiten der Gebärmutterhöhle wie Myome, Polypen oder Verwachsungen erfordern Beckenultraschall (Pelvic Ultrasound), eine MRT des Beckens (MRI Pelvis), eine Sonohysterographie mit Kochsalzinstillation (Saline Instillation Sonohysterography) oder eine diagnostische Hysteroskopie (Diagnostic Hysteroscopy). Ursachen am Gebärmutterhals finden sich häufig bei Frauen, die eine Operation am Gebärmutterhals (LEEP) hatten, wodurch eine Verformung oder Verengung entstehen und so Unfruchtbarkeit verursachen kann.
Untersuchung des Bauchfells und Endometriose
Die Diagnostik von Endometriose (Endometriosis) oder Verwachsungen im Bauchraum kann effektiv mittels diagnostischer Bauchspiegelung im Becken (Diagnostic Laparoscopy) erfolgen, wobei der Arzt Diagnose und Behandlung in einem Schritt durchführen kann. Wenn bei der Spiegelung Endometrioseherde oder eine Schokoladenzyste am Eierstock gefunden werden, wird der Arzt die Herde mittels Elektrokauterisation veröden, Verwachsungen lösen, Zysten ausschälen und gleichzeitig mittels Farbstoff die Durchgängigkeit der Eileiter beurteilen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Unfruchtbarkeit?
Dank des medizinischen Fortschritts gibt es heute vielfältige Ansätze zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, um die Chance auf ein Kind für Paare zu erhöhen. Die Behandlung reicht von Beratung und Verhaltensanpassungen bis hin zu moderner assistierter Reproduktionstechnologie, wie folgt:
- Intrauterine Insemination (IUI – Intrauterine Insemination): Dabei werden gesunde Spermien aufbereitet und während des Eisprungs der Frau direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht, um den Weg der Spermien zu verkürzen und die Chance zu erhöhen, dass Spermien die Eizelle leichter befruchten können.
- In-vitro-Fertilisation (IVF – In Vitro Fertilization): Dabei werden Eizellen und Spermien außerhalb des Körpers in einer Kulturschale zusammengebracht, bis eine Befruchtung stattfindet und Embryonen entstehen. Anschließend transferiert der Arzt einen entwickelten Embryo zurück in die Gebärmutterhöhle, damit es zur Einnistung und Schwangerschaft kommt.
- ICSI (ICSI – Intracytoplasmic Sperm Injection): Dies ist eine Weiterentwicklung der IVF, bei der ein Embryologe ein einzelnes gesundes Spermium auswählt und direkt in die Eizelle injiziert. Sie wird häufig eingesetzt, wenn die Spermien des Mannes in ihrer Qualität eingeschränkt sind oder nur in geringer Menge vorliegen.
- Präimplantationsdiagnostik auf genetische Auffälligkeiten (PGT-A und PGT-M): Dabei werden Chromosomen- und genetische Auffälligkeiten von Embryonen vor dem Transfer in die Gebärmutterhöhle untersucht, um die Chance auf eine gesunde Schwangerschaft zu erhöhen und das Risiko einer Fehlgeburt zu senken.
Kinderwunschzentrum Bangkok Hospital – bereit, jede Hoffnung zu begleiten
Wenn ein Paar unter Unfruchtbarkeit leidet, braucht es sich keine Sorgen zu machen. Das Kinderwunschzentrum Bangkok Hospital verfügt über ein Team erfahrener Fachärzte und ein interdisziplinäres Team mit großer Erfahrung, das in jedem Schritt nach medizinischen Standards und mit moderner Technologie betreut, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen und Ihre Familie zu vervollständigen.
Zusammenfassung des Artikels
Wenn ein Paar von Unfruchtbarkeit betroffen ist, braucht es sich keine Sorgen zu machen, denn dank des medizinischen Fortschritts gibt es heute mehrere Methoden, die die Chance auf ein Kind erhöhen – darunter die direkte intrauterine Insemination (IUI – Intrauterine Insemination), die In-vitro-Fertilisation (IVF – In Vitro Fertilization) und ICSI (ICSI – Intracytoplasmic Sperm Injection) sowie die Technologie zur Untersuchung genetischer Auffälligkeiten vor der Einnistung (PGT-A und PGT-M).
Das Kinderwunschzentrum Bangkok Hospital verfügt über kompetente Ärzte und ein erfahrenes interdisziplinäres Team und bietet in allen Behandlungsschritten Betreuung nach internationalen Standards, um die bestmögliche Chance auf eine Schwangerschaft zu erreichen und die Familie zu vervollständigen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Unfruchtbarkeit
1. Ab welchem Alter gilt man als schwierig schwanger werdend?
Wenn die Frau jünger als 35 Jahre ist und 1 Jahr lang regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ohne schwanger zu werden, gilt dies als Unfruchtbarkeit. Wenn die Frau jedoch 35 Jahre oder älter ist, verkürzt sich der Zeitraum auf nur 6 Monate. Dann sollte man rasch einen Arzt konsultieren, um Lösungswege zu finden.
2. Trägt der Mann zur Unfruchtbarkeit bei?
Ja, in hohem Maße. Daten zeigen, dass etwa 40 % der Unfruchtbarkeitsprobleme auf männliche Faktoren zurückzuführen sind, z. B. geringe Spermienzahl, abnorme Beweglichkeit oder eine unvollständige Spermienmorphologie. Daher ist die Untersuchung der Samenflüssigkeit einer der ersten wichtigen Schritte und steht der Untersuchung der Frau in ihrer Bedeutung nicht nach.
3. Welche Vorbereitungsmöglichkeiten gibt es außer dem Arztbesuch vor einer Schwangerschaft?
Neben medizinischer Behandlung empfiehlt der Arzt Verhaltensanpassungen für eine gute Gesundheit, z. B. eine ausgewogene Ernährung, die Einnahme vorbereitender Vitamine, das Vermeiden von Alkohol, Zigaretten, Drogen sowie Stressmanagement, um den Körper auf eine Schwangerschaft vorzubereiten.








