Aufgrund der aktuellen COVID-19-Ausbruchssituation haben Patienten mit neurologischen Erkrankungen oder mit chronischen Erkrankungen ein hohes Risiko, sich mit COVID-19 anzustecken, was zu schwerwiegenden Symptomen, Lungenentzündung oder sogar zum Tod führen kann. Diese Patienten sollten schnell geimpft werden, um die Schweregrade und Mortalität von COVID-19 zu reduzieren.
COVID-19-Impfung für neurologische Patienten
Empfehlungen zur COVID-19-Impfung für Patienten mit neurologischen Erkrankungen sind wie folgt:
1) Schlaganfall
• Patienten, die Thrombozytenaggregationshemmer (Aspirin, Clopidogrel, Cilostizol) einnehmen, sollten eine feine Nadel verwenden und nach der Impfung den Muskel nicht massieren.
• Patienten, die Antikoagulantien (Warfarin, Neue orale Antikoagulantien) einnehmen, sollten bei Einnahme von Warfarin vor der Impfung den INR-Wert überprüfen lassen und dieser sollte < 3 betragen. Eine feine Nadel sollte verwendet werden, und der Muskel sollte nicht massiert werden.
Hinweise
• Schlaganfall ist kein Grund, auf die Impfung zu verzichten.
• Die Impfung sollte verschoben werden, solange die Symptome instabil oder die Krankheit schwer sind.
• Es ist nicht erforderlich, die regelmäßig eingenommenen Medikamente abzusetzen.
2) Epilepsie / Demenz / Parkinson / Genetisch bedingte Nerven- und Muskelkrankheiten / Migränekopfschmerzen
• Nach der Impfung kann Fieber auftreten oder Kopfschmerzen ausgelöst werden. Es wird empfohlen, Paracetamol oder Schmerzmittel (NSAID) zur Linderung der Kopfschmerzen zu nehmen.
Hinweise
• Epilepsie / Demenz / Parkinson / Genetisch bedingte Nerven- und Muskelkrankheiten / Migränekopfschmerzen sind kein Grund, auf die Impfung zu verzichten.
• Es ist nicht erforderlich, die regelmäßig eingenommenen Medikamente abzusetzen.
3) Autoimmune Neurologische Erkrankungen
• Autoimmune Enzephalitis
• Neuritis optica (Multiple Sklerose [MS], Neuromyelitis Optica Spektrum Störung [NMOSD], Anti-MOG assoziierte Erkrankung [MOGAD], Myelitis)
• Akute entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (Guillain-Barre-Syndrom [GBS], Chronische entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie [CIDP])
• Muskelschwäche oder -entzündung (Myositis, Myasthenia gravis [MG])
• Entzündung des Gehirnnervs (Bell’sche Lähmung, Kraniale Neuritis)
Hinweise
• Autoimmune neurologische Erkrankungen sind kein Hindernis für die Impfung.
• Die Ausnahme gilt, wenn Symptome instabil sind oder die Krankheit lebensgefährlich ist. In diesen Fällen sollte man warten, bis die Symptome stabil sind und die Entscheidung dem behandelnden Arzt überlassen.
• Patienten, die noch keine Immunsuppressiva erhalten und für die es nicht dringend ist, sollten zwei Impfdosen erhalten haben, bevor sie mit der Medikation beginnen, und zwar mindestens zwei Wochen vorher.
• Patienten, die stabil sind und Immunsuppressiva einnehmen, sollten den Arzt konsultieren, um einen geeigneten Impfzeitpunkt zu planen.
Diese Empfehlungen wurden zur Orientierung für die Impfung ab Juni 2021 erstellt und können angepasst werden, sobald mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung stehen.





