Chronische Schmerzen
Lang anhaltende Schmerzen, deren Ursachen nicht
gefunden werden, können Ihre Lebensqualität in physischer und psychischer
Hinsicht stark beeinträchtigen. Die Auswirkung auf die Familie, sozioökonomische
Aspekte und die Arbeitsfähigkeit sind die Hauptsorgen, die damit einhergehen.
Das Schmerzgefühl wird durch eine Irritation der peripheren Nerven verursacht.
Emotionale Faktoren sind wichtig und Tumore müssen ausgeschlossen werden.
Chronische Schmerzen sind solche, die nach einer Verletzung oder Krankheit
einen Monat oder länger über die normale Gesundungsphase hinaus anhalten oder
die auf Grund eines chronischen Zustands Monate oder Jahre andauern. Die Schmerzen sind normalerweise nicht
gleichbleibend, können aber in allen Bereichen massiv in das tägliche Leben
eingreifen.
Das Schmerzsyndrom hängt davon ab, welche Organe
betroffen sind. Eines der am meisten
verbreiteten Probleme sind Kopfschmerzen. Etwa 90% der Kopfschmerzen sind auf
Migräne oder Spannungskopfschmerzen zurückzuführen. Hirnanomalien wie
Hirntumore, Blutungen, Infektionen, erhöhter Druck u. a. machen die restlichen 10%
aus. Weitere mögliche Ursachen sind
Rhinitis, zervikale Spondylosis, Augenprobleme oder Vaskulitis. Während akute
Schmerzen eine normale Empfindung sind,
die im Nervensystem ausgelöst werden, um Sie auf eine mögliche Verletzung und
die Notwendigkeit für sich zu sorgen aufmerksam zu machen, ist chronischer
Schmerz anders. Chronischer Schmerz hört nicht auf. Die Schmerzsignale werden
immer weiter in das Nervensystem abgefeuert, Wochen, Monate oder sogar Jahre
lang. Es mag ein anfängliches Mißgeschick gegeben haben, ein verrenkter Rücken,
eine schwere Infektion, oder es mag einen weiter bestehenden Grund für
Schmerzen geben wie etwa Arthritis, Krebs, Ohreninfektion. Aber manche Menschen
leiden an chronischen Schmerzen, ohne eine zurückliegende Verletzung oder den
Nachweis eines körperlichen Schadens. Viele chronische Schmerzzustände finden
sich bei älteren Menschen. Häufige chronische Schmerzzustände sind
Kopfscherzen, Schmerzen im unteren Rücken, Tumorschmerzen, Arthritisschmerzen,
neurogene Schmerzen (die auf Grund von Verletzungen der peripheren Nerven oder
des zentralen Nervensystems selbst
entstehen) und psychogene Schmerzen, die
nicht durch zurückliegende Erkrankung oder Verletzung oder sichtbare Schädigung
inner- oder außerhalb des Nervensystems ausgelöst werden.
Die
Diagnose muss sich auf die Ätiologie stützen. Die richtige Behandlung kann
nach der korrekten Diagnose erreicht werden. Besonders bei sehr starken
Schmerzen, die völlig unverhofft auftreten muss sehr sorgfältig vorgegangen
werde. Eine verzögerte Diagnose und Behandlung können sehr viel Schaden
anrichten. Oft sind die Charakteristika
der Schmerzen sehr unterschiedlich und besondere Schmerzspezialisten müssen
sich damit befasssen. Die Schmerztherapie bemüht sich besonders das
Leidensgefühl der Person mit chronischen Schmerzen zu verringern. Sie
kombiniert körperliche, emotionale, intellektuelle und soziale Fähigkeiten, die
dem Individuum helfen, die Kontrolle über sein Leben zurückzubekommen und die
Qualität und Freude an diesem Leben zu verbessern.
Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Armschmerzen sind Beispiele weit verbreiteter Probleme weshalb ein
Internist oder ein Spezialist aufgesucht wird. Wenn sich die Symptome nicht
nach zwei Krankenhausbesuchen verringern, sollte ein Neurologe oder ein Schmerzspezialist
konsultiert werden, um weitere Untersuchungen zu machen und eine geeignete Therapie festzulegen. Schmerzen sind eine
unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die assoziiert wird mit
tatsächlicher oder möglicher Gewebszerstörung oder die so beschrieben wird. Die
emotionale Komponente der Schmerzen wird als Leiden bezeichnet. Schmerzen sind
jedem Menschen bekannt, dennoch sind sie so komplex und subjektiv, dass sie
nicht leicht beschrieben und behandelt werden können.
Ihr Neurologe verfügt über die größte Erfahrung
sich mit Ihrem Kopfschmerzproblem zu befassen. Manche Patienten nehmen über einen langen Zeitraum Schmerzmittel oder
Psychopharmaka. Die Nebenwirkungen können offensichtlich sein und die Symptome
der Kopfschmerzen noch verstärken. Depression, Gedächtnisverlust und
Drogenabhängigkeit müssen auch einbezogen werden. Bei den folgenden Beschwerden
sollte sofort ein Neurologe aufgesucht werden.
- plötzlich
auftretende Kopfschmerzen
- Kopfschmerzen
verbunden mit Erbrechen, Halssteife, Parästhesie und Lähmung der
Gliedmaßen, Sehtrübung
- Medikamenteneinnahme
über mehr als 3 Monate ohne Besserung
Neurochirurgische
Behandlung von chronischen Schmerzzuständen
Ein Eingriff kann das Befinden von Menschen, die
an bestimmten Schmerzzuständen leiden, dramatisch verbessern, besonders wenn sie gekennzeichnet sind durch in Anfällen auftretende
Schmerzen wie die Trigeminus und Glossopharyngeus Neuralgie. Verfügbare
Operationen für bestimmte spezifische Syndrome sind z.B. Radiofrequenz Läsion,
Glycerol und Phenol Injektion, die Einsetzung eines Epiduralkatheters für eine
ständige Medikamenteninfusion, Kordotomie, and stereotaktische Zingulotomie.
Neurochirurgen können chronische Schmerzen
behandeln, indem sie funktionale Teile des Nervensystems vergrößern oder
stimulieren, besonders das Rückenmark.
Kandidaten für diese Eingriffe müssen probeweise ein temporäres Implantat einer
Elektrode über der Rückenmarkshaut eingesetzt bekommen. Wenn sie richtig
positioniert ist, verursacht diese Elektrode ein angenehmes Gefühl, das die
Schmerzregionen des Körpers überlagert. Wenn sie die Schmerzen erfolgreich
lindert, wird eine dauerhafte Batterie oder "Puls Generator" operativ
angeschlossen und implantiert, einem Herzschrittmacher sehr ähnlich. Dieser
Generator kann oft per Computer reprogrammiert werden, ohne dass weitere
chirurgische Eingriffe nötig sind. Andere chirurgische Optionen umfassen eine
Anzahl von ablativen Eingriffen. Diese beinhalten die Herstellung einer
Verletzung des sensorischen Teils vom zentralen oder peripheren Nervensystem.
Das Neurologische Zentrum Bangkok bietet modernste Technologie zur Schmerzkontrolle wie
Nervenblockierung, Thermokoagulation, Kryokoagulation, Radiofrequenz und Gamma
Knife. Intervenierende Schmerzkontrolle einschließlich der elektrischen
Stimulierung des Rückenmarks und die Einsetzung von Epidural-Kathetern zur
kontinuierlichen Medikamenteninfusion werden im Zentrum ebenfalls durchgeführt.
Stimulation des Rückenmarks ist eine
Schmerztherapie-Strategie, die Schmerzbotschaften blockiert, indem ein elektrischer
Impuls an ausgewählte Nerven im Rückenmark gesandt wird. Kleine Elektroden
werden im Rückgrat und ein Generator unmittelbar unter der Haut des Patienten
eingesetzt. Der Patient trägt einen
programmierbaren Transmitter, der über Radiowellen mit dem Receiver
kommuniziert. Der Generator ist programmiert, eine bestimmte Anzahl, Art und
Form von elektrischen Impulsen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens von den
Elektroden abfeuern zu lassen. Die Patienten können das System während des
Tages abschalten, indem sie die Stromquelle ausschalten und ein Neurochirurg
kann die Menge, Art und Form der Impulse anpassen, indem er den Generator
justiert. Die Schmerzlinderung mit dem Rückenmarkstimulationssystem setzt fast
sofort ein und Patienten spüren normalerweise eine 50 bis 70% Verminderung
ihrer Schmerzen. Dies erlaubt ihnen oftmals, die Einnahme von Schmerzmittel erheblich
einzuschränken und so deren eventuelle Nebenwirkungen zu verringern. Wenn nötig, kann
das System problemlos wieder entfernt werden.
Intrathekal Pumpe
Wenn die Schmerzen auf die Wirbelsäule beschränkt
sind, kann eine Intrathekal-Pumpe
benutzt werden, um die Medikamente direkt in die Rückenmarksflüssigkeit zu
bringen. Normalerweise muss ein Schmerzmittel hoch dosiert werden, um die
Rückenmarksflüssigkeit zu erreichen. Dies führt aber meist zu erheblichen
Nebenwirkungen. Eine Intrathekal-Pumpe kann an der Seite unter die Bauchhaut
implantiert werden. Die Medikation wird direkt an die Stelle, wo sich der
Schmerz befindet und in weit größeren Mengen, als es oral verträglich wäre,
gegeben. Die Pumpe wird alle 4 bis 12 Wochen mittels einer Spritze
wiederaufgefüllt und ist programmiert, täglich bestimmte Mengen des Medikaments
abzugeben. Neurochirurgen können die Menge des Medikaments, die durch den
Katheter fließt, von einem Computer aus mit Hilfe von Radiotelemetrie und einem
elektronischen Stab re-programmieren. Ungefähr 65% der Patienten verspüren ein
signifikantes Nachlassen der Schmerzen durch die Anwendung der Intrathekal-Pumpe.
Die Pumpe ist auch leicht zu entfernen.