Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Thailand und weltweit, und seine Inzidenz steigt stetig. Dieser Anstieg ist vor allem auf Lebensstilfaktoren wie ungesunde Ernährung, Stoffwechselerkrankungen und das fortschreitende Alter zurückzuführen.
Dr. Wit Jeamwijitkul (Ärztliche Zulassung: 50806), unser Gastroenterologe im Bangkok Hospital Hua Hin, erklärt, dass Darmkrebs zu den wenigen Krebsarten gehört, die verhindert und behandelt werden können, noch bevor sich der Krebs entwickelt. Bei frühzeitiger Erkennung sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und vollständige Genesung sehr hoch. Ziel dieses Artikels ist es, den Lesern grundlegendes Wissen darüber zu vermitteln, wie Darmkrebs entsteht, wer gefährdet ist, welche Warnzeichen es gibt, welche Vorsorgeuntersuchungen möglich sind und wie man die Krankheit praktisch verhindern kann.

Wie entsteht Darmkrebs?
Es gibt verschiedene Arten von Darmkrebs, die häufigste beginnt jedoch mit kleinen Wucherungen im Darm, sogenannten Polypen. Diese Polypen entwickeln sich in der Regel langsam über viele Jahre. Anfangs sind sie gutartig, doch einige können allmählich abnorme Zellveränderungen, sogenannte Dysplasien, aufweisen. Schreiten diese Veränderungen zu einer hochgradigen Dysplasie fort, können die Polypen schließlich zu Krebs werden. Mit zunehmendem Wachstum des Tumors kann dieser sich auf benachbarte Organe ausbreiten oder über den Blutkreislauf in andere Körperteile gelangen. Größere Tumore können auch spürbare Symptome wie abwechselnde Verstopfung und Durchfall, chronischen Durchfall, Bauchschmerzen oder sogar einen Darmverschluss verursachen.
Risikofaktoren für Darmkrebs
Abnormes Wachstum von Darmzellen kann verschiedene Ursachen haben. Zu den wichtigsten Faktoren zählen genetische Anomalien, chronische Darmentzündungen und Umwelteinflüsse wie eine fettreiche Ernährung, häufiger Verzehr von rotem oder verarbeitetem Fleisch und eine geringe Ballaststoffzufuhr. Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Insulinresistenz erhöhen ebenfalls das Risiko. Die Risikofaktoren für Darmkrebs lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen.
- Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen ein Alter von 45 Jahren und darüber, eine familiäre Vorbelastung mit Darmkrebs, vererbte genetische Erkrankungen wie die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) und das Lynch-Syndrom sowie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED).
- Zu den veränderbaren Risikofaktoren gehören der häufige Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht oder Fettleibigkeit, mangelnde körperliche Aktivität, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, unzureichende Erholung und chronischer Stress.

Warnzeichen, auf die Sie achten sollten
Im Frühstadium verursacht Darmkrebs oft keine Symptome. Zu den Warnzeichen können jedoch anhaltender Durchfall oder Verstopfung, wechselnde Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl, ungewöhnlich schmaler Stuhl, unerklärlicher Gewichtsverlust, chronische Bauchschmerzen oder Blähungen, Müdigkeit, durch langfristigen Blutverlust verursachte Anämie oder ein spürbarer Knoten im Bauchraum gehören. Wer diese Symptome verspürt, sollte umgehend ärztlichen Rat einholen.
Vorsorgeuntersuchungen: Der Schlüssel zur Prävention
Darmkrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen tatsächlich verhindert werden können. Eine Früherkennung erhöht die Heilungschancen erheblich. Für Menschen mit durchschnittlichem Risiko wird eine Vorsorgeuntersuchung in der Regel ab dem Alter von 45 bis 50 Jahren empfohlen, abhängig von den nationalen Leitlinien. Personen mit Darmkrebsfällen in der Familie oder Darmpolypen in der Vorgeschichte sollten früher mit der Vorsorge beginnen.
Zu den drei gängigen Screening-Methoden gehören:
1) Immunologischer Stuhltest (FIT) – Ein einfacher und kostengünstiger Test zum Nachweis von verstecktem Blut im Stuhl. Er sollte jährlich durchgeführt werden. Bei auffälligen Ergebnissen ist eine weitere Untersuchung mittels Darmspiegelung (Koloskopie) erforderlich.
2) Darmspiegelung – Die Goldstandard-Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge. Bei diesem Verfahren können Ärzte den gesamten Dickdarm untersuchen und Polypen im selben Eingriff entfernen. Bei unauffälligem Befund kann die Untersuchung alle 5 bis 10 Jahre wiederholt werden.
3) CT-Kolonographie – Eine Alternative für Personen, die nicht für eine Koloskopie geeignet sind. Werden jedoch Auffälligkeiten wie Polypen festgestellt, ist zur Behandlung dennoch eine Koloskopie erforderlich.

„Darmkrebs kann verhindert werden, bevor er entsteht“, betont Dr. Wit. „Durch die Annahme eines gesünderen Lebensstils – wie zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, das Halten eines gesunden Gewichts und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol – können wir das Risiko deutlich verringern. Selbst bei Risikofaktoren, die nicht beeinflusst werden können, wie Alter oder genetische Veranlagung, bleiben regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die frühzeitige Entfernung von Polypen die wirksamste Methode zur Vorbeugung von Darmkrebs.“







