Vokabular für Gesundheits-Check-up 2026

Inhaltsverzeichnis: Vorsorge- und Screening-Untersuchungen

Übersicht wichtiger Check-up-Bausteine: Basiswerte, Sinnesorgane, Blut- und Urintests, Krebsfrüherkennung, Bildgebung sowie Herz-Kreislauf-Diagnostik und Vitamine.

  • Basis-Check (Basic Measurement): Vitalzeichen (Blutdruck, Temperatur, Puls) und Body-Mass-Index (BMI).
  • Augen-Screening: Früherkennung von Seh- und Augenerkrankungen durch standardisierte Tests.
  • Hör-Screening: Prüfung des Hörvermögens; Abklärung möglicher Ursachen von Hörverlust.
  • Blutbild (CBC): u. a. Hämoglobin/Hämatokrit (Anämie/„dickes“ Blut), Leukozyten (Infekt/Entzündung), Thrombozyten (Gerinnung).
  • Zuckerprofil: Nüchternblutzucker (FBS) und HbA1c zur Erkennung/Verlaufskontrolle von Diabetes.
  • Lipidprofil: Cholesterin, HDL, LDL, Triglyceride zur kardiovaskulären Risikoeinschätzung.
  • Nierenfunktion: BUN, Kreatinin, eGFR zur Beurteilung der Filtrationsleistung.
  • Harnsäure: Erhöhte Werte als Hinweis u. a. auf Hyperurikämie/Gicht-Risiko.
  • Leberfunktion: SGPT/ALT, SGOT, GGT, ALP zur Einschätzung von Leber- und Gallenwegsbelastung.
  • Schilddrüse: TSH sowie Free T4 und Free T3 zur Abklärung von Unter-/Überfunktion.
  • Tumormarker: PSA, CEA, AFP als ergänzende Laborparameter (nicht allein diagnostisch).
  • Urinanalyse: Screening auf Auffälligkeiten (z. B. Blut, Eiweiß, Entzündungszeichen) je nach Testpanel.
  • Stuhluntersuchung: inkl. okkultes Blut als Teil der Darmkrebsvorsorge.
  • Zervixkarzinom-Screening: Liquid Based Cytology zur Früherkennung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals.
  • Radiologie: Thorax-Röntgen (CXR), Ultraschall Abdomen, Knochendichtemessung (LWS/Hüfte), Mammografie mit Brust-Ultraschall.
  • Herz-Kreislauf: Belastungs-EKG (EST), EKG, ABI, Carotis-Doppler zur Erkennung von Durchblutungs- und Rhythmusproblemen.
  • Vitamin D: Spiegelbestimmung zur Erkennung von Mangel/Überversorgung.
  • Vitamin B12: Spiegelbestimmung, u. a. relevant bei Anämie/neurologischen Beschwerden.

Basis-Gesundheitscheck (Grundmessungen)

Eine Basisuntersuchung dient der ersten Einschätzung des allgemeinen Gesundheitszustands. Sie umfasst die Messung von Vitalzeichen sowie die Berechnung des Body Mass Index (BMI).

Vitalzeichen

Zu den Vitalzeichen zählen Blutdruck, Körpertemperatur, Puls und Atemfrequenz. Abweichungen können auf Veränderungen des Gesundheitszustands hinweisen.

Blutdruck

  • Normal: < 120/80 mmHg
  • Erhöht: 120–129/80–84 mmHg
  • Hypertonie Grad 1: 130–139/85–89 mmHg
  • Hypertonie Grad 2: 140–159/90–99 mmHg
  • Sehr hoch: 160–179/100–109 mmHg
  • Hypertensive Krise: ≥ 180/110 mmHg

Auswirkungen von hohem und niedrigem Blutdruck

Niedriger Blutdruck kann Schwindel, Schwäche oder Ohnmacht verursachen und dadurch Sturzrisiken erhöhen; bei starkem Abfall kann es zu Sauerstoffmangel kommen, der Herz und Gehirn schädigen kann.

Hoher Blutdruck erhöht das Risiko u. a. für Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, chronische Nierenerkrankung und Schlaganfall; zudem sind weitere Folgeschäden (z. B. an Augen/Netzhaut) möglich.

Ursachen/Risikofaktoren

Hoher Blutdruck: primäre (essenzielle) Hypertonie (häufig) oder sekundäre Hypertonie durch Grunderkrankungen (z. B. Niere, Hormonsystem) oder Medikamente. Risikofaktoren: genetische Faktoren, Übergewicht, hoher Cholesterinspiegel, salzreiche Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol, Rauchen, Stress und Alter.

Niedriger Blutdruck: z. B. Dehydratation, Blutverlust, Medikamente, Herz- oder Hormonerkrankungen, Schwangerschaft, schwere Infektionen oder allergische Reaktionen.

Körpertemperatur

  • Normal: 35,4–37,4°C
  • Leichtes Fieber: 37,5–38,4°C
  • Hohes Fieber: 38,5–39,4°C
  • Sehr hohes Fieber: > 40°C

Temperaturwerte können u. a. durch Alter, körperliche Verfassung, Aktivität und Umweltbedingungen beeinflusst werden.

Puls

  • Ruhepuls meist 60–100/min (normal)
  • > 100/min: Tachykardie
  • > 150/min: schwere Tachykardie (potenziell gefährlich)

Ein schneller Puls ohne Anstrengung oder Fieber kann auf eine Erkrankung hinweisen; bei Herzklopfen, Atemnot oder Müdigkeit kann eine Arrhythmie möglich sein.

Body Mass Index (BMI)

Der BMI schätzt Körperfett anhand von Gewicht/Größe². Er ist ein Orientierungswert und sollte für eine umfassende Beurteilung mit weiteren Untersuchungen kombiniert werden.

BMI-Klassifikation

  • < 18,50: Untergewicht
  • 18,50–22,9: Normalgewicht
  • 23–24,9: Übergewicht
  • 25–29,9: Adipositas
  • > 30: schwere Adipositas

Bedeutung

  • Untergewicht: erhöhtes Risiko für Mangelernährung, Müdigkeit und geschwächtes Immunsystem
  • Normalgewicht: geringstes Risiko für adipositasbedingte Komplikationen
  • Übergewicht/Adipositas: zunehmendes Risiko für adipositasbedingte Komplikationen

BMI-Unterschiede können u. a. durch Ernährung, Bewegung, genetische Faktoren, Erkrankungen und Hormone entstehen.

Augen-Screening

 

Warum ist ein Augen-Screening notwendig?

Ein Augen-Screening ist ein Verfahren zur Beurteilung der Augengesundheit und der Sehkraft sowie zur Erkennung potenzieller Augenerkrankungen. Einige Augenkrankheiten zeigen in frühen Stadien möglicherweise keine Symptome, weshalb regelmäßige Augen-Screenings für eine frühe Prävention und eine rechtzeitige Behandlung entscheidend sind.

Liste der Augen-Screening-Tests

    1. Sehschärfetest (VA)

Dieser Test bewertet die Sehfähigkeit und identifiziert Refraktionsfehler oder Augenerkrankungen. Viele Berufe erfordern bestimmte Sehschärfestandards, die korrigiertes (z. B. Brille) oder unkorrigiertes Sehen umfassen können. Perfektes Sehen wird häufig als 20/20 bezeichnet (in US-Maßeinheiten). Sehschärfetests helfen:

      • Beurteilen, ob Säuglinge oder Kinder eine korrekte visuelle Entwicklung haben.
      • Bestätigen der Sehanforderungen für den Erwerb eines Führerscheins.
      • Ursachen diagnostizieren und Behandlungen bei verminderter Sehschärfe planen.
      • Symptome des Krankheitsfortschritts, die zu Veränderungen des Sehens führen.
      • Überwachen fortschreitender Veränderungen des Sehens, die durch medizinische Erkrankungen verursacht werden.
      • Bewerten der Wirksamkeit von Behandlungen, z. B. medikamentös oder operativ.
    1. Intraokulardruckmessung (Auto-Tonometer)

Ein erhöhter Intraokulardruck (über 21 mmHg) ist ein Risikofaktor für Glaukom. Unbehandelt kann ein Glaukom den Sehnerv schädigen, was zu einem allmählichen Sehverlust und möglicher Erblindung führen kann.

    1. Refraktionstest (Auto-Refraktometer)

Dieses automatisierte Gerät misst Refraktionsfehler wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus effizienter als traditionelle Techniken. Es ist besonders nützlich für Personen mit eingeschränktem Sehvermögen.

    1. Hornhautkrümmungstest (Auto-Keratometer)

Misst die Krümmung der Hornhaut zur Erkennung von Astigmatismus. Er ist auch entscheidend für die Planung einer Kataraktoperation, insbesondere bei der Auswahl geeigneter Intraokularlinsen.

    1. Netzhautbildgebung ohne Pupillenerweiterung (Auto-Retina-Kamera oder Funduskamera)

Diese Kamera erstellt detaillierte Bilder der Netzhaut und ermöglicht so eine genaue Diagnose sowie die Überwachung der Behandlung. Sie unterstützt zudem eine klare Kommunikation zwischen Ärztinnen/Ärzten und Patientinnen/Patienten.

    1. Farbsehtest

Diagnostiziert Farbenblindheit. Ein frühes Screening, empfohlen ab einem Alter von 4,5 Jahren, kann den Schock verhindern, Einschränkungen erst später im Leben zu entdecken. Eine frühe Erkennung hilft bei der Behandlungsplanung und bei Anpassungen im Alltag. Testmethoden umfassen Ishihara-Tafeln, den Cambridge Color Test und die Anomaloskopie.

    1. Messung der Brillenglasstärke (tragbares Lensometer)

Misst die Stärke von Brillengläsern mithilfe eines Lensometers, um sicherzustellen, dass die Verordnung den Sehbedürfnissen der Patientin bzw. des Patienten entspricht.

 

Hörscreening-Test

 

Warum ist ein Hörscreening notwendig?

Das Hören spielt eine wichtige Rolle im Alltag, insbesondere in der Kommunikation. Jegliche Auffälligkeiten können die Kommunikation erschweren. Hörverlust kann in jedem Alter auftreten, weshalb regelmäßige Hörscreenings entscheidend sind, um einem möglichen Hörverlust vorzubeugen und ihn zu behandeln.

Häufige Ursachen für Hörverlust

  • Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis)
  • Genetik
  • Verletzungen oder Unfälle
  • Ohrenschmalzpfropf oder Trommelfellperforation
  • Erkrankungen wie Infektionen, Tumoren oder Otosklerose
  • Langanhaltende Exposition gegenüber lautem Lärm
  • Angeborener Hörverlust

Liste der Hörscreening-Tests

    1. Reintonaudiometrie

Bewertet die leisesten Töne, die eine Person über verschiedene Frequenzen hinweg hören kann. Es gibt zwei Schallleitungsarten :

  • Luftleitung: Schall wird über Kopfhörer zugeführt.
  • Knochenleitung: Schall wird über einen Knochenvibrator übertragen.

Normales Hören liegt zwischen -10 und 25 Dezibel (dB). Hörwerte über 25 dB weisen auf eine Hörbeeinträchtigung hin.

    1. Sprachaudiometrie

Dieser Test beurteilt die leiseste Sprachlautstärke, die eine Person hören kann, sowie ihre Fähigkeit, gesprochene Wörter zu verstehen. Die Person hört Wörter und wiederholt sie laut.

Die Ergebnisse werden als Prozentsatz angegeben, um das Sprachverständnis zu zeigen.

    1. Test der Mittelohrfunktion

Dieser Test misst die Bewegung des Trommelfells und des Mittelohres als Reaktion auf Luftdruck und laute Geräusche. Die Ergebnisse werden zusammen mit den Symptomen verwendet, um Auffälligkeiten im Mittelohr zu beurteilen. Er hilft, Probleme wie ein perforiertes Trommelfell, Flüssigkeit oder Eiter im Mittelohr oder eine Infektion im Mittelohr sowie eine Fehlfunktion der druckausgleichenden Tube im Mittelohr zu erkennen.

    1. Auditorisch evozierte Hirnstammpotenziale (ABR)

Dieser Test beurteilt die Funktion der Nerven zwischen dem Innenohr und dem Hirnstamm. Er wird bei Patienten eingesetzt, bei denen der Arzt Auffälligkeiten des Hörnervs oder einen Tumor am Nerv vermutet, oder bei Personen, die Verletzungen erlitten haben, die das Hören beeinträchtigen. Darüber hinaus wird ABR als Hörscreening-Instrument für Kinder und Erwachsene verwendet, die keine Reintonaudiometrie durchführen können.

    1. Test otoakustischer Emissionen (OAE) (Test otoakustischer Emissionen : OAE)

Dieser Test beurteilt die Funktion des Innenohres und wird auch als Hörscreening-Instrument für Neugeborene eingesetzt. Außerdem hilft er, das Hörniveau abzuschätzen und mögliche Hörschäden zu überwachen, die durch Medikamente oder Chemikalien verursacht werden, die für das Innenohr toxisch sind.

Wenn bei einem Hörscreening Auffälligkeiten festgestellt werden, wird zur genauen Beurteilung, Verlaufskontrolle und Behandlung eine weiterführende diagnostische Abklärung durch einen HNO-Facharzt oder Audiologen empfohlen.

 

Complete Blood Count (CBC)

Das Complete Blood Count (CBC) misst Anzahl und Eigenschaften von roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Thrombozyten (Blutplättchen). Es dient zum Erkennen von Auffälligkeiten und zur Abklärung verschiedener Erkrankungen.

Hämoglobin (Hb/HGB)

Protein in roten Blutkörperchen; wichtig für den Sauerstofftransport.

  • Normalbereich Männer: 13–18 g/dL
  • Normalbereich Frauen: 12–16 g/dL
  • Erhöht: Hinweis auf „dickes Blut“ (z. B. bei Übergewicht, Rauchen, viel Alkohol, Diuretika, Dehydratation)
  • Erniedrigt: Hinweis auf Anämie (z. B. verminderte Bildung durch Nährstoffmangel, Schwangerschaft, chronische Erkrankungen, Knochenmarkprobleme; vermehrter Abbau z. B. Thalassämie/Infektionen; Blutverlust akut oder chronisch mit Eisenmangel)

Hämatokrit (HCT)

Anteil der roten Blutkörperchen am gesamten Blutvolumen.

  • Normalbereich Männer: 40–54%
  • Normalbereich Frauen: 36–48%
  • Erhöht: Hinweis auf „dickes Blut“ (u. a. Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Diuretika, Dehydratation)
  • Erniedrigt: Hinweis auf Anämie (z. B. Nährstoffmangel, Schwangerschaft, chronische Erkrankungen/Knochenmark; vermehrter Abbau wie Thalassämie/Infektionen; Blutverlust)

White Blood Cell Count (WBC)

Weiße Blutkörperchen sind Teil des Immunsystems und werden im Knochenmark gebildet.

  • Normal: ca. 4.500–10.000 Zellen/ml
  • Erhöht: häufig bei bakteriellen oder viralen Infektionen; auch Reaktion auf Fremdstoffe oder Medikamente möglich
  • Erniedrigt: erhöhtes Infektionsrisiko; mögliche Ursachen sind Knochenmarkstörungen, angeborene Erkrankungen, Krebs oder vermehrter Abbau bei Virusinfektionen

Platelet count (Thrombozyten)

Wichtig für die Blutstillung nach Verletzungen.

  • Normal: 150.000–450.000/mm³
  • Zu niedrig: Blut gerinnt schlechter, Blutungen lassen sich schwerer stoppen
  • Zu hoch: Risiko für Gefäßverschlüsse/Thrombosen

Blutzuckertest (Zuckerprofil)

 

Warum ist ein Blutzuckertest notwendig?

Ein Blutzuckerspiegeltest bewertet die Konzentration von Zucker im Blut, um die Fähigkeit des Körpers zu analysieren, den Zuckerspiegel effektiv zu regulieren.

 

Nüchternblutzucker (FBS)

Der Nüchternblutzuckertest misst den Blutzuckerspiegel der vergangenen 2–3 Tage. Für diesen Test ist vor der Blutentnahme ein Fasten von mindestens 8 Stunden erforderlich.

FBS-Werte

  • Ein Glukosewert unter 100 mg/dL weist auf einen normalen Blutzuckerspiegel hin.
  • Ein Glukosewert zwischen 100–125 mg/dL weist auf ein erhöhtes Diabetesrisiko hin.
  • Ein Glukosewert über 126 mg/dL weist auf Diabetes hin.

Ergebnisse der FBS-Werte

Wenn Ihr Glukosewert zwischen 100–125 mg/dL (Prädiabetes) liegt, ist es wichtig, Ihre Gewohnheiten beim Zuckerkonsum anzupassen. Wenn Ihr Glukosewert über 126 mg/dL (Diabetes) liegt, sollten Sie eine medizinische Behandlung in Anspruch nehmen.

Ursachen für hohen Blutzucker

Bei Menschen mit Diabetes tritt hoher Blutzucker auf, weil der Körper entweder nicht genügend Insulin produziert oder dagegen resistent wird, was zu einer unzureichenden Regulation des Blutzuckerspiegels führt.

Bei Personen ohne Diabetes kann hoher Blutzucker durch verschiedene Faktoren entstehen, z. B. durch den übermäßigen Verzehr von Zucker oder Kohlenhydraten, chronischen Stress, Bewegungsmangel, Infektionen oder Fieber, Probleme der Bauchspeicheldrüse, die die Insulinproduktion verringern, oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Steroide oder Immunsuppressiva.

 

Glykiertes Hämoglobin (HbA1c)

Der Test misst den Anteil des Hämoglobinproteins in den roten Blutkörperchen, an den Glukose gebunden ist. Das Ergebnis spiegelt die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der vergangenen 2–3 Monate wider.

HbA1c-Werte

  • Ein HbA1c-Wert von unter 5,7 % gilt als normal.
  • Ein HbA1c-Wert zwischen 5,7 % und 6,4 % weist auf ein Diabetesrisiko hin.
  • Ein HbA1c-Wert von 6,5 % oder höher wird als Diabetes eingestuft.
  • Bei Personen, bei denen bereits Diabetes diagnostiziert wurde, liegt eine gute Kontrolle des HbA1c-Werts unter 7 %.

Ergebnisse der HbA1c-Werte

Wenn der HbA1c-Wert hoch ist und auf Diabetes oder ein Risiko für Komplikationen hinweist, kann dies zu Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augenproblemen, Nierenerkrankungen, Nervenerkrankungen und Infektionen führen. Zudem kann hoher Blutzucker zu einer erhöhten Blutviskosität führen.

Ursachen für HbA1c-Werte

Bei Menschen mit Diabetes kann der Blutzuckerspiegel aufgrund einer unzureichenden Insulinproduktion oder Insulinresistenz leicht ansteigen, was zu einer schlechten Blutzuckerregulation führt.

Bei Personen ohne Diabetes kann der Blutzuckerspiegel aufgrund von Faktoren wie übermäßigem Verzehr zucker- oder kohlenhydratreicher Lebensmittel, chronischem Stress, Bewegungsmangel, Infektionen, Fieber, Problemen der Bauchspeicheldrüse mit unzureichender Insulinproduktion oder der Einnahme bestimmter Medikamente wie Steroide und Immunsuppressiva ansteigen.

 

Blutfett-Test (Lipidprofil)

Die Messung der Blutfette hilft, den Fettstoffwechsel zu beurteilen. Fett ist für den Körper wichtig, dauerhaft erhöhte Werte können jedoch die Gesundheit belasten.

Cholesterin

Cholesterin wird teils vom Körper gebildet und teils über die Nahrung aufgenommen. Wichtige Fraktionen:

  • High-Density Lipoprotein (HDL) – „gutes“ Cholesterin
  • Low-Density Lipoprotein (LDL) – „schlechtes“ Cholesterin

Gesamtcholesterin: Richtwerte

  • ≤ 200 mg/dL: normal
  • 200–239 mg/dL: erhöht
  • ≥ 240 mg/dL: hoch

Erhöhte Cholesterin-/Blutfettwerte steigern das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfall.

Häufige Ursachen sind Rauchen, Bewegungsmangel, viele gesättigte Fette/Transfette und hoher Alkoholkonsum.

HDL

HDL transportiert Cholesterin und Triglyzeride aus Gefäßen/Gewebe zur Leber (Ausscheidung) und kann so das kardiovaskuläre Risiko senken.

HDL: Richtwerte

  • Männer: > 40 mg/dL
  • Frauen: > 50 mg/dL

Hohe HDL-Werte gelten meist als günstig; sehr hohe Werte sind in ihrer Bedeutung nicht abschließend geklärt. Niedrige HDL-Werte erhöhen das Risiko für Herzkrankheit, Schlaganfall und Brustschmerzen.

LDL

LDL kann sich an Gefäßwänden ablagern und bei hohen Werten zu Verengung und Verhärtung der Arterien führen.

LDL: Richtwert

≤ 130 mg/dL

Erhöhtes LDL ist mit einem höheren Risiko für koronare Herzkrankheit und Schlaganfall verbunden.

Begünstigend sind viele gesättigte Fette (z. B. fettes Fleisch, Eigelb, tierische Fette, Kokosöl/-milch, Butter) sowie Transfette (z. B. in Margarine, Shortening, nicht-milchbasierten Kaffeecremes, Kondensmilch).

Triglyzeride

Triglyzeride werden in der Leber gebildet und über fettreiche Nahrung aufgenommen. Energieüberschüsse werden als Triglyzeride gespeichert; dauerhaft hohe Werte erhöhen Gesundheitsrisiken.

Triglyzeride: Richtwerte

  • < 150 mg/dL: normal
  • 150–199 mg/dL: grenzwertig erhöht
  • 200–499 mg/dL: hoch
  • ≥ 500 mg/dL: sehr hoch

Hohe Triglyzeride erhöhen u. a. das Risiko für Herzkrankheit, Schlaganfall, Adipositas, Pankreatitis, Fettlebererkrankung und Brustkrebs.

Ursachen sind u. a. erhöhte Leberproduktion und fettreiche Ernährung (z. B. Transfette, Schweinebauch, Öle, Butter).

Kidney Function Test

Nierenfunktionstests beurteilen die Nierengesundheit und die Fähigkeit, Abfallstoffe aus dem Körper zu entfernen. Meist werden dazu verschiedene Substanzen im Blut gemessen. Sie helfen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und nierenspezifische Erkrankungen besser zu überwachen.

Blood Urea Nitrogen (BUN)

BUN misst Harnstoffstickstoff im Blut (entsteht beim Proteinabbau und wird über die Nieren ausgeschieden) und unterstützt die Beurteilung der Ausscheidungsfunktion.

BUN-Werte

  • Erwachsene: ca. 10–20 mg/dL
  • Kinder: ca. 5–18 mg/dL

Interpretation

Erhöhte BUN-Werte können auf Nierenfunktionsstörung (z. B. chronische Nierenerkrankung) oder Dehydratation hinweisen. Niedrige Werte können zu geringer Proteinzufuhr oder Malabsorption entsprechen.

Mögliche Ursachen erhöhter BUN

Eiweißreiche Ernährung, Stress, Nierensteine oder Nierenfunktionsstörung.

Creatinine

Creatinine ist ein Abbauprodukt der Muskulatur. Der Bluttest dient der Beurteilung der Nierenfunktion; auffällige Werte können auf eine Funktionsstörung hinweisen.

Referenzbereiche

  • Männer: 0,73–1,18 mg/dL
  • Frauen: 0,55–1,02 mg/dL

Interpretation

Niedrige Werte können mit geringer Muskelaktivität und möglichem Muskelabbau zusammenhängen. Hohe Werte können u. a. bei Harnabflussstörung (z. B. Nierensteine) oder Dehydratation auftreten.

Mögliche Ursachen

Niedrig: Schwangerschaft, unzureichende/unausgewogene Ernährung, reduzierte Muskel- und Nervenfunktion.

Hoch: Bluthochdruck, Diabetes, bestimmte Medikamente, eiweißreiche Ernährung vor der Untersuchung, Niereninfektionen, Muskelabbau durch starke körperliche Belastung sowie Harnabflussstörungen.

estimated Glomerular Filtration Rate (eGFR)

eGFR gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern. Der Wert ist zentral zur Beurteilung der Nierenfunktion und zur Erkennung von z. B. chronischer Nierenerkrankung oder Nierenversagen.

Faktoren bei schleichender Verschlechterung

Chronische Erkrankungen, Familienanamnese, Ernährungsgewohnheiten, Rauchen, bestimmte Medikamente und Lebensstilfaktoren.

Harnsäure-Bluttest (Harnsäure)

 

Warum ist ein Harnsäure-Bluttest notwendig?

Harnsäure entsteht beim Abbau von Purin, das in hohen Mengen in Lebensmitteln wie Geflügel, Innereien und bestimmten Gemüsesorten vorkommt. Normalerweise wird Harnsäure über den Urin ausgeschieden, erhöhte Werte können jedoch auf gesundheitliche Probleme hinweisen.

Harnsäurewerte

Die normalen Harnsäurewerte im Blut liegen typischerweise bei Männern und postmenopausalen Frauen bei bis zu 7 mg/dL. Bei Frauen, die noch menstruieren, sollte der Harnsäurespiegel 6 mg/dL nicht überschreiten.

Ergebnisse des Harnsäure-Bluttests

Wenn der Harnsäurespiegel den Normalbereich überschreitet, kann dies zu Hyperurikämie führen, was das Risiko erhöht, eine Arthritis oder Gicht zu entwickeln, und auch das Risiko von Nierensteinen erhöhen kann.

Ursachen für hohe Harnsäurewerte

Harnsäure wird durch chemische Prozesse im Körper bei der Bildung oder Reparatur von Zellen sowie durch den Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Harnsäuregehalt gebildet, wie z. B. Geflügel, Innereien, bestimmte Gemüsesorten, Hülsenfrüchte und einige Getränke wie Bier und fruktosehaltige Fruchtsäfte. Wenn der Körper zu viel Harnsäure produziert oder wenn die Nieren sie aufgrund einer Nierenfunktionsstörung nicht richtig ausscheiden können, kann sich Harnsäure im Körper anreichern. Dies kann zu Nierenschäden, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlaganfall und einem erhöhten Risiko für Lähmungen führen.

 

Liver Function Test

Leberfunktionstests sind Blutuntersuchungen zur Messung von Eiweißen und Enzymen, die auf Lebererkrankungen oder -schäden hinweisen können. Sie dienen der orientierenden Abklärung, der Verlaufskontrolle und der Überwachung möglicher Nebenwirkungen bestimmter Medikamente.

SGPT (ALT, Alanine Transaminase)

ALT ist ein Enzym, das vor allem in der Leber vorkommt. Erhöhte Werte sprechen für Leberentzündung oder Leberschädigung.

Normbereich: 0–45 U/L.

Erhöht: Hinweis auf Entzündung/Schädigung der Leber.

Häufige Ursachen: hoher Alkoholkonsum, Adipositas/metabolisches Syndrom, fructosereiche Getränke, stark verarbeitete oder alte Lebensmittel.

SGOT (AST, Aspartate Transaminase)

AST ist ein Enzym, das bei Organschädigung freigesetzt wird; erhöhte Blutwerte können besonders auf eine Leberzellschädigung hinweisen.

Normbereich: 5–34 U/L.

Erhöht: möglicher Hinweis auf Leberentzündung.

Mögliche Ursachen: Alkohol, Adipositas (v. a. viszerales Fett), fructosereiche Getränke (Fetteinlagerung in der Leber), verarbeitete oder abgelaufene Lebensmittel (potenziell schädliche Stoffe).

Gamma GT (GGT)

GGT ist ein Leberenzym, das mit Entgiftungsprozessen zusammenhängt. Es steigt häufig bei übermäßigem oder längerfristigem Alkoholkonsum an. GGT kann zusammen mit ALP helfen, die Herkunft erhöhter Enzyme einzuordnen; erhöhte Werte können auf Leber- oder Gallenwegserkrankungen hindeuten.

  • Normbereich Männer: 12–64 U/L
  • Normbereich Frauen: 9–36 U/L

Erhöht: möglich bei alkoholbedingter Leberschädigung; ohne Alkohol kann es auf Risiko einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD) hinweisen.

Häufige Ursachen: starker Alkoholkonsum; außerdem Diabetes, Adipositas, Stress sowie NAFLD.

Alkalische Phosphatase (ALP)

ALP kommt v. a. in Leber und Knochen vor. Die Bestimmung hilft, Leber-/Gallenwegs- von Knochenerkrankungen abzugrenzen und wird oft zusammen mit ALT und AST beurteilt.

Normbereich: 40–150 U/L.

Erhöht: Hinweis auf Erkrankungen der Leber oder Gallenwege (z. B. Hepatitis, Zirrhose, Leberkrebs, Gallensteine, Gallengangsverschluss) oder auf Knochenprobleme.

Niedrig: selten; möglich bei Nährstoffmangel/ungenügender Zufuhr (z. B. Zöliakie, Vitamin-/Mineralstoffmangel).

Mögliche Ursachen abweichender Werte: Störungen der Gallenwege oder Knochen; Nährstoffmangel; außerdem u. a. Nierenkrebs, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Pankreaserkrankungen oder schwere Infektionen.

Schilddrüsenfunktionstest

 

Test des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH)

Der TSH-Test wird verwendet, um die Funktion der Hypophyse zu beurteilen, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen steuert. Dieser Test hilft festzustellen, ob der Körper über ausreichende Spiegel an Schilddrüsenhormonen verfügt. Durch die Messung der TSH-Werte kann angezeigt werden, ob die Schilddrüse unteraktiv (Hypothyreose) oder überaktiv (Hyperthyreose) ist.

TSH-Werte

Der Normalbereich für TSH-Werte liegt zwischen 0,350 – 4,940 uIU/mL.

Ergebnisse der TSH-Werte

Wenn der TSH-Wert höher oder niedriger als normal ist, ist es ratsam, einen Facharzt zur weiteren Abklärung zu konsultieren.

Ursachen der TSH-Werte

Ein höher-als-normaler TSH-Wert kann auf zwei Hauptfälle hinweisen :

Die Schilddrüse produziert unzureichend Hormone, wodurch die Hypophyse mehr TSH produziert, um die Funktion der Schilddrüse zu stimulieren.

In manchen Fällen kann die Hypophyse abnormal funktionieren und übermäßig viel TSH produzieren, was bei Patienten mit Tumoren im Hypophysenbereich festgestellt werden kann.

 

Freies T4

Der Test auf freies T4 misst den Spiegel des Schilddrüsenhormons T4 in seiner freien Form, die nicht an Proteine im Blut gebunden ist. Dies ermöglicht eine genauere Beurteilung der Menge an Schilddrüsenhormon, die dem Körper zur Verfügung steht. Der Test hilft, die Schilddrüsenfunktion zu beurteilen und das Risiko oder das Vorliegen eines Schilddrüsenhormonmangels effektiver einzuschätzen.

Werte für freies T4

Der Normalbereich für freies T4 liegt bei 0,70 – 1,48 ng/dL.

Ergebnisse der Werte für freies T4

Wenn die Werte für freies T4 höher oder niedriger als normal sind, ist es wichtig, einen Spezialisten zur weiteren Abklärung und Diagnose zu konsultieren.

 

Freies T3

Der Test auf freies T3 misst die Spiegel des freien, ungebundenen T3-Hormons im Blutkreislauf und liefert damit einen genaueren Hinweis auf das Hormon, das dem Körper tatsächlich zur Verfügung steht. Dieser Test ist nützlich, um zu beurteilen, ob die Schilddrüse normal funktioniert, überaktiv ist oder eine Funktionsstörung vorliegt.

Werte für freies T3

Der Normalbereich für freies T3 liegt bei 1,58 – 3,91 pg/mL.

Ergebnisse der Werte für freies T3

Wenn der Wert für freies T3 höher oder niedriger als der Normalbereich ist, wird empfohlen, einen Spezialisten zur weiteren Abklärung zu konsultieren.

 

Tumor Markers

Tumormarker-Tests sind Blutuntersuchungen zum Nachweis von Substanzen, die von Krebszellen gebildet werden. Sie dienen der Erkennung von Auffälligkeiten und sollten zur besseren Aussagekraft zusammen mit anderen, krebsspezifischen Screening-Methoden eingesetzt werden.

Prostate Specific Antigen (PSA)

PSA ist ein Protein aus der Prostata; Werte können bei Prostatakrebs erhöht sein, kommen aber auch bei gutartigen Ursachen vor.

PSA-Werte

Typischer Normalbereich: unter 4 ng/mL.

Bewertung

Über 10 ng/mL: erhöhtes Risiko für Prostatakrebs.

Mögliche Ursachen erhöhter PSA-Werte

Erhöht bei Prostatakrebs sowie bei benign prostatic hyperplasia (BPH), Prostatitis, Harnverhalt und nach/bei Katheterisierung, Instrumentierung der Harnröhre oder Prostatabiopsie. Ein erhöhter PSA-Wert allein reicht nicht zur Diagnose; weitere Untersuchungen sind erforderlich.

Carcinoembryonic Antigen (CEA)

CEA wird normalerweise in Darm- und Leberzellen gebildet und ist bei Darmkrebs häufig erhöht.

CEA-Werte

  • Nichtraucher: 0,0–5,0 ng/mL
  • Raucher: 0,0–10,0 ng/mL

Bewertung

Über 5 ng/mL kann auf ein erhöhtes Risiko für kolorektalen Krebs hinweisen. Erhöhte CEA-Werte können auch bei anderen Adenokarzinomen (z. B. Magen, Lunge, Schilddrüse) sowie bei entzündlichen/organischen Erkrankungen (z. B. Cholezystitis, Leberzirrhose, Nierenerkrankung, entzündliche Darmerkrankung) auftreten.

Weitere Ursachen

Leicht erhöhte Werte sind möglich bei Rauchern, in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft sowie bei Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, der Lunge oder der Leber; meist nicht stark ausgeprägt. Deutlichere Erhöhungen finden sich häufiger bei Tumoren des Magen-Darm-Systems, des Pankreas, der Brust, der Lunge und der Ovarien; bei kolorektalem Krebs oft besonders hoch.

Alpha-Fetoprotein (AFP)

AFP wird zur Erkennung von Leberkrebs bei Risikopersonen eingesetzt, z. B. bei Leberzirrhose oder Hepatitis-B-Infektion.

AFP-Werte

Normal bei Männern und nicht schwangeren Frauen: 0,89–8,78 ng/mL (bei gesunden Erwachsenen meist unter 10 ng/mL). Sehr hohe Werte (z. B. >500 ng/mL) erfordern weitere Abklärung.

Bewertung

Erhöhtes AFP kann zunächst auf Leberkrebs hinweisen; zur Bestätigung sind zusätzliche diagnostische Tests notwendig.

Ursachen/Risikofaktoren für Leberkrebs

Leberzirrhose (u. a. durch chronische Hepatitis B/C), hoher Alkoholkonsum, Fettleber, Diabetes, Adipositas sowie kontaminierte Lebensmittel. Aflatoxine (z. B. in Erdnüssen und getrocknetem Chilipulver) gelten als fördernder Faktor.

Urinanalyse (Urinuntersuchung)

 

Warum ist eine Urinanalyse notwendig?

Die Urinanalyse (UA) ist eine Untersuchung des Urins, der von den Nieren als Abfallstoff filtriert wurde und in flüssiger Form vorliegt. Der Test untersucht die Bestandteile des Urins, beginnend mit seinen physikalischen Eigenschaften wie Farbe, Geruch, Klarheit sowie der chemischen Zusammensetzung der Flüssigkeit. Außerdem wird geprüft, ob sich abnorme Substanzen im Urin befinden, wie Krankheitserreger, Bakterien und Viren, die den Filtrationsprozess möglicherweise passiert haben.

Liste der Urinanalyse

    1. Sichtprüfung

umfasst Farbe, Geruch und Klarheit des Urins.

  1. Chemische Untersuchung
    • Das spezifische Gewicht (Sp.Gr oder SG) misst die Urinkonzentration und steht im Zusammenhang mit Dehydratation.
    • Der pH-Wert (Säuregrad oder Alkalität) misst das Gleichgewicht des Urins, das von den inneren Körperfunktionen und den Ernährungsgewohnheiten abhängt.
    • Protein bezeichnet den Nachweis von Protein im Urin, was anzeigt, wie viel Protein durch den Filtrationsprozess der Nieren hindurchtritt.
    • Glukose bezeichnet den Nachweis von Glukose im Urin, was auf das Übertreten von überschüssigem Zucker aus dem Blutkreislauf in den Urin hinweist.
    • Ketone bezeichnet den Nachweis von Ketonkörpern im Urin, die auftreten, wenn der Körper Zucker nicht in Energie umwandeln kann. Infolgedessen beginnt der Körper, Fett in Ketone abzubauen, um diese als alternative Energiequelle anstelle von Zucker zu nutzen.
    • Nitrit bezeichnet den Nachweis von Harnwegsinfektionen (HWI), die die Nieren, die Blase oder andere Teile des Harnsystems betreffen können.
    • Bilirubin bezeichnet das Vorhandensein von Galle im Urin, die der Abfallflüssigkeit eine gelbe Farbe verleiht. Die Intensität der Farbe hängt davon ab, ob eine Verstopfung der Gallengänge der Leber vorliegt.
    • Urobilinogen bezeichnet einen Zustand, der durch eine Entzündung der Leberzellen oder eine Verstopfung der Gallengänge verursacht wird und im Urin nachgewiesen werden kann.
    • Leukozyten (weiße Blutkörperchen) im Urin weisen auf eine Entzündung der Harnwege hin.
    • Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Urin weisen auf eine Verletzung der Harnwege oder eine Schädigung innerer Organe hin.
  2. Mikroskopische Untersuchung
    • Weiße Blutkörperchen (WBC)
    • Rote Blutkörperchen (RBC)
    • Bakterien, Hefen, Parasiten
    • Zylinder
    • Kristalle

Urinanalyse-Werte

Das spezifische Gewicht oder die durchschnittliche Konzentration von Substanzen im Urin kann anzeigen, ob der Körper ausreichend hydriert ist. Bei einem gesunden Körper liegt das spezifische Gewicht typischerweise zwischen 1,003 und 1,030

Ergebnis der Urinanalyse-Werte

Wenn die Ergebnisse des Tests des spezifischen Gewichts einen zu hohen Wert zeigen, weist dies auf Dehydratation oder eine unzureichende Wasseraufnahme hin. Liegt der Wert hingegen zu irgendeiner Tageszeit dauerhaft unter 1,005, kann dies auf eine beeinträchtigte Nierenfunktion bei der Regulation der Urinkonzentration hindeuten.

 

Stuhluntersuchung (Stuhluntersuchung und okkultes Blut)

 

Warum ist eine Stuhluntersuchung notwendig?

Die Stuhluntersuchung ist eine Analyse, die durchgeführt wird, um die Gesundheit des Verdauungssystems zu beurteilen, einschließlich der Identifizierung von Auffälligkeiten im Stuhl, wie z. B. bakterielle, parasitäre oder virale Infektionen. Sie hilft auch, gastrointestinale Blutungen zu erkennen, die auf Erkrankungen wie Magengeschwüre oder Darmkrebs zurückzuführen sein könnten. Darüber hinaus wird die Stuhluntersuchung eingesetzt, um die Effizienz der Nährstoffaufnahme im Körper zu bewerten.

 

Gebärmutterhalskrebs-Screening (Flüssigkeitsbasierte Zytologie)

 

Warum ist ein Gebärmutterhalskrebs-Screening notwendig?

Das Gebärmutterhalskrebs-Screening mittels Flüssigkeitsbasierter Zytologie (LBC) ist eine Methode zur Erkennung von Auffälligkeiten in den Zellen des Gebärmutterhalses. Bei dieser Methode werden die entnommenen Zellen gewaschen und vor der Untersuchung in einer Lösung aufbereitet, wodurch abnorme Zellen klarer erkannt werden können. Darüber hinaus trägt LBC dazu bei, das Risiko von Infektionen oder Kontaminationen durch Fremdstoffe zu verringern, was zu genaueren und aussagekräftigeren Testergebnissen führt.

 

Röntgenuntersuchungsgruppe

 

Warum ist ein radiologisches Screening notwendig?

Radiologisches Screening oder Röntgenuntersuchung ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen eingesetzt werden, um die inneren Strukturen des Körpers, wie Knochen und Organe, darzustellen. Diese Art des Screenings hilft, Auffälligkeiten wie Knochenbrüche, Infektionen oder das Wachstum von Tumoren zu erkennen, indem sie detaillierte Bilder des inneren Zustands des Körpers liefert.

 

Röntgenaufnahme des Brustkorbs (CXR)

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (CXR) ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem Röntgenstrahlen verwendet werden, um den Brustbereich zu untersuchen, vor allem zum Screening und zur Erkennung von Auffälligkeiten im Atmungssystem. Sie hilft, Probleme der Lunge zu identifizieren, z. B. das Erkennen von Knoten oder Raumforderungen im Lungengewebe, das Feststellen von Auffälligkeiten der Pleura und der Blutgefäße der Lunge sowie die Beurteilung benachbarter Organe innerhalb der Brusthöhle.

 

Ultraschall des gesamten Abdomens

Die Ultraschalldiagnostik verwendet hochfrequente Schallwellen, die Bilder erzeugen, um verschiedene Organe zu untersuchen. Sie hilft, bestimmte Auffälligkeiten zu erkennen und unterstützt die Diagnose des Arztes. Ein Bauchultraschall ist nicht invasiv, schmerzfrei und sicher. Er wird häufig eingesetzt, um erste Hinweise auf Probleme wie Nierensteine, Gallensteine und Leberraumforderungen zu erkennen und liefert wesentliche Informationen für die Planung der Behandlung oder die Überwachung der zukünftigen Versorgung.

 

Knochendichtemessung (Lendenwirbelsäule/Hüfte)

Die Knochendichtemessung (Lendenwirbelsäule/Hüfte) ist ein Test zur Messung der Knochenmineraldichte in der unteren Wirbelsäule (Lendenwirbelsäule) und in der Hüfte. Diese Bereiche sind aufgrund von Osteoporose besonders bruchgefährdet. Dieser Test hilft, die Knochenstärke zu beurteilen und Personen mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche zu identifizieren, um präventive oder therapeutische Maßnahmen zur Erhaltung der Knochengesundheit zu steuern.

Knochendichtemessungswerte

Beurteilung des Osteoporosezustands anhand des T-Scores:

  • T-Score über -1 = Normale Knochendichte (normaler Knochen)
  • T-Score zwischen -1 und -2,5 = Niedrige Knochenmasse oder Osteopenie
  • T-Score unter -2,5 = Osteoporose

 

Digitales Mammogramm mit Brustultraschall beidseits

Ein digitales Mammogramm mit beidseitigem Brustultraschall ist eine wichtige Untersuchung zur Erkennung von Auffälligkeiten in den Brüsten. Es unterstützt die Früherkennung von Brustkrebs, noch bevor Symptome auftreten, und reduziert zudem das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko.

 

Kardiovaskuläre Diagnostikgruppe

 

Warum ist es notwendig, Herz und Blutgefäße zu untersuchen?

Kardiovaskuläre Untersuchungen sind wichtig, da sie helfen, den Gesundheitszustand von Herz und Blutgefäßen zu beurteilen. Sie unterstützen zudem dabei, Risiken oder Erkrankungen des kardiovaskulären Systems frühzeitig zu erkennen.

 

Belastungs-EKG (EST)

Der Laufbandtest ist ein kardiovaskulärer Fitness-Test, der damit beginnt, Elektroden an Brust, Armen und Beinen (insgesamt 10 Ableitpunkte) anzubringen, um die elektrische Aktivität des Herzens und die Pulsfrequenz aufzuzeichnen. Am Oberarm wird eine Blutdruckmanschette angelegt, um den Blutdruck während des Tests zu überwachen. Eine kardiologische Fachkraft überwacht den Test, der unter Anleitung eines Kardiologen durchgeführt wird, um die Sicherheit und Genauigkeit der Beurteilung zu gewährleisten.

 

Elektrokardiographie (EKG)

Die Elektrokardiographie (EKG) ist eine Untersuchung, die die elektrischen Signale erfasst, die das Herz bei jedem Schlag bzw. bei Kontraktion und Relaxation erzeugt. Sie hilft, Auffälligkeiten zu erkennen, die auf Herzprobleme hinweisen können. Ein EKG kann zur Diagnose verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden, z. B. von Herzrhythmusstörungen, zur Einschätzung des Risikos einer Herzinsuffizienz, bei Bluthochdruck oder zur Abklärung der Ursache von Brustschmerzen. Es wird außerdem verwendet, um den Herzstatus von Patienten zu beurteilen, die Medikamente einnehmen, die das Herz beeinflussen können.

 

Knöchel-Arm-Index (ABI)

Die Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI) dient der Beurteilung von arteriellen Verschlüssen und der Elastizität der Blutgefäße. Dieser Test kann helfen, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) in den Beinen im Frühstadium zu diagnostizieren. Darüber hinaus dient er als Voruntersuchung, die zur Erkennung anderer schwerwiegender Erkrankungen führen kann, wie z. B. der koronaren Herzkrankheit und zerebrovaskulären Erkrankungen. Er hilft außerdem, das zukünftige Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Herzerkrankungen einzuschätzen, und wird verwendet, um den Schweregrad einer arteriellen Verengung zu beurteilen.

 

Karotis-Doppler

Der Karotis-Doppler ist eine Methode zur Untersuchung der großen Halsarterien, die das Gehirn mit Blut versorgen. Diese Untersuchung ist entscheidend für die Beurteilung des Risikos von Erkrankungen wie Schlaganfall, Lähmungen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer. Der Karotis-Doppler hilft Ärzten, frühe Anzeichen einer Verengung oder eines Verschlusses der Arterien im Gehirn zu erkennen, wodurch eine frühzeitige Intervention und eine Risikobewertung für damit verbundene Erkrankungen möglich werden.

 

Vitamin D

 

Warum ist es notwendig, Vitamin D zu testen?

Die Untersuchung des Vitamin-D-Spiegels ist für verschiedene Aspekte des Gesundheitsmanagements wichtig, da Vitamin D eine entscheidende Rolle bei der Regulierung mehrerer Körpersysteme spielt. Es hilft, Knochen und Zähne zu stärken, beugt Osteoporose vor, unterstützt das Immunsystem und hilft, vor chronischen Krankheiten zu schützen.

Vitamin-D-Spiegel

  • Ein 25(OH)D-Wert unter 20 ng/mL: weist auf einen Vitamin-D-Mangel hin.
  • Ein 25(OH)D-Wert zwischen 20–30 ng/mL: weist auf eine Vitamin-D-Insuffizienz hin.
  • Ein 25(OH)D-Wert über 30 ng/mL: weist auf ausreichende Vitamin-D-Spiegel hin.

Ursachen für den Vitamin-D-Spiegel

Die Ursachen eines Vitamin-D-Mangels werden von mehreren Faktoren beeinflusst, wie z. B. unzureichende Sonnenexposition, eine unzureichende Aufnahme vitamin-D-reicher Lebensmittel, Probleme bei der Aufnahme im Verdauungstrakt, Alterung, Leber- und Nierenerkrankungen sowie Adipositas.

 

Vitamin B12

 

Warum ist es notwendig, Vitamin B12 zu testen?

Die Untersuchung des Vitamin-B12-Spiegels ist wichtig, da Vitamin B12 eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Körperfunktionen spielt, insbesondere im Nervensystem und bei der Produktion roter Blutkörperchen. Gründe für die Untersuchung des Vitamin-B12-Spiegels sind die Vorbeugung von Anämie, der Schutz vor kognitivem Abbau und Gedächtnisproblemen, die Bewertung des Risikos bei Personen mit Malabsorptionsstörungen sowie die Überwachung von Personen mit Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel.

Vitamin-B12-Spiegel

  • Kinder im Alter von 1–3 Jahren: 0,9 Mikrogramm/Tag
  • Kinder im Alter von 4–8 Jahren: 1,2 Mikrogramm/Tag
  • Jugendliche im Alter von 9–12 Jahren: 1,8 Mikrogramm/Tag 
  • Jugendliche im Alter von 13–18 Jahren: 2,4 Mikrogramm/Tag
  • Erwachsene (19–71 Jahre): 2,4 Mikrogramm/Tag

Ursachen für Vitamin-B12-Spiegel

Die Ursachen eines Vitamin-B12-Mangels können auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie z. B. eine unzureichende Aufnahme vitamin-B12-reicher Lebensmittel, Malabsorptionsprobleme im Verdauungssystem, Alterung, die Einnahme bestimmter Medikamente, Alkoholkonsum sowie Erkrankungen wie die perniziöse Anämie. Die perniziöse Anämie ist eine Erkrankung, bei der der Körper im Magen keine Substanz namens Intrinsic Factor (intrinsischer Faktor) produzieren kann, die für die Aufnahme von Vitamin B12 wesentlich ist.